Interview zum Film “Uwe Böhnhardt – der Weg in den Untergrund.”


Jena/Berlin. Wird der eigene Sohn zum mutmaßlichen Serienmörder, ist die Verzweiflung der Eltern schier unerträglich. Sie trauern um den verlorenen Sohn. Sie sind ohnmächtig, wenn sie an die Angehörigen der Opfer denken. Brigitte und Jürgen Böhnhardt, die Eltern des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt haben mit Schülern aus Jena-Lobeda über dieses Unverzeihliche gesprochen. Sie erzählen den 16 bis 17jährigen, die heute in Uwe´s Schule lernen, vom geliebten Nesthäkchen. Sie reden ausführlich von der behüteten Kindheit und dem Erwachsenwerden ihres Sohnes, auch vom sozialen Umfeld. Es ist ein sensibles Psychogramm einer verzweifelten Familie.

Der Film konzentriert sich auf das Gespräch zwischen den Schülern aus Jena-Lobeda und den Eltern, die noch immer in der Plattenbausiedlung am Rande der Thüringer Stadt wohnen.

Die Schüler der 11. Klasse setzen sich in einem Videoworkshop mit dem Rechtsradikalismus auseinander. Diesen Kurs leitet der Streetworker Thomas “Kaktus” Grund. Er befragte 1991 als Sozialarbeiter in Jena-Winzerla die damals 16jährige Beate Zschäpe. Über dieses Interview unterhält er sich mit jenen Schülern, die heute an der Lobdeburgschule lernen. Es ist die Schule, in der Uwe Böhnhardt 1991 zum Problemfall wird.

Vor zwanzig Jahren mussten sich Sozialarbeiter in Jena-Lobeda intensiv mit rechten Jugendlichen auseinandersetzen. Beate Zschäpe, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt – hielten sich beim Streetworker “Kaktus” im Jugendklub “Hugo” einige Zeit auf, bis sie wegen ihrer rechten Gesinnung Hausverbot bekommen. Drei Jugendliche, die heute als Zwickauer Terrorzelle und als NSU (National-Sozialistischer Untergrund) bekannt sind.

Exclusivinterview zu den Hintergründen zur Entstehung des Filmes “Der verlorene Sohn. Uwe Böhnhardt – der Weg in den Untergrund.” mit dem Regisseur Andreas Kuno Richter und Thomas “Kaktus” Grund.

Die Jugendlichen aus Lobeda sprechen nicht nur mit den Eltern von Uwe Böhnhardt. Sie lernen im Martin-Niemöllerhaus die Pfarrerin Maria Krieg kennen, die sich in ihrer Gemeinde seit Jahren mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzt.
Die Schüler reisen nach Leipzig zu Sebastian Krumbiegel von den “Prinzen”. Sie kommen in Berlin mit dem Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen, Roland Jahn ins Gespräch. Der Nazi-Aussteiger Manuel Bauer berichtet von seiner früheren rechten Gesinnung.

Die Dokumentation zeigt den ganz persönlichen Weg Uwe Böhnhardts in den Untergrund. Warum haben die Eltern Böhnhardt ihren Sohn verloren?

“Es gibt keine einfachen Wahrheiten.”, sagt Roland Jahn.

Sendetermine

n-tv Mo., 16.07.2012, 23:10 Uhr
weitere n-tv Sendetermine noch offen

Buch und Regie: Andreas Kuno Richter
Kamera: Erik Hartung
Musik: Hans Peter Gerriets/ Los Banditos
Schnitt: Daniel Probst
Sprecherin: Katharina Thalbach
Aufnahmeleitung: Torsten Eckold
Prouktionsleitung: Susanne Gerriets
Produzent: Thorsten Neumann
Eine Produktion der EIKON Nord im Auftrag von RTL in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: