Weser Kurier: Offenbar politisch motivierte Tat in Bremen – Polizei ermittelt nach Anschlag auf Migranten


Von Jürgen Hinrichs und Iris Hetscher
Bremen. In der Nacht zu Sonnabend hat es im Bremer Stadtteil Woltmershausen einen offenbar politisch motivierten Angriff auf eine Familie von Migranten gegeben. Wie die Polizei bestätigt, haben vier Tatverdächtige, drei Männer und eine Frau, an dem Haus der Familie Feuer gelegt.

Sie sollen dabei nach Angaben des 20-jährigen Sohns der Familie einen brennenden Lappen an die Haustür gelegt zu haben. Anschließend sollen sie eine Scheibe eingeschlagen haben. Laut Auskunft der Polizei vom Sonntag haben die Täter dabei ausländerfeindliche Parolen gerufen.

Wie die Polizei weiter mitteilt, nahm der Vorfall offenbar seinen Anfang, als der 20-jährige Sohn am frühen Sonnabendmorgen gegen kurz vor halb vier nach Hause kam. Wenige Häuser weiter feierten Nachbarn lautstark auf der Terrasse und beschimpfen den jungen Mann mit „Ausländer raus“-Rufen. Der 20-Jährige ignorierte die Rufe und ging ins Haus.

Kurze Zeit später habe es an der Tür geklingelt, der junge Mann sah einen brennenden Lappen und löschte diesen mit Wasser. Etwas später hörte er ein Klirren: Die Scheibe der Haustür war eingeschlagen worden.

Die inzwischen verständigten Polizeibeamten nahmen drei Männer im Alter von 25, 31 und 33 Jahren sowie eine 43 Jahre alte Frau als Tatverdächtige fest.  Alle waren alkoholisiert. Die mutmaßlichen Täter sind nach der Vernehmung durch die Polizei wieder auf freiem Fuß. Sie seien bisher nicht durch ausländerfeindliche Straftaten auffällig geworden, so die Polizei.

„Wir ermitteln wegen versuchter schwerer Brandstiftung und gehen aktuell von einem politisch motivierten Hintergrund aus“, sagte ein Polizeisprecher am Sonnabend. Seine Behörde nehme den Vorfall sehr ernst und werde mit der gebotenen Sensibilität vorgehen. Es werde aber auch in Richtung Nachbarschaftsstreitigkeiten ermittelt.

Vollständiger Artikel

 

Hintergrund:

Ort: 	Bremen-Woltmershausen
Zeit	28.07.2012, 03.20 Uhr

Drei Männer und eine Frau stehen im Verdacht, am frühen Samstagmorgen
in Bremen-Woltmershausen an der Haustür einer Familie mit 
Migrationshintergrund einen brennenden Lappen gelegt und anschließend
die Scheibe eingeschlagen zu haben. Sie sollen dabei 
ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Die Polizei traf schnell 
ein und nahm die alkoholisierten Täter fest. Verletzt wurde niemand.

Der 20 Jahre alte Sohn einer Familie mit Migrationshintergrund kam am
frühen Samstagmorgen, gegen kurz vor halb vier nach Hause. Wenige 
Häuser weiter feierten noch Nachbarn mit Bekannten auf der Terrasse. 
Als sie den 20-Jährigen sahen, skandierten sie lautstark "Ausländer 
raus!" Der Sohn ignorierte die Rufe und ging ins Haus. Kurze Zeit 
später klingelte es mehrfach an der Haustür der Familie. Der 
20-Jährige sah einen Feuerschein vor dem Hauseingang und löschte 
umgehend einen vor der Türschwelle positionierten brennenden Lappen 
mit Wasser. Der Sohn ging kurz aus dem Haus, hörte wieder 
ausländerfeindliche Parolen aus der Nachbarschaft und verständigte 
sofort die Polizei. Wenige Augenblicke später hörte er ein Klirren 
und stellte fest, dass die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen 
wurde. Kräfte des Einsatzdienstes der Polizei Bremen trafen schnell 
ein und konnten mit Hilfe von Zeugen und Beweismitteln drei Männer, 
25, 31 und 33 alt und eine 43 Jahre alte Frau als Tatverdächtige 
ermitteln. Alle Beteiligten waren alkoholisiert und wurden vorläufig 
festgenommen. Bei ihnen wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft 
eine Blutentnahme durchgeführt. Sie wurden nach den polizeilichen 
Maßnahmen wieder entlassen.

Bei der Tat wurde niemand verletzt. In dem Haus wohnen acht 
Familienmitglieder. Die Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer 
Brandstiftung. Nachbarschaftliche Probleme und ausländerfeindliche 
Hintergründe stehen im Fokus der Ermittlungen. Die Tatverdächtigen 
sind nach derzeitigen Erkenntnissen bisher nicht mit 
ausländerfeindlichen Straftaten in Erscheinung getreten.


Quelle: Pressestelle Polizei Bremen

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