Expertise: Benachteiligungserfahrungen von Personen mit und ohne Migrationshintergrund im „Ost-West-Vergleich“


Antidiskriminierungstelle des Bundes (Link zur Startseite)

Migrantinnen und Migranten berichten fast doppelt so häufig von Benachteiligungserfahrungen wie die Mehrheitsbevölkerung. Das ist das Ergebnis einer ADS-Studie auf Basis einer Befragung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) von mehr als 9.200 Personen, in der Mehrzahl mit Migrationshintergrund, in den Ballungsräumen Rhein-Ruhr, Stuttgart, Rhein-Main, Berlin-Brandenburg und Halle-Leipzig.

Rund 24 % der Befragten ohne und 42 % der Befragten mit Migrationshintergrund gaben an, in einem der acht abgefragten Lebensbereiche (Bildung, Arbeitsmarkt, Ämter/ Behörden, Nachbarschaft, Religionsausübung, Freizeitaktivitäten, öffentliche Transportmittel, Wohnungssuche) benachteiligt worden zu sein. Einen signifikanten Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland gab es dabei nicht.

Die meisten Diskriminierungserfahrungen machten die befragten Migrantinnen und Migranten in den Bereichen Ämter und Behörden (22 %) und auf dem Arbeitsmarkt (19 %). Schaut man nur auf Lebensbereiche, die für die Befragten in ihrer jeweiligen Lebensphase relevant waren – etwa den Besuch einer Bildungseinrichtung oder eine Erwerbstätigkeit –, dann erhöhen sich diese Zahlen noch weiter: 24,3 % aller am Arbeitsmarkt tätigen Migrantinnen und Migranten fühlten sich im vergangenen Jahr diskriminiert (davon über 40 % sehr oder eher stark) ebenso wie 23,7 % der (Berufs-)Schülerinnen und Schüler (davon über ein Viertel sehr oder eher stark).

Für ADS-Leiterin Christine Lüders sind die Befunde ein Warnsignal. „Die Studie zeigt, wie wichtig eine effektive Antidiskriminierungsarbeit in einer vielfältigen Gesellschaft ist“, sagte Lüders nach der Veröffentlichung der Studie. Lüders empfahl darüber hinaus, Ämter und Behörden
in ihrer Kompetenz im Umgang mit ethnischer Vielfalt weiter zu schulen und Diskriminierung beim Zugang zum und auf dem Arbeitsmarkt sowie im Bildungswesen konsequent zu bekämpfen. Maßnahmen zur Förderung der interkulturellen Öffnung sollten dabei sowohl gezielte Fortbildungsmaßnahmen der Beschäftigten, eine kulturell und sprachlich vielfältige Zusammensetzung des Personals als auch mehrsprachige Informationsangebote umfassen.

Zu der Studie gelangen Sie hier.

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