Spiegel: NSU – Aussagen belasten früheren NPD-Funktionär Wohlleben


Der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben: In der NPD fand er 1998 AnschlussZur Großansicht

recherche-nord – Der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben: In der NPD fand er 1998 Anschluss

Sechs der insgesamt 13 Beschuldigten stützen nach SPIEGEL-Informationen mit ihren Aussagen die Ermittlungen über die Terror-Zelle „Nationalistischer Untergrund“. Eine zentrale Rolle soll demnach der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben gespielt haben.

Hamburg – Vor Erhebung der Anklage gegen die mutmaßliche RechtsterroristinBeate Zschäpe haben die Ermittler nach SPIEGEL-Informationen in wichtigen Punkten Klarheit über Hintergründe der Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ gewonnen. Die Ermittlungen werden vor allem durch die Aussagen von 6 der insgesamt 13 Beschuldigten gestützt. Unter anderem konnte so geklärt werden, wie das Zwickauer Trio vor seinem Abtauchen an Sprengstoff kam.

Einer Aussage zufolge hat das Neonazi-Netzwerk „Blood&Honour“ entsprechendes Material an die spätere Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) geliefert, der neben Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt angehörten. Der mutmaßliche NSU-Helfer und frühere „Blood&Honour“-Aktivist Thomas S. gestand gegenüber Beamten des Bundeskriminalamts, Ende der neunziger Jahre rund ein Kilo TNT an Mundlos übergeben zu haben. Darüber hinaus soll „Blood&Honour“ das Terror-Trio beim Abtauchen unterstützt haben.Thomas S., der zeitweise mit Zschäpe liiert war, räumte ein, eine der ersten Unterkünfte im Untergrund organisiert zu haben. Auch die Beschaffung der schallgedämpften Mordwaffe – jener Ceska 83, mit der die Terrorzelle neun Migranten ermordete – haben die Ermittler rekonstruieren können. Eine zentrale Rolle soll der mitbeschuldigte frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben gespielt haben. So gab der Zeuge Andreas S. zu, die Ceska im Auftrag Wohllebens von einem Bekannten gekauft zu haben. „Ja, ich hab‘ dem die scheiß Knarre besorgt“, so S. in seiner Vernehmung. Der Deal sei über einen Jenaer Szene-Laden eingefädelt worden.

Der Mitbeschuldigte Carsten S. holte, seinem Geständnis zufolge, die Waffe in Jena ab und brachte sie nach Chemnitz, wo er sich mit dem Trio traf. Auch Zschäpe sei dabei gewesen, bevor er die Waffe in einem Abbruchhaus an ihre Komplizen übergab. Beide Aussagen belasten vor allem den in Untersuchungshaft sitzenden Ralf Wohlleben, der mit einer Anklage wegen Beihilfe zum Mord rechnen muss. Seine Anwältin wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Wacklig ist die Beweislage gegen den Neonazi André E., der bis zuletzt Kontakt zu dem Trio im Untergrund gehabt haben soll. Aufgrund der dünnen Indizienkette und bereits verjährter Vorwürfe ist derzeit unklar, ob überhaupt Anklage gegen ihn erhoben wird.

Bis spätestens Mitte November will die Bundesanwaltschaft gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe Anklage erheben. Bis dahin soll die 37-Jährige in Untersuchungshaft bleiben.

Vollständiger Artikel im neuen Spiegel

ein Kommentar

  1. hurenb0ck · · Antwort

    Der Generalbundesanwalt Range ist den Aufgaben des Amtes offensichtlich nicht gewachsen. Kein Wunder. Er kommt aus Niedersachsen und hat dort schon den Sumpf nicht überblickt.

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