Erinnern – Aufklären – Verändern – 4.9.2012, 18.30 Uhr T-Werk, Schiffbauergasse 4E, 14467 Potsdam


Esther Bejarano & Microphone Mafia

Das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit lädt am 4. September ein zu einer Lesung, einer Diskussion und einem Konzert in Verbundenheit mit den Opfern des NSUim Potsdamer T-Werk.

Der Abend beginnt mit der Premiere des Buches „Das Zwickauer Terror-Trio. Ereignisse, Szene, Hintergründe“ (Das Neue Berlin, 2012). Die Autoren Maik Baumgärtner und Marcus Böttcher lesen zusammen mit dem Politikwissenschaftler Hajo Funke, der das Vorwort verfasste. Die Autoren beschreiben das Milieu der Neonazi-Aktivisten der 1990er Jahre und zeichnen die Radikalisierung nach, die in den Terror des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) mündete. Schließlich ziehen die beiden Journalisten eine Zwischenbilanz der Aufklärung und der Vertuschungsaktionen seit dem Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt und der Verhaftung von Beate Zschäpe im November 2011.

Warum hieß es „Döner-Morde“?

Im Anschluss diskutieren Yavuz NarinFerda Ataman und Kay Bolick, weshalb die Mordserie zehn Jahre lang nicht als rassistische Terrorkampagne erkannt wurde. Der Rechtsanwalt Yavuz Narin vertritt die Familie des 2005 in München ermordeten Theodorus Boulgarides. Ferda Ataman, Journalistin, setzt sich im Verein Neue Deutsche Medienmacher für eine Berichterstattung ein, die dem Einwanderungsland Deutschland gerecht wird. Seit vielen Jahren berät Kay Bolick in Mecklenburg-Vorpommern Opfer rechter Gewalt. Sein Verein LOBBI suchte Hinweise auf einen rassistische Tat, nachdem im Februar 2004 Mehmet Turgut in einem Rostocker Imbiss erschossen worden war – ohne Ergebnis.

MICROPHONE MAFIA & die BEJARANOS

Eine besondere musikalische Begegnung beschließt den Abend: Rosario PenninoKutlu Yurtseven und Önder Bardakci rappen seit 20 Jahren als Microphone Mafia, auf deutsch, türkisch und italienisch, über das, was sie bewegt. 2004 explodierte eine Nagelbombe in ihrem Kölner Stadtteil, 22 Menschen wurden verletzt. Die Polizei suchte die Täter unter den Nachbarn der drei Musiker. Mit Esther, Edna und Yoram Bejarano arbeiten die Rapper seit 2009 zusammen. Esther Bejarano, sie überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück, singt mit ihren Kindern Lieder, die in den Ghettos und Konzentrationslagern entstanden: „Lider fars Leben“.

Durch den Abend führt Constanze Kurz, ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Club (CCC). Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verlag Das Neue Berlin statt. Die Eintrittsgelder werden für eine unabhängige Aufklärung der Neonazi-Mordserie gespendet.

4.9.2012, 18.30 Uhr
T-Werk, Schiffbauergasse 4E, 14467 Potsdam

Eintritt: 10 Euro / ermäßigt 6 Euro / SchülerInnen 4 Euro
Kartenvorverkauf:
 t-werk.de

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