Gar Nix: Karl-Heinz Hoffmann – Wehrsportgruppe Hoffmann


Der Neonazi Karl-Heinz Hoffman wurde am 27. Oktober 1937 in Nürnberg geboren. Er hat die im Jahr 1980 verbotene „Wehrsportgruppe Hoffmann“ (WSG) gegründet.
1940. Hoffmanns Vater (Arzt) fällt im Zweiten Weltkrieg. Die Familie wird nach Thüringen evakuiert. Karl-Heinz Hoffmann wächst in Kahla auf und lernt dort den Beruf des Porzellanmalers. Zudem wurde er Mitglied der „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST) die am 7. August 1952 gegründet wurde.
1953. Karl-Heinz Hoffmann flüchtet in die Bundesrepublik Deutschland und kehrt nach Nürnberg zurück. Dort beginnt er eine Ausbildung als Grafiker. Danach besucht er die Nürnberger Akademie für bildende Künste und später noch die Kunstakademie in München.
1950er Jahre. Hoffmann unternimmt mehrere Reisen in die Türkei, den Uran und nach Indien.
1968. Hoffmann tritt in der Uniform eines Offiziers der Luftwaffe der Wehrmacht zu einer Veranstaltung in einem Nürnberger Café zusammen mit mehreren Männern in SS-Uniformen und Frauen in BDM-Kleidern zu einer Tonband-Geräuschkulisse aus Granatengeheul und MG-Salven auf. Er erklärt mehrfach, keine neonazistischen Ziele zu verfolgen, spekuliert jedoch über einen Wiederanschluss Österreichs an Deutschland. Daher wurde ihm die Einreise nach Österreich auf unbestimmte Zeit verwehrt.
Auch für die Person Adolf Hitler bekundete er große Bewunderung: „Es wäre doch ganz einfach töricht zu leugnen, dass Adolf Hitler genial war und dass er zweifellos sehr viele Dinge hier gemacht hat, wo wir heute langsam wieder drauf kommen, sie wieder tun.“ (1974).
1973. Hoffmann gründet die Wehrsportgruppe Hoffmann die 1980 als verfassungsfeindliche Organisation verboten wird.
1976. Gerhard Frey (Chef der DVU und Verleger der Deutschen National-Zeitung Gerhard Frey) übernimmt „aus nationaler Solidarität“ Gerichtskosten für Hoffmann in Höhe von 8000 DM (ca. 4000 Euro).
2. August 1980. Laut Aussagen von Elio Ciolini soll Hoffmann an dem Bombenattentat in Bologna beteiligt gewesen sein. Nachgewiesen werden konnte seine Beteiligung jedoch nicht.
26. September 1980. Gundolf Köhler (Mitglied in der WSG) soll angeblich das Oktoberfest-Bombenattentat ausgeführt haben. Es wird jedoch über Verbindungen Hoffmanns zum „Gladio-Netzwerk“ (Paramilitärische Geheimorganisation der NATO, der CIA und des britischen MI6 während des Kalten Kriegs) spekuliert.
19. Dezember 1980. Shlomo Lewin (Jüdischer Verleger und Ex-Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg) und Frieda Poeschke (Lebensgefährtin von Lewin) werden in Erlangen von Uwe Behrendt, einem Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann erschossen. Es wird eine Beteiligung Hoffmanns vermutet, kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Der mutmaßliche Täter beging Selbstmord, daher kam es zu keiner Verurteilung.
1981. Bei einer Razzia im Hauptquartier der WSG werden 18 LKWs voll mit Propagandamaterial, Karabinern, Pistolen und andere Waffen, darunter auch Handgranaten beschlagnahmt.
16. Juni 1981. Hoffmann wird auf dem Flughafen Frankfurt verhaftet. Er wird wegen Geldfälschung, Nötigung, gefährlicher Körperverletzung, Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz und mehreren Fällen von Freiheitsberaubung angeklagt.
1984. Hoffmann wird zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten verurteilt.
1989. Hoffman wird wegen guter Führung und  „günstiger Sozialprognose“ aus dem Gefängnis Entlassen. Die WSG ist nun ein Mythos der Neonazi-Szene. Es gibt T-Shirts mit dem Bild des „Chefs“ wie sich Hoffmann selbst in Anlehnung an Ernst Röhm genannt hatte. Hoffman schrieb auch den Roman „Verrat und Treue“.
Deutsche Wende. Ende der 1980er Jahre und Anfang der 1990er Jahre entstand im Osten Deutschlands ein Machtvakuum. Nach dem Fall der Mauer gab es dort viele, vor allem auch junge Leute, die anfällig für Hassbotschaften waren. Michael Kühnen (Leitfigur der westdeutschen Ultranazis) nannte die Aufnahmebereitschaft für Extremistisches Gedankengut welche das DDR-Regime hinterlassen hatte „Traumhaft“. In den folgenden Jahrzehnten wird die NPD im Osten von Leuten wie Udo Pasteurs (NPD-Chef von Mecklenburg-Vorpommern) und Udo Voigt (NPD-Ex-Parteichef), Holger Apfel, Thorsten Heise, Karl-Heinz Hoffmann (Gründer der „Wehrsportgruppe Hoffmann“) geprägt.
Anfang 1990er Jahre. Hoffman gründet mit seiner Ehefrau Franziska mehrere Bau und Sanierungsfirmen in Nürnberg und Umgebung. Zeitweise gehörten zu seinem Firmenkonglomerat bis zu 15 Unternehmen. Nach dem Fall der Mauer in der DDR übersiedelte er nach Kahla und bekam sein Elternhaus zurück. In Kahla sanierte und errichtete er zahlreiche Büros und Wohnungen. Größere Teile der Kahlaer Innenstadt, dabei mehr als ein Dutzend Häuser kamen in den Besitz der Hoffmans. Auch in Nürnberg erwarb Hoffmann Immobilien zur Sanierung. Zudem betrieb Hoffmann zwei Antiquitätenläden in Nürnberg uund München.
Eine von Hoffmann betriebene Gaststätte entwickelte sich zum Treffpunkt der lokalen Naziszene. Hoffman nahm auch Kontakt zu früheren Mitstreitern auf – u.a. Gerd Grett (Ex-WSG-Unterführer), Anton Pfahler (Ex-WSG-Offizier). Zudem unterhielt Hoffmann auch zu Wilhelm Tell (Architekt und Chef der Republikaner in Jena) geschäftliche Beziehungen.
Ende 2000. Hoffmann zieht sich zunehmend aus Kahla zurück und übersiedelt nach Schloss Ermreuth bei Neunkirchen am Brand wo sich früher das Hauptquartier der WSG befand. Die Firmen in Kahla wurden weitgehend abgewickelt.
2004. Hoffmann erwirbt mehrere Immobilien in Kohren-Sahlis (Westsachsen). Darunter auch das ehemalige Rittergut mit Herrenhaus und Stallungen in dem füher der Schriftsteller Börries von Münchhausen gewohnt hat. Für das Rittergut Sahlis schuf Hoffman die „gemeinnützige Fiduziarische Kulturstifung Schloss Sahlis um „Fördergelder zur Erhaltung des Kulturdenkmals Schloss Sahlis abzugreifen. Für die Erhaltung und Pflege hat er dadurch zwischen 2005 und 2007 etwa 130.000 Euro vo Freistaat Sachsen erhalten. Das Gut dient zur Schweinezucht.
September 2010. Nach einem Vortrag in dem Karl-Heinz Hoffmann (Sprengstoffexperte und Gründer der 1980 verbotenen rechtsextremistischen Wehrsportgruppe Hoffmann) die „disziplinierte militärische Organisationsform“ für den „nationalen Widerstand“ angepriesen hatte, rast ein Auto voller Neonazis, darunter André Kapke, Steffen R. und Holger Gerlach in Richtung Jena. Einer der Männer telefoniert. Es fallen die Worte „Bauanleitung“ und „C4“. Das Telefon wird abgehört. Die Fahnder der Sonderkomission „Feuerball“ sind alarmiert weil C4 das Kurzzeichen für einen hochexplosiven Plastiksprengstoff ist. Daher werden bei einer großen Razzia von 200 Polizisten 16 Wohnungen und Treffpunkte, darunter die Wohnung und der Gutshof Hoffmanns durchsucht. Sprengstoff wurde jedoch nicht gefunden.
Nachdem der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) aufgeflogen ist, kündigte die Staatsanwaltschaft Jena die Wiederaufnahme der Untersuchungen an.
2011. Karl-Heinz Hoffmann kündigt auf seiner Internetseite ein Referat im sogenannten „Nationalen Zentrum“ der NPD in Leipzig mit den Themen „Rechtsbedenkliche Methoden der bundesdeutschen Justiz“, „Das Problem der globalen Überbefölkerung auf unseren Lebensraum“ und „Die wahre Geschichte der Wehrsportgruppe Hoffmann“ an. Kurz nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde und -Überfälle wurde das Referat jedoch abgesagt weil laut Aussage von Hoffman „die NPD meint, sie könne sich in Anbetracht des durch die Berichterstattung zur „Zwickauer Zelle“ ausgelösten antifasachistischen Tsunamis keine Veranstaltung erlauben.
Sommer 2012. Helmut Roewer (Ex-Präsident das Landesamts für Verfassungsschutz in Thüringen)sagt im NSU-Untersuchungsausschus: „Der Karl-Heinz Hoffmann? Das war doch der aus Kahla? Ja, den kenn ich, der hatte doch mit dem CDU-Abgeordneten Wolfgang Fiedler zu tun!“
15.01.2013. Im Jahr 2012 hat Hoffmann laut eigener Aussage bei „Report Mainz“  bundesweit 12 Vorträge gehalten. Darunter hat er bei einem konspirativen Treffen von ca. 30 Neonazis in Balingen in Baden-Württemberg zum Thema „Wesen und Wirken der Geheimdienste“ gesprochen. Daneben soll es auch um den politischen Kampf nach dem Auffliegen des NSU gegangen sein. Anwesend war auch Axel Heinzmann (Kandidat der NPD bei diversen Bürgermeisterwahlen). Eingeladen wurde offenbar von Freien Kameradschaften. An diversen Veranstaltungen sollen auch Funktionäre der verbotenen „Wiking Jugend“ teilgenommen haben.
Quellen
Aus: Gar Nix

 

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