Süddeutsche: Probelauf für den Holocaust


„Durch ein Fenster beobachtete ein Arzt das Sterben der Menschen“: 3000 Münchner wurden Opfer der NS-„Euthanasie“, Ärzte töteten Patienten durch Mangelernährung. Der Psychiater Michael von Cranach erläutert im SZ-Gespräch die Hintergründe der Krankenmorde, an die jetzt in München erinnert wird.

Von Wolfgang Görl

Am heutigen Freitag wird von 12 bis 15 Uhr auf dem Marienplatz der rund 3000 Münchner Opfer der NS-„Euthanasie“ gedacht. Bei der Veranstaltung, deren Schirmherr Oberbürgermeister Christian Ude ist, werden Namen der Getöteten und Dokumente verlesen. Einer der Redner ist Alt-OB Hans-Jochen Vogel. Initiator des Gedenkens ist die Arbeitsgruppe „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus“ in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum und dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität. Der Psychiater Michael von Cranach, der in der Arbeitsgruppe tätig ist, erläutert die Hintergründe.

SZ: Herr Cranach, was gab den Anstoß für ihre Aktion?

Michael von Cranach: Wir sind vier Leute in der Arbeitsgruppe, und wir bearbeiten dieses Thema im Rahmen des NS-Dokumentationszentrums. Mitglieder sind neben mir die Historikerinnen Annette Eberle und Sibylle von Tiedemann sowie der Medizinhistoriker Gerrit Hohendorf. Wir verfolgen zwei Projekte: Das eine ist ein Zeitzeugenprojekt, und zweitens arbeiten wir an einem Gedenkbuch der Münchner Opfer der Krankenmorde im Nationalsozialismus. Wir versuchen die Namen der Menschen herauszufinden, die damals ermordet wurden.

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