Inge Deutschkron in der Gedenkstunde für die Opfer des NS


Inge Deutschkron, Holocaust-Überlebende, mit einer berührenden Rede zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 30. Januar 2013 im Deutschen Bundestag.

 

Die deutsch-israelische Schriftstellerin Inge Deutschkron, 1922 im brandenburgischen Finsterwalde geboren und in Berlin aufgewachsen, hat in einer bewegenden Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismusdas Schicksal ihrer Familie geschildert, beginnend mit der „Machtergreifung“ vom 30. Januar 1933 bis zur Bonner Republik der Adenauer-Jahre. „Zerrissenes Leben“, so überschrieb sie ihren Vortrag.

„Lass Dir nichts gefallen, wehr Dich“

Der zehnjährigen Tochter des Oberstudienrats Dr. Martin Deutschkron habe die Mutter damals gesagt, sie gehöre nun zu einer Minderheit: „Lass Dir nichts gefallen, wenn Dich jemand angreifen will. Wehr Dich!“ Dieser Satz der Mutter sollte ihr ganzes Lebens bestimmen, sagte Inge Deutschkron.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wird seit 1996 begangen. Damit wird zugleich an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 erinnert. Zur Gedenkstunde am Mittwoch, 30. Januar 2013, begrüßte Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert neben Inge Deutschkron auch Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesratspräsident Winfried Kretschmann.

„Kampf gegen die Nazis“

Ihre Eltern seien damals nicht untätig gewesen im „Kampf gegen die Nazis“, sagte Inge Deutschkron. Sie seien Sozialisten und kämpften für den Sieg des Sozialismus in Deutschland, habe ihr die Mutter beiläufig gesagt, denn „nur dann würde die Gleichberechtigung aller Menschen gewährleistet und eine weitere Judenfeindschaft ausgeschlossen sein“.

Der Vater war bereits 1933 aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus dem Staatsdienst entlassen worden. Martin Deutschkron war als Freiwilliger in den ersten Weltkrieg gezogen, hatte an der Schlacht von Verdun teilgenommen und war Träger des Eisernen Kreuzes. Getragen habe er es nie, sagte Inge Deutschkron.

„Eine diskriminierende Isolation“

Getragen hat er auch nicht den gelben Stern, den zu tragen die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde im September 1941gezwungen wurden. „Tragt ihn mit Stolz, den gelben Stern“, hätten Funktionäre der Jüdischen Gemeinde versucht, ihre Mitglieder zu ermutigen, sagte Inge Deutschkron. Ihr Vater hatte Deutschland 1939 verlassen und war nach England emigriert, Inge und ihre Mutter blieben zurück.

„Die Mehrheit der Deutschen, denen ich in den Straßen Berlin begegnete, guckte weg, wenn sie diesen ,Stern‘ an mir bemerkte oder guckte durch mich, die Gezeichnete, durch oder drehte sich weg.“ Es habe erfreuliche Erlebnisse gegeben, etwa wenn Unbekannte in der U-Bahn oder auf der Straße einen Apfel oder eine Fleischmarke in die Manteltasche steckten, aber auch solche, die „ihrem Abschaum für die Jüdin“ Ausdruck gegeben hätten: „Fraglos, der ,Stern‘ schuf eine diskriminierende Isolation für uns.“

„Eine Riege von Unmenschen“

Inge Deutschkron schilderte, wie sich die Lage der Juden in Berlin immer mehr verschlimmerte: „In ein sogenanntes ,Judenhaus‘ eingewiesen, mussten sich immer zwei Personen ein Zimmer teilen. Um unsere Ausgrenzung perfekt zu machen wurden die Telefonkabel durchschnitten, nahm man uns die Radioapparate weg.“

Der Gang zum Friseur sei verboten worden, das Wäschewaschen in einem Salon, Seife durfte – wie Eier und Kuchen – nicht an Juden verkauft werden. Einkaufen sei nur von 16 bis 17 Uhr möglich gewesen, Kulturstätten Juden untersagt worden. Eine „Riege von Unmenschen“ im Reichsinnenministerium sei damit beschäftigt gewesen darüber nachzudenken, „wie man Leben zur Qual macht“.

Beamte in grauen Ledermänteln

Am 27. Februar 1943 schließlich habe die Regierung ihr Versprechen eines „judenfreien Berlins“ eingelöst, als die letzten Juden der „einstmals stolzen Jüdischen Gemeinde“ abgeholt wurden. Begonnen habe die Aktion bereits im Oktober 1941.

Die 65-jährige Zimmernachbarin, „typische Großmutter“, sei von Beamten in grauen Ledermänteln abgeholt worden und habe sich mit den Worten verabschiedet: „Die Herren wissen auch nicht, wohin ich komme. Ich melde mich, sobald ich kann.“

„Dieses Gefühl von Schuld verfolgte mich“

Die Gestapo habe die Organisation der Deportationen der Jüdischen Gemeinde überlassen, monatlich seien 1.000 oder 1.500 Berliner Juden „gen Osten“ gebracht worden – abhängig von den Kapazitäten der Deutschen Reichsbahn. Auf die persönliche Verriegelung der bis an den Rand mit Menschen gefüllten Waggons hätten die deutschen Beamten nicht verzichtet. „Zurück blieb die kleine Zahl derer, die ein Versteck gefunden hatten und in die Illegalität gingen, wie meine Mutter und ich“, sagte Inge Deutschkron.

Sie schilderte das Schuldgefühl, das sich angesichts der Deportationen bei ihr einstellte: „Mit welchem Recht, so fragte ich mich, verstecke ich mich, drückte ich mich vor einem Schicksal, das auch das meine hätte sein müssen? Dieses Gefühl von Schuld verfolgte mich, es ließ mich nie wieder los.“

„Diese Einladung kam nicht“

Inge und ihre Mutter überlebten und konnten 1946 den Vater in England besuchen, der vergebens auf Post aus Deutschland wartete, um wieder in den Schuldienst eintreten zu können. „Gewiss, seine vier Geschwister mit Familien gehörten zu den Mordopfern. Dennoch glaubte er weiter an die Deutschen, die damals seine Freunde waren und die sich nun verpflichtet fühlten wie er, ein neues Deutschland aufzubauen, das die Rechte eines jeden Menschen auf seine Fahnen schrieb. Doch dieser Ruf, diese Einladung kam nicht.“

Stattdessen habe ihm die englische Schuldbehörde die britische Staatsangehörigkeit angeboten: „Die Urkunde brachte der Postbote. Er nahm sie, stand stundenlang mit der Urkunde in der Hand, die ihn zum englischen Staatsbürger machte, am Fenster, guckte in die Ferne, ließ niemanden an sich heran. Woran dachte er wohl in diesen Momenten?“

„Für ein Deutschland der Freiheit und Demokratie“

Inge Deutschkron selbst war nach zweieinhalbjährigem Verstecken in Berlin „bereit, mich einzusetzen für ein Deutschland der Freiheit und der Demokratie“. Den Beweis dafür habe sie im ersten Nachkriegsjahr in Berlin erbracht, als die Sowjets sich bemüht hätten, ihren Bereich über ganz Berlin auszudehnen.

Die Redner schilderte auch das Verhalten der Deutschen nach dem Krieg, ihre Aufforderungen zu vergessen und zu vergeben: „Die meisten, denen ich in der provisorischen Bundeshauptstadt Bonn begegnete, hatten sie einfach aus ihrem Gedächtnis gestrichen, die Verbrechen, für die der deutsche Staat eine eigene Mordmaschinerie hatte errichten lassen und sie es geschehen ließen.“

„Wäre das doch die Wahrheit gewesen“

Das deutsche Volk der Nachkriegsjahre sei von seinem ersten Kanzler beschützt worden, der im Parlament behauptet habe, die Mehrheit der Deutschen wären Gegner der Verbrechen an den Juden gewesen. Viele hätten sogar den Juden geholfen, ihren Mördern zu entkommen. „Ach, wäre das doch die Wahrheit gewesen!“

Für sie selbst sei die Konsequenz gewesen, die lückenlose Wahrheit aufzuschreiben, präzise und emotionslos, „so wie ich es mit eigenen Augen gesehen hatte“.

„Vergleichbares darf nie wieder geschehen“

Wie besessen sei sie von der Idee gewesen, dass Vergleichbares nie wieder geschehen dürfe: „Dass Menschen anderen Menschen das Recht auf Leben streitig machen könnten – ganz gleich welcher Hautfarbe, welcher Religion, welcher politischen Einstellung, nicht hier und nicht anderswo.“

So lange die Frage Rätsel aufgebe, wie das Fürchterliche habe geschehen können, sei die Gefahr nicht gebannt, dass Verbrechen ähnlicher Art die Menschheit erneut heimsuchen: „Ich wollte daran mittun hier, heute und jetzt mit meinem ganzen Eifer, meiner ganzen Kraft“, sagte Inge Deutschkron.

Gedenken an die Opfer

Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte zu Beginn auf das Datum der Gedenkstunde, den 30. Januar, hingewiesen und daran erinnert, dass vor genau 80 Jahren Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde: „Damit begann das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte.“ Zwölf Jahre nur trennten dieses Datum von dem der Auschwitz-Befreiung – für Lammert eine „Ewigkeit des Grauens“.

„Wir gedenken heute aller Opfer der verbrecherischen Ideologie des Nationalsozialismus, aller Menschen, die um ihre materielle, seelische und physische Existenz gebracht und ihrer Würde beraubt wurden, der Verfolgten, Gemarterten, Gedemütigten, Ermordeten: Wir gedenken der europäischen Juden, Sinti und Roma, der zu ,Untermenschen‘ degradierten slawischen Völker, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, dem Hungertod preisgegebenen Kriegsgefangenen, der Opfer staatlicher Euthanasie, der Homosexuellen, aller, die sich aus religiösen, politischen oder schlicht menschlichen Beweggründen dem Terror widersetzten und deswegen der totalitären Staatsgewalt zum Opfer fielen. Wir gedenken Millionen und Abermillionen Toten“, sagte Lammert. Gedacht werde aber auch an die Überlebenden, die „an dem Grauen der Unmenschlichkeit seelisch zerbrochen sind“, und an jene, deren Familien damals ausgelöscht wurden.

Gut sei es, dass die Gedenkstunde vom öffentlich-rechtlichen Sender Phoenix übertragen werde: „Noch besser wäre es, wenn ARD oder ZDF es wie wir wichtig genug fänden, dieses Gedenken und diesen gemeinsamen Willen aller Demokraten einer breiten Öffentlichkeit im Hauptprogramm öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten zu vermitteln“, sagte Lammert unter großem Beifall.

„Kein Betriebsunfall der Geschichte“

Lammert betonte, dass die Machtübernahme der Nationalsozialisten kein Betriebsunfall in der Geschichte, dass sie weder zufällig noch zwangsläufig war: „Die Selbstaufgabe der Weimarer Demokratie ist und bleibt Warnung und Verpflichtung an die Nachgeborenen.“

Das Wissen um die Vergangenheit sei eine verbindliche Verpflichtung für alle Demokraten, ihre Stimme gegen jegliche Ansätze und Formen von Ausgrenzung, Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit zu erheben und danach zu handeln.

Größte Mordaktion des Zweiten Weltkriegs

Mit Blick auf die von einer fünftägigen Exkursion in die Ukraine zurückgekehrten 80 Teilnehmer der internationalen Jugendbegegnung des Bundestages sagte Lammert, die größte einzelne Mordaktion des Zweiten Weltkriegs in Babyn Jar bei Kiew sei zum Symbol des Völkermordes durch Gewehrkugeln geworden.

Am 29. und 30. September 1941 seien dort 33.771 ukrainische Juden erschossen worden. „Bis November 1943 wurden in dieser Schlucht weit mehr als hunderttausend Menschen ermordet, darunter Ukrainer, Russen, Weißrussen.“ In diesem Zusammenhang begrüßte er unter großem Beifall den französischen PriesterPatrick Debois, der in den vergangenen zehn Jahren Hunderte Massengräber der Anonymität entrissen hatte.

Neues Entschädigungsabkommen

Die Verantwortung Deutschlands für diese Verbrechen drücke sich nicht zuletzt im neuen Entschädigungsabkommen aus, das die Bundesrepublik und die Jewish Claims Conference im November 2012 unterzeichnet hatten, „nachdem die Holocaust-Überlebenden aus Osteuropa so lange auf eine materielle Anerkennung ihrer Verfolgung und Leiden warten mussten“.

Inge Deutschkron als eine von etwa 1.700 geretteten Berliner Juden habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an den Holocaust in Deutschland lebendig zu halten und dabei auch jene Helferinnen und Helfer bekannt zu machen, die Zivilcourage gezeigt und Verfolgte gerettet hätten. Ihr großes Verdienst sei es, dass sie ihre Erlebnisse an junge Menschen weitergebe und ihnen am Beispiel der „stillen Helden“ zeige, dass es auch in den Zeiten des Terrors möglich war, Menschlichkeit zu beweisen: „Sie tragen dazu bei, eine Generation der Zeugen von Zeugen zu bilden.“

Synagogalmusik von Louis Lewandowski

Eingestimmt in die Gedenkstunde hatten Klänge der Synagogalmusik des preußisch-jüdischen Komponisten Louis Lewandowski (1821-1894). Dessen jüdisches Totengedenken Enosch K’chozir Jomow trug das Synagogal Ensemble Berlin ebenso vor wie später das traditionelle Gebet „El Male Rachamim“, in dem die Namen einiger Konzentrationslager zum Gedenken an die Holocaust-Opfer genannt werden. Abgeordnete und Gäste erhoben sich dazu von den Sitzen.

Den Abschluss bildete die Hymne „Adon Olam“ in der Vertonung des österreichisch-jüdischen Komponisten Salomon Sulzer (1804-1889). (vom/30.01.2013)

Rede von Inge Deutschkron

Es gilt das gesprochen Wort

Verehrte Damen und Herrn,

Dicht an dicht, so standen sie am Straßenrand in jener Nacht des 30. Januar 1933. Männer und Frauen, Junge und Alte. Und sie grüßten die vielen Hunderte, die in ihren khakifarbenen Uniformen mit dröhnendem Marschtritt durch das Brandenburger Tor in die Stadt einmarschierten – brennende Fackeln in ihren Händen. Die Massen am Straßenrand rissen ihre Arme hoch dem Himmel entgegen und schrien ihre Begeisterung hinaus über die Machtergreifung, wie die neuen Herren des Deutschen Reiches ihren auf demokratische Weise errungenen Wahlsieg bezeichneten. Und die marschierenden Kolonnen sangen ihre Lieder dazu: „Wenn´s Judenblut vom Messer spritzt, dann geht´s noch mal so gut“, war eines davon. War ´s nur ein Lied oder symbolischer Ausdruck ihrer Politik?

„Mein Kind, Du bist Jüdin.“ Meine Mutter setzte sich zu mir, wie so oft, wenn sie mir etwas Wichtiges mitteilen wollte. Es war wenige Tage, nachdem die NSDAP die Macht in Deutschland übernommen hatte. „Du gehörst nun zu einer Minderheit“, sagte sie mit fester Stimme. „Du musst den andern in Deiner Klasse zeigen, dass Du deshalb nicht geringer bist als sie.“ Sie wisse natürlich, dass ich das auch tun würde. Energischer werdend fügte sie hinzu: „Lass Dir nichts gefallen, wenn Dich jemand angreifen will. Wehr Dich!“ Ein Satz, der mein ganzes Leben bestimmen sollte…

Doch, was war das, eine Jüdin? Ich fragte nicht danach… Irgendwie schien mir dies ein schwieriges Thema zu sein. Möglicherweise hatte es etwas mit Religion zu tun. Ein Fach, das in meiner Schule nicht gelehrt worden war und zu Hause keine Rolle spielte. Ich weiß auch heute nicht mehr, ob meine Mutter ihre Feststellung näher erläutert hatte. Ich weiß nur noch, dass ich sie nicht verstand.

Hingegen wusste ich genau, wer die Nazis waren, was ihre Ziele und wer dieser Hitler war. Das hatte meine Mutter mir erklärt. Sie wollte, dass ich die Gründe für ihre vielen Aktivitäten verstand, die alle dem Kampf gegen die Nazis galten. Und das dies dazu führte, dass sie mich immer öfter allein in der Obhut unserer Haushaltshilfe zu Hause lassen musste. Sie seien Sozialisten, hatte meine Mutter einmal beiläufig gesagt. Sie kämpften für den Sieg des Sozialismus in Deutschland, denn nur dann würde die Gleichberechtigung aller Menschen gewährleistet und eine weitere Judenfeindschaft ausgeschlossen sein.

Oft konnte ich des Abends nicht einschlafen und horchte auf Tritte im Treppenhaus. Waren es die von Stiefeln, bekam ich Angst, es könnten die von

SA-Männern sein, die kämen, um meinen Vater zu verhaften. Verhaftung – das Wort war mir bald nicht mehr fremd. Häufig wurden Menschen verhaftet, die aus ihrer gegnerischen Haltung zur „neuen Ordnung“ keinen Hehl gemacht hatten. Dann wurden sie in Folterkellern der SA, irgendwo in Berlin, gequält. Das entnahm ich Gesprächsfetzen, die ich, an der Tür zum Arbeitszimmer meines Vaters lauschend, aufschnappen konnte. „Ich musste auf allen Vieren wie ein Hund durch einen langen Gang kriechen, während SA-Männer mit Peitschen auf mich eindroschen.“

Ich verschwieg meine Ängste. Es war das erste Mal, dass meine Mutter nicht mit mir über ihre Sorgen sprach. Ich spürte deutlich, dass sich unser Leben in den letzten Wochen verändert hatte. Es war ernster geworden… Bei uns wurde immer viel gelacht. Nun war man eher schweigsam, nachdenklich. So schien es mir, wenn wir drei am Mittagstisch saßen. Auf Fragen oder Berichte aus der Schule, auf die meine Mutter immer großen Wert gelegt hatte, erhielt ich, ganz entgegen früheren Gewohnheiten, nur spärlich Antwort. Obgleich ich die Einzelheiten und Zusammenhänge nicht kannte und auch nicht übersehen konnte, spürte ich deutlich die Spannung, die mein Elternhaus nun beherrschte.

Doch auch die Atmosphäre der Stadt war verändert. Das Leben in den Straßen war lauter geworden, unfreundlicher. Lautsprecher verkündeten mit kreischender Stimme die unabänderliche Oberhoheit der neuen Machthaber und die große Chance, die dem deutschen Volk damit gegeben worden sei. Zeitungsverkäufer schrien die Schlagzeilen ihrer Zeitungen den potentiellen Käufern entgegen, auf dass sie die Gunst der Stunde richtig einschätzten. Litfasssäulen und Mauern waren verschandelt und mit Parolen der Partei beschmiert und weithin sichtbar. An manchen Sonntagen eilten Massen von Berlinern zu öffentlichen Plätzen, um die ersten zu sein, denen bekannte Schauspieler mit großen Kellen aus Gulaschkanonen im Namen der Partei einen Eintopf servierten. Ein Volksfest war´s mit Trommeln, Trompeten und Querpfeifen zur Festigung der Bande zwischen einem begeisterten Volk und der NSDAP.

Nie zuvor und nie wieder habe ich meinen Vater so empört gesehen wie bei der Lektüre eines Briefes mit dem Stempel des 7. April 1933. Der Absender war das Provinzialschulkollegium. Er enthielt die Mitteilung, dass das erste von der neuen Reichsregierung erlassene Gesetz gegen ihre politischen Gegner und Juden auch gegen meinen Vater angewendet werden würde. Dieses Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums bestimmte die Entlassung all jener aus dem Staatsdienst, deren „politische Betätigung nicht die Gewähr dafür bietet, dass sie jederzeit rückhaltlos für den Nationalstaat eintreten würden“.

„Ich, der ich als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teilgenommen habe, dürfte wohl damit meine positive Einstellung zum Nationalstaat bewiesen haben“, antwortete mein Vater auf diesen Brief. Seine Empörung sprach deutlich aus seinen Worten. Einer Antwort seitens des Ministeriums wurde der Oberstudienrat Dr. Martin Deutschkron nicht mehr gewürdigt. Das Gesetz wurde erlassen und ausgeführt. Viele ehemalige Beamte und Angestellte führte dieses Gesetz in die Arbeitslosigkeit. Auch unser Budget musste drastisch gekürzt werden.

Mein Vater erzählte auch auf Aufforderung nur selten über seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg. Man merkte ihm an, dass es ihm schwer fiel, darüber zu sprechen, was damals an Grausamkeit nicht zu überbieten war. Es war die Schlacht von Verdun 1917, an der er teilgenommen hatte.

„Ich sehe es noch heute vor mir, wie eine Kugel meinen Kameraden traf.“ Für die Teilnahme an diesem Ersten Weltkrieg verlieh der Staat meinem Vater das Eiserne Kreuz. Er legte es in eine Schublade, getragen hat er es nie. Es verschwand auf mysteriöse Weise im Laufe unseres zerrissenen Lebens.

„Tragt ihn mit Stolz, den gelben Stern.“ Mit diesen Worten versuchten Funktionäre der Jüdischen Gemeinde ihre Mitglieder zu ermutigen, als wir im September 1941 gezwungen wurden, diesen gelben Lappen am äußersten Kleidungsstück in Herzhöhe zu befestigen. „Fest angenäht“, so stand es im Gesetz, das für Kinder ab sechs Jahren galt. Mit Stolz? Die Mehrheit der Deutschen, denen ich in den Straßen Berlins begegnete, guckte weg, wenn sie diesen „Stern“ an mir bemerkte oder guckte durch mich, die Gezeichnete, durch oder drehte sich weg.

Wie auch andere Juden hatte ich gelegentlich erfreuliche Erlebnisse. Ich erinnere mich, wie Unbekannte in der U-Bahn oder auf der Straße, meist im dichten Gewühl der Großstadt, ganz nah an mich herantraten und mir etwas in die Manteltasche steckten, während sie in eine andere Richtung guckten. Mal war es ein Apfel, mal eine Fleischmarke, Dinge, die Juden offiziell nicht erhielten. Wie so vieles, was unsere Hungerrationen hätte aufbessern können. Doch es gab auch andere, solche, die mich mit Hass ansahen oder hässliche Grimassen vor mir schnitten, um ihrem Abscheu für die Jüdin Ausdruck zu geben. Fraglos, der „Stern“ schuf eine diskriminierende Isolation für uns. Auf der Straße gewöhnte ich mir an, meinem Gesicht den Ausdruck einer Maske zu geben. Niemand sollte auch nur ahnen, wie es wirklich um mich stand.

Was bedeutete eigentlich dieser „Stern“ jenen, die ihn uns zu tragen zwangen? fragte ich mich. War er als Zielscheibe gedacht oder als Hinweis für die Richtung, die uns den Weg zu einem schrecklichen Ende wies?  Ich dachte darüber nach. Ich kam zu dem Schluss, dass es doch wohl sinnlos wäre, wenn man uns im Vorhinein auf diese Weise über unser Ende informieren würde, so dass wir uns ängstigten und nicht wie bisher gelassen den Befehlen folgten.

Und so reagierte ich unmutig, wenn meine Mutter mit Gerüchten über das, was uns bevorstehen sollte, nach Hause kam. Ich bat sie, mich damit zu verschonen. „Aber vielleicht sind diese Gerüchte dennoch wahr?“ hielt meine Mutter dagegen.

Nichts konnte darüber hinwegtäuschen, dass die Lage der Juden von Berlin immer kritischer wurde. Fast täglich gab die Regierung neue Gesetze, neue Vorschriften, neue Verbote für Juden bekannt, nach denen wir leben mussten. In ein so genanntes „Judenhaus“ eingewiesen, mussten sich immer zwei Personen ein Zimmer teilen. Um unsere Ausgrenzung perfekt zu machen, wurden die Telefonkabel durchschnitten, nahm man uns die Radioapparate weg. Der Gang zum Friseur wurde verboten, sowie das Waschen unserer Wäsche in einem Salon. Seife durfte uns nicht verkauft werden. Auch Eier und Kuchen nicht. Das Einkaufen der wenigen uns zugeteilten Lebensmittel war nur zwischen 16 und 17 Uhr erlaubt. Besuche von Kulturstätten waren Juden als erstes untersagt worden: es schloss den Spaziergang „im Grünen“ ein. Haustiere wurden Opfer der angeblichen „Rasse ihrer Herrchen“. Ach, es muss zu jener Zeit eine Riege von Unmenschen im Reichsinnenministerium beschäftigt worden sein, deren einzige Aufgabe es war, darüber nachzudenken, wie man Leben zur Qual macht.

Lautes Motorengeräusch von Polizeiflitzern, die zu so ungewöhnlich früher Stunde durch Berlins Straßen rasten, vor einem Haus plötzlich hart bremsten, unterbrach die morgendliche Stille am 27. Februar 1943.

Ein Polizist sprang aus dem Auto, stürzte in ein Haus, kam nach wenigen Minuten mit einem Menschen zurück, hatte ihn fest im Griff, schob ihn unsanft in den Wagen, fuhr zum nächsten Haus. Dort das gleiche Bild. Die wenigen Passanten, wohl auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle, beschleunigten ihre Schritte. Sie ahnten wohl, dass sich hier etwas Ungewöhnliches abspielte. Nur nichts sehen, was man hier getan hat, nur nicht wissen, was man hier tut, so oder ähnlich schienen ihre Reaktionen. In den Häusern ging Licht an. Schemenhaft sah man Gesichter hinter dem Vorhang der Küchenfenster, von wo aus man das Geschehen auf der Straße am besten verfolgen konnte.

Man holte Juden ab. Die letzten der einstmals stolzen Jüdischen Gemeinde, die sich noch in Berlin befanden. Damit löste die Nazi-Regierung ihr Versprechen ein, das sie dem deutschen Volk gegeben hatte: Berlin soll judenrein werden!

Diese Aktion hatte im Oktober 1941 begonnen. Damals erhielten tausend Menschen von der Jüdischen Gemeinde Formulare, auf denen sie angeben mussten, was sie noch besaßen. Die ausgefüllten Formulare mussten an die Jüdische Gemeinde zurückgeschickt werden, die gezwungen war, alles auszuführen, was die Gestapo ihr auftrug.

Am 16. Oktober holten Gestapobeamte noch eigenhändig die Tausend ab, deren Besitztum ihnen von den Formularen her bekannt war. Nach 20 Uhr versteht sich. Die Uhrzeit, zu der Juden dem Gesetz entsprechend zu Hause sein mussten.

Die Beamten in ihren grauen Ledermänteln forderten Klara Sara Hohenstein, unsere Zimmernachbarin, eine etwa 65-jährige Dame, die typische Großmutter. Zehn Minuten später verabschiedete sie sich von uns: „Die Herren wissen auch nicht, wohin ich komme. Ich melde mich, sobald ich kann.“

Mit einer gewissen Regelmäßigkeit ging von da an jeden Monat ein Transport mit 1.000 oder 1.500 Menschen aus Berlin „gen Osten“ ab. Die Zahl der zu Deportierenden hing von der Kapazität der Deutschen Reichsbahn ab. Nun allerdings überließ die Gestapo die gesamte Organisation der Deportationen der Jüdischen Gemeinde. Nur auf die persönliche Verriegelung der mit Menschen bis an den Rand gefüllten Waggons verzichteten die deutschen Beamten nicht.

Die letzten Berliner Juden holte man vornehmlich aus Fabriken ab, wo sie zur Herstellung von Munition für Hitlers Kriege zwangsverpflichtet gewesen waren.

Dieser Tag ist als „Fabrikaktion“ in die Annalen der Judenverfolgung in Deutschland eingegangen. Doch man ergriff sie auch, wo und wie man sie fand: in ihren Wohnungen, auf der Straße, im Morgenrock, im Arbeitskittel. Ahnungslos folgten sie den Anweisungen, genau wie die Deportierten vor ihnen, von deren Schicksal sie nichts wussten. Zurück blieb die kleine Zahl derer, die ein Versteck gefunden hatten und in die Illegalität gingen wie meine Mutter und ich.

Auch ich sah sie vom Fenster aus, sehe sie noch heute, in ihrem Erschrecken wie erstarrt, von Polizisten in die Wagen gestoßen. „Schnell, schnell, schnell“, trieb man sie an. Diese letzte Deportation aus Berlin dauerte mehrere Tage.

Dann waren sie alle weg – meine Familie, meine Freunde, die blinden jüdischen Bürstenzieher von Otto Weidt, die jüdischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, ihre Orden noch am Revers ihres Mantels. Wir hatten keinen Schrei gehört, sahen kein Aufbegehren; blickten ihnen nach, wie sie gehorsam ihren letzten Weg antraten.

Des Nachts sah ich sie wieder vor mir, hörte nicht auf, an sie zu denken: wo waren sie jetzt? Was tat man ihnen an? Ich begann mich schuldig zu fühlen. Mit welchem Recht, so fragte ich mich, verstecke ich mich, drückte ich mich vor einem Schicksal, das auch das Meine hätte sein müssen? Dieses Gefühl von Schuld verfolgte mich, es ließ mich nie wieder los.

Ein Jahr nach Kriegsende erhielten meine Mutter und ich die Erlaubnis zur Einreise nach England. Begleitet von Emigranten holte mein Vater uns vom Bahnhof in London ab. Ich sah es sofort: für die Emigranten waren wir wie die Abgesandten ihrer ermordeten Angehörigen. Sie kämpften mit Tränen, als sie uns sahen.

Wir waren wie eine Bestätigung, dass die Ihren den Kampf um ihr Leben in Nazi-Deutschland verloren hatten. Und wieder war es da, das Gefühl meiner Schuld.

Dieses Gefühl wich zeitweise der Sprachlosigkeit, wenn Menschen im Nachkriegsdeutschland zu mir sagten: „So vergessen sie doch“, wenn sie mich nicht anders zum Schweigen bringen konnten. „Sie müssen doch auch vergeben können“, meinten sie. „Es ist doch schon so lange her.“ Die meisten, denen ich in der provisorischen Bundeshauptstadt Bonn begegnete, hatten sie einfach aus ihrem Gedächtnis gestrichen, die Verbrechen, für die der deutsche Staat eine eigene Mordmaschinerie hatte errichten lassen und sie es geschehen ließen.

Da wusste ich plötzlich, was meine Pflicht war, die mir meine Schuld auferlegte: ich musste es niederschreiben. Die Wahrheit, die lückenlose Wahrheit, präzise und emotionslos, so wie ich es mit eigenen Augen gesehen hatte. Es ging mir dabei nicht darum, dass die Schuldigen und jene, die dazu geschwiegen hatten, versuchen sollten, einen Weg der Sühne dem jüdischen Volk gegenüber zu finden. Nein, nein, das wäre sinnlos gewesen. Das deutsche Volk jener ersten Nachkriegsjahre wurde beschützt von seinem ersten Kanzler, der im Parlament in einer Regierungserklärung behauptet hatte, die Mehrheit der Deutschen wären Gegner der Verbrechen an den Juden gewesen. Viele von ihnen hätten sogar den Juden geholfen, ihren Mördern zu entkommen. Ach, wäre das doch die Wahrheit gewesen!

Ich aber war wie besessen von der Idee, dass Vergleichbares nie wieder geschehen dürfe. Dass Menschen anderen Menschen das Recht auf Leben streitig machen könnten – ganz gleich welcher Hautfarbe, welcher Religion, welcher politischen Einstellung, nicht hier und nicht anderswo. Und um dieses Zieles wegen gilt es, die Wahrheit zu wissen, die ganze Wahrheit. Denn solange die Frage Rätsel aufgibt, wie konnte das Fürchterliche geschehen, ist die Gefahr nicht gebannt, dass Verbrechen ähnlicher Art die Menschheit erneut heimsuchen.

Ich wollte daran mittun hier, heute und jetzt mit meinem ganzen Eifer, meiner ganzen Kraft.

Sieben Jahre waren wir getrennt, mein Vater und ich. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte mein Vater noch nach England fliehen können. Er blieb in meiner Erinnerung als relativ kleiner Mann, aber kraftvoll in seinen Bewegungen, ein beliebter Lehrer und politischer Kämpfer, voller Energie und Tatendrang. Meine Mutter unterstützte dieses Bild von ihrem Mann in der Erinnerung sieben Jahre lang. Und nun saß er mir gegenüber in Birmingham, einer damals lieb- und leblosen Stadt in Mittelengland, müde, erschöpft, wie es mir schien, passiv dem Leben gegenüber. Während der sieben Jahre hatte er um eine Existenz in England ringen müssen, ohne Rücksicht auf die Gründe seiner Flucht aus Nazi-Deutschland. Mal störte sein so deutscher Name, mal sein ebenso deutscher Akzent.

Ich hingegen hatte in jenen Jahren um mein Überleben kämpfen müssen – 2 ½ Jahre in Verstecken mit Hilfe von Freunden meiner Eltern, die ihr Leben für meine Mutter und mich riskiert hatten. Und wie sie war ich nun nach dem Krieg bereit, mich einzusetzen für ein Deutschland der Freiheit und der Demokratie. Den Beweis dafür erbrachte ich im ersten Nachkriegsjahr in Berlin, gerade 23 Jahre alt, als die Sowjets sich mühten, ihren Bereich über ganz Berlin auszudehnen.

Ich merkte, dass mein Vater irritiert war. Er hatte 1939 einen Teenager zurückgelassen und mich so in Erinnerung behalten. Nun stand vor ihm eine energische junge Frau, die das Kämpfen für Freiheit und Recht zur Maxime ihres Lebens gemacht hatte. Seine Augen glänzten ein wenig, als er mir plötzlich gestand, einst ähnlich gesprochen zu haben. Dann gab er mir gegenüber schließlich zu, dass er mit dem Kriegsende einen Rückruf nach Berlin erwartet hatte. Man habe ihn 1933 im wahrsten Sinne des Wortes rausgeschmissen.

Daher, so meinte er, müsste man ihn nun, den nicht ganz unbekannten Pädagogen, zur Rückkehr einladen. Gewiss, seine vier Geschwister mit Familien gehörten zu den Mordopfern. Dennoch glaubte er weiter an die Deutschen, die damals seine Freunde waren und die sich nun verpflichtet fühlten wie er, ein neues Deutschland aufzubauen, das die Rechte eines jeden Menschen auf seine Fahnen schrieb. Doch dieser Ruf, diese Einladung kam nicht. Als er dies sagte, wandte er seinen Blick von mir ab, als wolle er nicht den Eindruck erwecken, er neide mir meine Zielsicherheit und meine Willenskraft.

Nun fuhr er fort, in englischen Schulen Deutsch zu lehren. Jeden Morgen suchte er im Briefkasten nach Post aus Berlin. An seiner Stelle kam ein Brief von einer englischen Schulbehörde, die ihm nahe legte, die Britische Staatsangehörigkeit anzunehmen, wenn er weiter in England lehren wollte. Tagelang überlegte er, kämpfte er mit sich. Dann sagte er zu.

Die Urkunde brachte der Postbote. Er nahm sie, stand stundenlang mit der Urkunde in der Hand, die ihn zum englischen Staatsbürger machte, am Fenster, guckte in die Ferne, ließ niemanden an sich heran.

Woran dachte er wohl in diesen Momenten?

 

ein Kommentar

  1. Hallo! Auch ich habe Frau Deutschkrons beeindruckende Rede gehört. Ihr Satz „Ahnungslos folgten sie den Anweisungen, genau wie die Deportierten vor ihnen, von deren Schicksal sie nichts wussten.“ kann jedoch bedauerlicherweise von alll jenen, die behaupten, damals von allem nichts mitbekommen zu haben, als Ausrede dienen: da man nichts wusste, konnte man auch nichts tun.- Norbert Lammers Ausführungen zu den Erschießungen waren eine wichtige Ergänzung zu unserer Formel „Auschwitz“. Nur wenige wissen, dass deutsche SS-Männer, Soldaten, Polizisten u.a. mehr Menschen erschossen als in den Gaskammern ermordet wurden. Ich bin überzeugt, wer damals wissen wollte, was geschah, der konnte es wissen. Vielmehr bedurfte es wohl einiger Anstrengungen, um alle Informationsmöglichkeiten, Gerüchte, klare Aussagen in Hitlers Reden usw. auszublenden. E. Kattwinkel

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