Kölner Stadt Anzeiger: Einmal Nazi, immer Nazi?


Kay Diesner war eines der bekanntesten Gesichter der rechtsextremen Gewalt in Deutschland. Heute will der 40-Jährige kein Nazi mehr sein. Symbolbild  Foto: dpa
Seit 16 Jahren sitzt Kay Diesner im Gefängnis, weil er aus rechtsextremer Überzeugung tötete. Dafür wurde er in der Szene lange als Märtyrer gefeiert. Doch heute will Diesner kein Neonazi mehr sein. Im Interview mit Nadja Erb erklärt er, warum.

Er war eines der bekanntesten Gesichter der rechtsextremen Gewalt in Deutschland, zog mit Pump-Gun und Pitbull in den Krieg gegen die Demokratie, als der „Nationalsozialistische Untergrund“ sich gerade erst formierte. Er schoss 1997 in Berlin den linken Buchhändler Klaus Baltruschat nieder und verletzte ihn so schwer, dass dieser einen Arm verlor. Vier Tage später erschoss er in Schleswig-Holstein den Polizisten Stefan Grage und verletzte dessen Kollegen Stefan Kussauer schwer. „Wahnsinn“, nennt Kay Diesner das heute. 16 Jahre später will der Mann,  der einst aus rechtsextremer Überzeugung mordete, kein Nazi mehr sein. Im Interview will er seinen Gesinnungswandel erklären. Das Gespräch findet telefonisch statt, ein Justizbeamter hört mit. Diesner, heute 40 Jahre alt,  sitzt in der Justizvollzugsanstalt Lübeck ein.

***

Herr Diesner, Sie wurden wegen Mordes und Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Wie beurteilen Sie Ihre Taten heute?

Kay Diesner: Das sind Verbrechen, die nicht wiedergutzumachen sind. Die ich aus Hass begangen habe, aus wirrem ideologischem Hass. Ich bin schuld am Tod eines Menschen.  Und ich habe noch zwei Menschen verletzt und die Familien.  Ich bin also schuld am Leid vieler Menschen.  Das ist einfach unentschuldbar, was ich gemacht habe.

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