Welt: Die NSU-Spur, die nach Baden-Württemberg führt


Die Mitglieder der Zwickauer Zelle pflegten enge Kontakte zu Neonazis in Baden-Württemberg, die sie liebevoll „Spätzles“ nannten. Das LKA soll jetzt herausfinden, ob der NSU im Südwesten Hilfe bekam.Von     und Martin Lutz

Es ist einer der wichtigsten Prozesse in der Geschichte der Bundesrepublik: Ab Mitte April wird die Hauptangeklagte Beate Zschäpe gemeinsam mit vier mutmaßlichen Unterstützern und Helfern derrechtsextremistischen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) vor dem Oberlandesgericht München stehen.


Das vermutlich 2004 aufgenommene Foto zeigt die drei mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos (l.), Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt

Jahrelang war der NSU unerkannt quer durch die Republik gezogen. Zurück blieben allein Spuren von zehn Morden. Vor allem der Tod der Polizistin Michèle Kiesewetter erscheint auch heute noch merkwürdig. 2007 wurde sie während der Mittagspause in Heilbronn mit einem Kopfschuss hingerichtet. Die damals 22-jährige Polizistin ist das einzige mutmaßliche NSU-Opfer ohne Migrationshintergrund. Und nach ihrem Tod stoppte die Mordserie der Terrorzelle.

Manche betrachten den NSU bis heute als ostdeutsches Phänomen. „Zwickauer Zelle“ heißt das Neonazi-Trio auch – benannt nach dem letzten Wohnort von Zschäpe und ihren Komplizen Uwe Böhnhardt sowie Uwe Mundlos, die sich am 4. November 2011 mit ihren eigenen Waffen gerichtet hatten. Auch Innenexperten im Südwesten glaubten zuletzt noch, dass nicht übermäßig viele Spuren in ihre Heimat führen würden.

„Puzzleteile aus Thüringen und Sachsen“

 

Doch seit dem rot-grünen Regierungswechsel in Baden-Württemberg hat ein Umdenken eingesetzt. Politiker der neuen Koalition haben den Eindruck, das viele Hinweise zum NSU verschlampt, vernichtet oder sogar bewusst vertuscht worden sind. Kurz vor dem Prozessbeginn gegen Zschäpe will Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) nun genau untersuchen lassen, welche Verbindungen das Terror-Trio in den Südwesten hatte. Dafür hat er die Ermittlungsgruppe „Umfeld“ beim Landeskriminalamt (LKA) gegründet.

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