Nordhausen: Einladung zum Erinnerungsspaziergang| Heute 18 Uhr, Theaterplatz


Am 03. April jährt sich die Bombardierung Nordhausens zum 68. Mal. Wie auch in den vergangenen Jahren nutzt die rechtsextreme Szene dieses Datum bereits im Vorfeld, um ihre verfälschende Geschichtssicht zu verbreiten, Opfermythen zu konstruieren und die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen.

Am 27. März verabschiedeten deshalb die demokratischen Stadtratsfraktionen eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Vereinnahmung des Gedenkens durch rechtsextreme Gruppierungen und Parteien zurück wiesen. Die NPD veröffentlichte daraufhin eine eigene Erklärung. Darin sprach sie unter anderem denjenigen das Menschsein ab, die im Zuge des Gedenkens an die Bombardierung auch auf den Ausgangspunkt hinweisen, nämlich den von Deutschland entfesselten Krieg. Die NPD stellt sich damit in eine geistige Linie mit ihren Mitläufern, den sogenannten „Freien Kräften“ und ihren Vorläufern, die ebenfalls Andersdenkende und Personen entmenschlichten, die nicht in ihr rassistisch-völkisches Weltbild passten.

Seit dem Ostersonntag rufen die NPD und andere rechtsextreme Gruppen gemeinsam im Internet zu einer eigenen Gedenkkundgebung auf.

Wir, das Bündnis gegen Rechtsextremismus, wenden uns gegen eine Verfälschung der Geschichte und eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Das Aufrechnen von Schuld verhöhnt die Opfer und das ehrliche, individuelle Gedenken an sie.

Wir laden deshalb zu einem Erinnerungsspaziergang an Orte ein, an denen die Zerstörung Nordhausens besonders sichtbar ist. An diesen Orten werden wir ein ehrliches Gedenken ermöglichen, das den historischen Kontext nicht leugnet. Wir werden aber auch an die Ursache der Zerstörung erinnern: das Verbrechen des von Deutschland entfesselten Krieges, der Europa zerstörte und Millionen Menschen das Leben kostete. Dieser Erinnerungsspaziergang soll ein deutliches Zeichen setzen, gegen die Bestrebungen rechtsextremes Gedankengut in Nordhausen gesellschaftsfähig zu machen.

Aus diesem Grund laden wir alle Nordhäuserinnen und Nordhäuser ein, mit uns ein Zeichen für ein Erinnern zu setzen, das die Menschenwürde und geschichtliche Zusammenhänge gleichermaßen respektiert.

Der Spaziergang beginnt am 03. April 2013 um 18 Uhr auf dem Theaterplatz.

 

Hintergrund:

Das Bündnis

Wir, das »Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen« (BgR-NDH), sind ein Zusammenschluss demokratisch antifaschistisch gesinnter Bürger und Bürgerinnen vertreten durch Parteien, Organisationen, Vereine, Kirchen und Einzelpersonen, die rechtsextremen Gruppierungen, Einstellungen und Tendenzen entgegentreten wollen.

Über parteipolitische Grenzen hinaus versteht sich das »BgR-NDH« als Stimme und Ausdruck einer demokratischen, antifaschistischen Mehrheit in Nordhausen und Umgebung. Wir, als »BgR-NDH«, bündeln Kräfte und bieten eine Plattform für schnelles Agieren und Reagieren, um so die gesellschaftliche Ablehnung rechtsextremer Einstellungen deutlich zu machen und zum Ausdruck zu bringen.

Wir wollen ein demokratisches, antifaschistisches und emanzipatorisches  Klima in Nordhausen schaffen und erhalten, den rechtsextremen Parteien und Gruppierungen Widerstand entgegensetzen und den Rechtspopulismus und die Demagogie rechtsextremer Parteien und Personen entlarven.

Das »BgR-NDH« lebt davon, dass sich Menschen unabhängig von gesellschaftlichen Funktionen und Positionen, sozialen Beziehungen, Herkunft, Religion und dem Geschlecht engagieren und somit eigenständige Handlungsperspektiven  entwickeln.

Auf unserer Internetseite erfahren sie Alles wissenswerte über geplante Aktionen und Vorhaben, ebenso finden sie hier weiterführende Informationen rund um das Thema Rechtsextremismus. Wir freuen uns über Ihren Besuch und möchten sie ermuntern unser Anliegen zu unterstützen, gar mit zu wirken. Haben Sie keine Scheu, uns eine E-Mail zu schreiben, oder uns auf eine unserer Veranstaltungen anzusprechen.

der SprecherInnenrat, des Bündnis gegen Rechtsextremismus in Nordhausen
 

DAS SELBSTVERSTÄNDNIS DES BGR NORDHAUSEN

WER SIND WIR?

Wir, das »Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen« (BgR-NDH), sind einZusammenschluss demokratisch antifaschistisch gesinnter Bürger und Bürgerinnenvertreten durch Parteien, Organisationen, Vereine, Kirchen und Einzelpersonen, die rechtsextremen Gruppierungen, Einstellungen und Tendenzen entgegentreten wollen.

 

  • Bürgerbündnisse haben in Nordhausen eine lange Tradition.
  • Mit der angekündigten NPD-Demonstration 2006, im Rahmen der »Antikap-Kampagne« von Rechts, fand das seit Anfang der 90er Jahre bestehende »BgR« erneutzusammen und besteht seitdem in seiner jetzigen Form als »Bündnis gegenRechtsextremismus in Nordhausen«.
  • Das »BgR-NDH« hat im wesentlichen durch die gelungen Aktionen gegen den rechtsextremen Aufmarsch am 07.10.2006 dazu beigetragen, dass in der breiten Öffentlichkeit deutlich wurde: « … rechtsextremes Gedankengut hat in Nordhausen und darüber hinaus keinen Platz!«.
  • Um aus einer Reaktion eine Aktion werden zu lassen, verständigten sich die Mitglieder/-innen auf eine weiterführende nachhaltige Zusammenarbeit, die geprägt ist durch Informationsveranstaltungen, Vorträge, Diskussionen und Filmabende … .
  • Auf Initiative des »BgR-NDH«s hat die Stadt Nordhausen an der Ausschreibung zum Bundesprogramm »Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie«teilgenommen. In enger Zusammenarbeit mit dem »BgR« wurde der Antrag eingereicht und bewilligt. Seither unterstützt das »BgR« das Anliegen des lokalen Aktionsplanes und beantragte und realisiert das eigene Projekt, »büz – die Bürgerzeitung«.

Die NPD erzielte bei der Europawahl 2004 mit 617 Stimmen und bei der Bundestagswahl 2005 mit 749 Erststimmen/706 Zweitstimmen ein erschreckend hohes Wahlergebnis in Nordhausen. Es ist zu befürchten, das die NPD bei den nächsten Wahlen Sitze in Stadt- und Kreisparlament erlangt. Um den heutigen Rechtsextremismus und den rechtspopulistischen Tendenzen entschlossen entgegen zu wirken, bedarf es engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich als Teil der wehrhaften Demokratie verstehen.

Über parteipolitische Grenzen hinaus versteht sich das »BgR-NDH« als Stimme und Ausdruck einer demokratischen, antifaschistischen Mehrheit in Nordhausen und Umgebung.

Wir, als »BgR-NDH«, bündeln Kräfte und bieten eine Plattform für schnelles Agieren und Reagieren, um so die gesellschaftliche Ablehnung rechtsextremer Einstellungen deutlich zu machen und zum Ausdruck zu bringen.

WAS WOLLEN WIR?

Wir wollen

  • ein demokratisches, antifaschistisches und emanzipatorisches Klima in Nordhausen schaffen und erhalten.
  • den rechtsextremen Parteien und Gruppierungen Widerstand entgegensetzen.
  • den Rechtspopulismus und die Demagogie rechtsextremer Parteien und Personen entlarven.
  • die Bürgerinnen und Bürger Nordhausens über die Gefahren, die von Rechtsextremisten ausgehen, informieren.
  • möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Aktionen gegen Rechts-extremismus einbeziehen.
  • die Verantwortung kommunaler Institutionen (Amtsinhaber-Innen, Stadtratsfraktionen, Kreistagsfraktionen, Verwaltungen) für die Unterstützung des demokratischen, antifaschistischen Engagements von Bürgerinnen und Bürgern einfordern und unterstützen.
  • die bürgerschaftliche und institutionelle Gestaltung und Verteidigung demokratischer und an Menschenrechten orientierter Standards unterstützen und einfordern.
  • unser demokratisches Verständnis schärfen, uns durch die Kultur des fairen Meinungsstreits austauschen und (selbst-) kritisch hinterfragen.
  • Vorurteile untereinander und Anderen gegenüber abbauen und somit für ein breites engagiertes Bürgerbündnis werben.

Diese Ziele sollen unter anderem durch friedliche Kundgebungen, informelle und kulturelle Veranstaltungen sowie Seminare und Vorträge erreicht werden. Dabei steht uns u.a. MOBIT – das Mobile Beratungsteam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Thüringen, in beratender und begleitender Unterstützung dem »BgR-NDH« zur Seite. Darüber hinaus wird die fachliche Zusammenarbeit und der informelle Austausch mit den in angrenzenden Landkreisen aktiven Bürgerbündnissen und Initiativen gesucht und gestärkt.

WIE ORGANISIEREN WIR UNS?

Das »BgR-NDH« lebt davon, dass sich Menschen unabhängig von gesellschaftlichen Funktionen und Positionen, sozialen Beziehungen, Herkunft, Religion und dem Geschlecht engagieren und somit eigenständige Handlungs-perspektiven entwickeln.

Jede und Jeder -als Einzelperson oder Organisation- kann mitmachen, der/die sich für den Zweck und die Ziele des »BgR-NDH« einsetzt, sich zu Beginn der Sitzung vorstellt und gegen die/den kein mehrheitlich unterstützter Einspruch erhoben wird. Die Sitzungen sind öffentlich und finden nur in Ausnahmefällen als geschlossene Sitzung statt.

Ausgeschlossen sind im Sinne des §6 des Versammlungsgesetzes Personen, Parteien oder Organisationen die der rechtsextremen Szene zu zuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind.

Die Sitzungen finden regelmäßig, vor wichtigen Anlässen und je nach Bedarf, statt. Wir besprechen aktuelle Themen, geplante Veranstaltungen , Aktionen und Projekte. Von den in den Sitzungen besprochenen Themen wird ein Ergebnisprotokoll erstellt, welches mit dem neu vereinbarten Termin spätestens nach 7 Werktagen dem »BgR-NDH« zur Verfügung steht. Um eine angemessene Kommunikation zu gewährleisten werden Einladungen, Termine und Protokolle per Email/-Verteiler versandt. Einwände gegen das Protokoll können bis zu und auf der nächsten Sitzung geltend gemacht werden.

Aus den Sitzungen heraus können Arbeitsgruppen entstehen, welche sich selbst- und eigenständig organisieren. Die Arbeit/Ergebnisse der AGs wird/werden auf dem jeweilig nächsten Treffen des »BgR« vorgestellt.

Da das »BgR-NDH« keine eigene Rechtspersönlichkeit ist, ist daher ein SprecherInnenrat erforderlich, der das »BgR-NDH« nach außen vertritt und die Sitzungen koordiniert. Der SprecherInnenrat wird alle 6 Monate mit der einfachen Mehrheit, der bei der Sitzung Anwesenden, gewählt. Der Rat ist offen für alle Teilnehmenden des »BgR-NDH« und besteht aus mind. 3, aber max. 6 Personen, von denen mind. 2 volljährig sein müssen. – Er soll die gesellschaftliche Breite des »Bündnis gegen Rechtsextremismus – Nordhausen« wiederspiegeln.

 

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