Endstation Rechts: Zweiter Anlauf: NPD-Bundesparteitag nun an „Führers Geburtstag“?


Udo-Voigt-Bremen
Die Messe nach dem gescheiterten NPD-Bundesparteitag ist noch nicht gelesen, die Gemüter sind erhitzt. Nun scheint ein neuer Termin gefunden, ausgerechnet der 20. April: „Führers Geburtstag“. Längst wittern die Gegner von Parteichef Holger Apfel einen gezielten Versuch, die NPD „an die Wand zu fahren“.
„Peinlich“ sei es gewesen, den eigentlich für das erste Aprilwochenende festgelegten NPD-Bundesparteitag abzusagen, schrieb der einstige Vorsitzende der Rechtsextremisten, Udo Voigt, in einem öffentlichen Brandbrief an seinen Nachfolger Holger Apfel. Ferner bescheinigte er seinem einstigen Ziehsohn „Führungs- und Konzeptlosigkeit“, dessen Kurs der „seriösen Radikalität“, der zudem gar nicht genau definiert wäre, hätte der Partei keine nachhaltigen Erfolge gebracht.

Voigts Offenbarung, dass den Mitarbeitern der Berliner Parteizentrale gekündigt worden sei, was Bundespressesprecher Frank Franz bald darauf bestätigte, löste ein Erdbeben in der deutschen Presselandschaft aus. Kaum ein Medium, das nicht die finanzielle Situation der Apfel-Truppe thematisierte. Die NPD-Führung wollte die Vorwürfe ihres ehemaligen Chefstrategen einstweilen nicht auf sich sitzen lassen und schaltete ihrerseits in den Angriffsmodus. Franz nannte die Attacke von Voigt „geschmacklos“, Apfel machte den 60-Jährigen in einem Facebook-Statement für die leere Kasse „mitverantwortlich“.

Beeindruckt scheinen die Antworten ihrer innerparteilichen Gegner die Voigt-Fraktion jedenfalls nicht zu haben. Auf der Webseite der „Freundeskreise Udo Voigt“, in denen sich die schärfsten Kritiker von Apfels vermeintlich „weichgespülter“ Ausrichtung sammeln, macht ein mit „Udo“ gezeichneter Eintrag seinem Ärger Luft. Den Verfasser „beschleiche den Eindruck“, so „Udo“, dass man den Parteitag im Zelt habe platzen lassen, um nun ein neues Treffen im „stillen Kämmerlein“ durchzuführen. Ohne Gäste und nur mit „handverlesenen Delegierten“. Ganz klar, die Putschisten sollen keine Möglichkeit für eine offene Konfrontation bekommen. Offensichtlich solle die Partei „gezielt an die Wand gefahren werden“. Sabotage also.

Als Indiz für diese Strategie haben die Apfel-Widersacher das mögliche Austragungsdatum des Ersatzparteitages ausgemacht. Ausgerechnet am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, soll der zweite Versuch laut dem Blogeintrag nun über die Bühne gehen. Der letzte Anlauf am ersten Aprilwochenende war an Bauarbeiten der Gemeinde – aber auch am Unvermögen der NPD – gescheitert.  „Aber, man stelle sich nur vor, ich hätte den am 20. April einberufen, was die seriös Radikalen da wieder gemeutert hätten…“, schäumt hingegen „Udo“. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben damit die „Freundeskreise“ brisante innerparteiliche Informationen öffentlich gemacht.

Die Zeit, in der die NPD „dem System getrotzt und [sich in] öffentlich[e] Hallen eingeklagt habe scheint endgültig vorbei zu sein“, konstatiert das Schreiben resignierend. Die NPD lasse sich von „Systemlingen“ treiben, heißt es weiter. Und „Udo“? Der findet das „zum Ko…“.

NPD-Pressesprecher Frank Franz ließ eine ENDSTATION RECHTS.-Anfrage hierzu unbeantwortet.

 

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