HNA: Bernd T. will mit NSU-Terroristen verkehrt haben


Kassel. Beide lebten in der Nordstadt: Halit Yozgat, der im April 2006 in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße von Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet wurde, und der 38-jährige Neonazi Bernd T.

Welche Rolle spielt Bernd T.? Der Gründer der Kameradschaft „Sturm 18“ (rechts) ist auf dem Foto im Jahr 2011 mit einem Gleichgesinnten auf dem Friedrichsplatz in der Kasseler Innenstadt zu sehen. Im Vorfeld einer Anti-Nazi-Demo hatten Neonazis von „Sturm 18“ angekündigt, die Veranstaltung stören zu wollen. Foto: Feldmann© Feldmann

Welche Rolle spielt Bernd T.? Der Gründer der Kameradschaft „Sturm 18“ (rechts) ist auf dem Foto im Jahr 2011 mit einem Gleichgesinnten auf dem Friedrichsplatz in der Kasseler Innenstadt zu sehen. Im Vorfeld einer Anti-Nazi-Demo hatten Neonazis von „Sturm 18“ angekündigt, die Veranstaltung stören zu wollen.

Bernd T.  fiel mit seinen rechtsextremen Kameraden im Stadtteil oft unangenehm auf: durch Saufgelage, Beleidigungen und Attacken.

Bisher gab es in der Öffentlichkeit keine Anzeichen dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen der Ermordung des türkischstämmigen Mannes und dem Kasseler Neonazi geben könnte. Jetzt taucht der Name des Neonazis Bernd T. gleich zweimal in Verbindung mit dem NSU auf.

Der 38-Jährige, der derzeit eine Haftstrafe unter anderem wegen Bedrohung und Beleidigung in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld verbüßt, soll einer der rechtsextremen Häftlinge sein, die versucht haben, ein bundesweites Netz in andere Gefängnisse – auch zum NSU – zu knüpfen.

Bernd T. hat aber offenbar schon früher behauptet, Verbindungen zum NSU zu haben. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, dass der 38-jährige Neonazi eine „seltsame Rolle“ bei den Ermittlungen gespielt haben soll. Demnach soll Bernd T. im Dezember 2011, kurz nachdem das Terrornetzwerk aufgeflogen war, dem hessischen Verfassungsschutz angeboten haben, „Informationen über diverse Netzwerke“ zu beschaffen. Als Gegenleistung habe er angeblich eine schnelle Haftentlassung gefordert.

Bernd T. soll behauptet haben, im Jahr 2006 die beiden NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Kassel vom Bahnhof abgeholt und mit ihnen eine Geburtstagsfeier besucht zu haben.

Zudem hat Bernd T. laut SZ offenbar eine Vorliebe für das Paulchen-Panther-Motiv, das der NSU für seine Bekenner-DVD verwendet hat. Auf einem seiner Computer sollen die Ermittler ein Dokument aus dem Jahr 2009 mit dem Titel „01-PaulchenPanther-Anschreiben.doc“ entdeckt haben. Dahinter verbarg sich allerdings nur das Bewerbungsschreiben seiner Ehefrau bei einem Tierheim. Zu diesem Zeitpunkt war das Bekennervideo noch nicht bekannt.

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