PUA München: 26. Sitzung des Untersuchungsausschusses: ZV Merkl u.a.


Der öffentliche Teil der heutigen Sitzung schließt mit der Befragung von Herrn POK Merkl, der gemeinsam mit dem zuvor vernommenen KHK Ruppe u.a. die Zeugin Keller vernommen hat.

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Herr Merkl berichtet über seine Beteiligung an den Ermittlungen im Mordfall Yasar. Leider sind die Angaben wenig ergiebig.

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Es folgt noch eine nichtöffentliche Sitzung zur Beratung von Verfahrensfragen.

Die Sitzung wird fortgesetzt mit der Befragung von Herrn KHK Ruppe vom PP Mittelfranken, der die vorige Zeugin Keller vernommen hat.

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Seit 1. August 2005 war Herr Ruppe in der Soko Halbmond und ab Oktober 2005 in der BAO Bosporus tätig. Er habe zusammen mit KOK Merkl eine Ermittlungseinheit gebildet und war innerhalb der BAO Bosporus in einer Ermittlungsgruppe der Ermittlungsrichtung Organisationstheorie eingesetzt.

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Die Frau Keller vorgelegten Wahllichtbildvorlagen seien vom Kriminaldauerdienst angefertigt worden. An der Vernehmung von Frau Keller am 23. Mai 2006 habe neben Herrn Ruppe wahrscheinlich noch Herr Merkl teilgenommen. An weitere anwesende Polizisten kann er sich nicht erinnern.

Herr Ruppe habe damals in das Protokoll aufgenommen, was Frau Keller angegeben habe. Wenn im Protokoll steht, dass sie sich “ziemlich sicher” sei, dass die auf dem Video gezeigten Personen die von ihr in Nürnberg gesehenen Fahrradfahrer seien, dann habe sie das auch so angegeben.

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Er kann bestätigen, dass Frau Keller nach der Filmvorführung mit den Worten “Der war’s.” eine Übereinstimmung der Personen festgestellt habe. Da aber das Gesicht auf den Videos nicht eindeutig erkennbar war und beispielsweise kein Größenvergleich möglich war, habe Herr Ruppe die Formulierung “ziemlich sicher” in das Protokoll aufgenommen, was von Frau Keller auch so unterschrieben worden war.

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Herr Ruppe weist darauf hin, dass er als Mitglied der Ermittlungsgruppe nur die ihm zugewiesenen Spuren abarbeitet und nicht in die Entscheidungen über die weiteren Ermittlungen eingebunden. Es habe nicht in seiner Zuständigkeit gelegen, über einen etwaigen Zusammenhang zwischen der Mordserie und dem Nagelbombenattentat zu entscheiden.

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Da Frau Keller eine sehr konzentrierte Zeugin war und die Videosequenzen mehrfach angesehen hat, geht Herr Ruppe davon aus, dass Frau Keller eine Identität zwischen den Fahrradfahrern auf den Videosequenzen und den von ihr beobachteten Fahrradfahrern festgestellt hat.

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Das Protokoll der Vernehmung von Frau Keller nach der Identifizierung der Personen auf den Videosequenzen sei über den Leiter der Ermittlungsgruppe dem Hauptsachbearbeiter vorgelegt worden. Da ausschließlich die Aussage von Frau Keller auf einen Zusammenhang zwischen Mordserie und Nagelbombenattentat hingedeutet hatte, wurde die Spur nicht weiterverfolgt. Obwohl Herr Ruppe die Spur als Treffer eingeschätzt hat, hat die Hauptsachbearbeitung anders entschieden. Zuständiger Hauptsachbearbeiter sei Herr Vögeler gewesen.

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Da Herr Ruppe im Bereich der OK-Theorie eingesetzt war, habe für ihn ein etwaiger Zusammenhang zwischen dem Nagelbombenattentat und der Mordserie keine große Bedeutung gehabt, weil das Täterprofil des Nagelbombenattentats nicht zu dem von ihm bearbeiteten Täterprofil gepasst habe.

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Ob das Ergebnis der Vernehmung von Frau Keller auch an die Kölner Ermittler weitergegeben wurde, kann Herr Ruppe nicht sagen.

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Als letzte Vernehmung für heute steht nach einer kurzen Pause die Vernehmung von Herrn KOK Merkl an.

26. Sitzung des Untersuchungsausschusses: ZV Keller

Der Untersuchungsausschuss setzt seine Sitzung mit der Befragung von Frau Beate Keller fort. Frau Keller hat im Zusammenhang mit dem Mordfall Yasar zwei Fahrradfahrer beobachtet und ist dazu auch von der BAO Bosporus befragt worden.

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Zunächst wird im Untersuchungsausschuss ein Ausschnitt eines Beitrags des Magazins “Frontal 21″ in Augenschein genommen.

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Frau Keller berichtet von ihren Wahrnehmungen am Tattag, wie sie darüber einem Polizisten an einer Straßensperre berichtet hat und später dann mehrfach vernommen wurde.

Für Frau Keller persönlich sei nach Vorführung der Videosequenzen von dem Kölner Bombenattentat festgestanden, dass es sich dabei auch um die Personen gehandelt hat, die sie am Tatort Yasar gesehen hat. Da sie sich aber nicht absolut sicher gewesen war, habe sie der Formulierung “ziemlich sicher” im entsprechenden Vernehmungsprotokoll nicht widersprochen.

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Teilweise habe Frau Keller den Eindruck gehabt, dass sie von den Vernehmungsbeamten zu bestimmten Angaben gedrängt wurde. Insbesondere bei zahlreichen Nachfragen zu einem etwaigen kriminellen Verhalten des Mordopfers Yasars sei es ihr vorgekommen, als würden den Beamten die Antworten nicht passen, weil “nicht sein kann, was nicht sein darf”.

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Frau Keller habe auch eine Typbeschreibung der von ihr gesehenen Fahrradfahrer abgegeben und diese als “Spargeltarzan” beschrieben. Sie habe vermutet, dass die zwei Männer aus Nord- oder Mitteleuropa gekommen waren. Bei den folgenden Wahllichtbildvorlagen seien ihr jedoch von der Polizei fast ausschließlich südeuropäisch aussehende Personen vorgelegt worden.

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Die Sitzung wird fortgesetzt mit der Befragung von Herrn KHK Ruppe, der Frau Keller vernommen hat.

26. Sitzung des Untersuchungsausschusses: ZV Heger

Die 26. Sitzung beginnt mit der Einvernahme von Herrn EKHK Heger vom PP München. Seit 2004 ist Herr Heger bei der 3. Mordkommission des PP München tätig.

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Zum ersten Mal ist Herr Heger mit der Mordserie nach dem Mord an Theodorus Boulgarides am 15. Juni 2005 in Berührung gekommen. Danach war er in die Ermittlungen in München und Nürnberg im Rahmen der jeweiligen Mordkommission, Soko Theo und BAO Bosporus eingebunden.

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Da Herr Heger der Leiter der Rufbereitschaft der Mordkommission in der Mordwoche war, habe er als Erster den Anruf des KDD wegen des Mordfalls erhalten. Dann habe er die Ermittlungen an Herrn Blumenröther übertragen, der in dieser Woche auch Bereitschaftsdienst hatte.

Bereits am Morgen nach der Tat sei durch die ballistische Untersuchung klar gewesen, dass diese Tat als 7. Mord zur bekannten Mordserie gehörte.

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Bereits am 17. Juni habe eine gemeinsame Besprechung mit den Nürnberger Kollegen in München stattgefunden, wo diese über den wenig vorher begangenen Mordfall Yasar berichtet und dabei auf eine Bedrohungssituation und die am Tatort auffällig gewordenen Radfahrer hingewiesen hatten.

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Nach der Erinnerung von Herrn Heger sei es im April 2006 zu einer Verlagerung des Ermittlungsschwerpunkts von der Organisationstheorie auf die Serientätertheorie gekommen. Dies sei im Zuge der Anfertigung der zweiten OFA-Analyse erfolgt.

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In die Überlegungen zum Einsatz verdeckter Ermittler im Umfeld der Angehörigen im Mordfall Boulgarides sei Herr Heger nicht eingebunden gewesen. Er habe zwar von diesem Einsatz erfahren, sei aber nicht in die konkrete Durchführung eingebunden gewesen.

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Etwaige Beschwerden, dass die Angehörigen im Rahmen von Zeugenvernehmungen zu hart angefasst worden wären, seien ihm nicht zu Ohren gekommen.

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Im Anschluss daran wird Frau Beate Keller zu ihren damaligen Wahrnehmungen befragt werden. Frau Keller hat im Zusammenhang mit dem Mordfall Yasar zwei Fahrradfahrer wahrgenommen.

ein Kommentar

  1. […] “An der Vernehmung von Frau Keller am 23. Mai 2006 habe neben Herrn Ruppe wahrscheinlich noch Herr Merkl teilgenommen.” (hajo funke) […]

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