Kontext| Agententreff Theresienwiese


25. April 2007: Am Tag, als in Heilbronn die Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold lebensgefährlich verletzt wurde, hielten sich mehrere V-Leute von Polizei und Verfassungsschutz in der Nähe des Tatorts auf. Die Behörden verweigern inzwischen jegliche Auskunft.

Ein Zeuge, der kurz nach den Schüssen auf die zwei Beamten in Heilbronn einen blutverschmierten Mann gesehen hat, war ein V-Mann der Polizeidirektion Heilbronn. Das steht in Ermittlungsunterlagen, die Kontext jetzt einsehen konnte. Der Zeuge hielt sich wenige Hundert Meter vom Tatort Theresienwiese auf. Er gab an, ein Mann sei direkt vor ihm in ein Auto mit laufendem Motor gesprungen. Der rechte Arm des Mannes soll voller Blutflecken gewesen sein. Auch auf seinem T-Shirt soll vorne rechts Blut zu sehen gewesen sein. Der Fahrer des Autos soll „dawei, dawei“ gerufen haben (Russisch für „schnell, schnell“). Das Auto sei mit quietschenden Reifen davongefahren. Der Zeuge meldete sich am selben Tag bei der Polizei. Die erstellte zwei Tage später ein Phantombild. Es ist Bild 9 der insgesamt 14 Fahndungsbilder, die Kontext in der Ausgabe 120 Mitte Juli 2013 veröffentlichte.

Phantombild 9.
Phantombild 9.

Der V-Mann der Polizei, aktenintern als „V-Person 1749“ geführt, soll bis heute auch in anderen Städten in und außerhalb Baden-Württembergs eingesetzt werden, vor allem im Drogenbereich. Er soll als erfahren und zuverlässig gelten. Warum er am 25. April 2007 in der Nähe der Theresienwiese war, ob er einen Auftrag hatte, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Neben VP 1749 gab es zwei weitere V-Personen der Heilbronner Polizei, die zeitlich und räumlich in der Nähe des Tatorts gewesen sein müssen. Laut den Ermittlungsunterlagen machten sie unabhängig voneinander ähnliche Angaben zu möglichen Tätern, die im Bereich der „organisierten Kriminalität“ (OK) zu suchen waren. Wo sich die V-Leute am Tag des Anschlags genau aufhielten, ist unklar. Ihre Hinweise führten die Ermittler letztlich nicht zum Ziel. Es bleibt aber der bemerkenswerte Umstand, dass damit mindestens drei Informanten der Polizei Angaben im Zusammenhang mit der Mordtat machten.

War daneben auch ein V-Mann des Verfassungsschutzes auf der Theresienwiese? Aus dem Umfeld des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) erfährt Kontext, dass eines der Phantombilder einem früheren Informanten verblüffend ähnlich sehe. Es ist das Phantombild Nummer 8. Es zeigt einen Mann, der etwa eine Stunde vor dem Anschlag zusammen mit drei anderen Männern am Rand des Festplatzes Theresienwiese im Gras saß. Das Innenministerium will Fragen dazu nicht beantworten. Einsätze einzelner Vertrauenspersonen würden „grundsätzlich weder bestätigt noch dementiert“ werden.

Phantombild 8.
Phantombild 8.

Bestätigt ist dagegen die Existenz jenes Informanten, der am Nachmittag des Tattags von einem LfV-Führungsbeamten in Heilbronn aufgesucht worden war. Den Sachverhalt hatte der frühere LfV-Präsident Johannes Schmalzl 2012 vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Berlin geschildert. Laut Schmalzl soll sich der Beamte gegen 15 Uhr in Stuttgart auf den Weg nach Heilbronn gemacht haben, um dort den Informanten aus dem islamistischen Bereich zu treffen. Offenbar wimmelte es am Mordtag nur so von V-Leuten in Heilbronn. Insgesamt haben sich mindestens fünf Informanten von Polizei und Verfassungsschutz sowie mindestens ein LfV-Führer um den bis heute ungeklärten Mordfall herum bewegt.

Doch damit nicht genug. Auch Vertreter US-amerikanischer Sicherheitskräfte waren damals in Heilbronn unterwegs. Ein Fahrzeug der Special Forces Group wurde auf der Autobahn vor Heilbronn geblitzt. Diese Militäreinheit ist in Böblingen stationiert, wo auch die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der baden-württembergischen Polizei ihren Sitz hat, zu der wiederum die ermordete Polizistin Kiesewetter und ihr schwer verletzter Kollege Arnold gehörten. Und schließlich: Nicht aufgeklärt, aber auch nicht widerlegt, ist bis heute die mögliche Anwesenheit von FBI-Männern.

Vollständiger Artikel

 

Anmerkungen von Alexander Gronbach

 

nun paar Anmerkungen –

Das 1st Bn. 10th Special Forces Group (früher Flint Kaserne Bad Tölz – inzwischen Böblingen) ist für den Bereich Bosnien zuständig. Man muss die “Täter” und deren Helfer nicht in den Reihen der Behörden suchen (was Kontext vermutet).

Vielmehr sollte man den S-2 in Böblingen befragen, welche Bosniensöldner auf deren Überwachungsliste standen.

Damit würde sich auch erklären, weshalb im LfV intern zwei Beamte gegen die offizielle Linie – es habe sich um einen Islamisten gehandelt – meuterten und ganz klar darlegten – “nein, um einen Rechtsextremen”. Und das LfV Baden Württemberg in Panik im Juni 2012 alle dazu vorhandenen Akten schredderte.

Das Phantombild 8 zeigt sehr hohe Ähnlichkeit mit Alexander Neidlein auf. Dieser Alexander Neidlein war Söldner der faschistischen kroatischen HOS Miliz in Bosnien. Nach diesem Aufenthalt hatte er enge Kontakte zu führenden KKK Mitgliedern in Südafrika und wurde vom Verfassungsschutz nach seiner Rückkehr in die BRD angeworben. Diese Rückkehr war auch nicht ganz freiwillig, er saß wegen “zweifachem Mordversuch an südafrikanischen Polizeibeamten in Auslieferungshaft”.

Interessant sind die Äusserungen aus dem LfV Baden Württemberg, welche aussagen, dass dieses Phantombild ihrem V-Mann verdammt ähnlich sieht? D.h. Alexander Neidlein saß 1 Stunde vor dem Mordanschlag am Rande der Theresienwiese mit “drei anderen Männern”?

1. wer sind diese drei anderen Männer? Das LfV ist bei einem Kapitalverbrechen in der Pflicht, Akten über VPs und Einsätze dem Lagezentrum im IM zur Verfügung zu stellen. Oder will man einen VP und Mörder einer Polizeibeamtin decken?? (Stefan Rühle, Matthias Brodbeck & ein weiterer Mann?) …….

2. Es gibt nun nämlich eine weitere interessante Entwicklung. Die vorgegebene Mittagspause auf der Theresienwiese ist eine Fälschung der Ermittlungsbehörden. Man vermutet inzwischen, dass die beiden Polizeibeamten mit ihren Tätern verabredet waren. Das erste Mal befanden sich Kiesewetter und Arnold um 11.30 Uhr dort, fuhren zurück ins Lagezentrum zu Besprechungen und erneut um 13.45 Richtung Treffpunkt Theresienwiese…. d.h. VP Alexander Neidlein mit seinen drei Spiessgesellen war erst um 12.30 / 12.45 dort aufhältig!

Kommen wir wieder zur 10th SFG. Die faschistische HOS Miliz ist seit dem Bürgerkrieg in Bosnien auf dem Radar der 10th SFG. (Die Gründe sind zu umfangreich um sie hier zu nennen.) Es ist daher nicht abwegig, dass Soldaten des Überwachungsdetachment aus Böblingen Observationsmaßnahmen in Heilbronn durch führten. Und es wäre ein Trugschluss, jetzt die NSU vorne draußen zu lassen!

Der Söldnerkumpel von Alexander Neidlein, ein gewisser Marcus Frntic, ist durchgehend auf dem Schirm diverser Dienste wegen seinen illegalen Waffengeschäften im Grossraum Ludwigsburg. Eine sehr enge Bekannte dieses Frntic ist Barbara Eichelbaum.

Diese Barbara Eichelbaum wiederum stand schon auf der Garagenliste des Uwe Mundlos im Jahre 1998. Sie arbeitete im Klinikum Ludwigsburg. Und machte eine Falschaussage gegenüber Beamten des BKA bei ihrer Vernehmung. (Wo es jedoch nur um Kontakte zum Trio ging). Ihr Spitzname ist “Uschi”. Und ihre Lieblingsfriseurin ist selbstverständlich Nelly Rühle…..
Marcus Frntic gründete die rechtsextreme Gruppe “Furchtlos und Treu”, praktisch eine Art militante Unterabteilung nach dem Muster von Combat 18. Auch hier tauchen wiederum alle bekannten braunen Gesichter auf. Stefan Rühle mit seiner rechtsradikalen Band “Naked But Armed”, Thomas Richter alias Corelli als BfV Agent und KKK Stadthalter. Matthias Brodbeck (welcher eine sehr hohe Ähnlichkeit mit den Phantombildern 3 und 4 hat) Olga Widerspan, die direkt nach dem Mord in HN am 25 April 2007 Richtung Canada zu einem Ex LfV Beamten (welcher nebenbei im KKK Schwäbisch Hall tätig war) aufbrach zu angeblichen Sprachstudien und eine hohe Ähnlichkeit mit dem Phantombild der Frau hat.

Dawii – dawaii Rufe? Olga Widerspan und ihre Schwester Nelly inzwischen verheiratete Rühle sind Aussiedler. Ein ehemaliger Bekannter war aus Mosbach, in diesen rechtsextremen Kreisen unterwegs und fuhr einen Audi. (Einfach mal die Bildakten durchgehen soviel werden die Herren im LfV wohl noch auf Reihe bekommen für ihren Schutz der inneren Sicherheit Baden Württembergs….)

Kommen wir zur Pointe des Mordfalles Kiesewetter –

Das LfV Baden Württemberg führte am Ostersonntag 2012 eine Observation am Restaurant “Mohrenköpfe” in Wolpertshausen durch, eingesetzt war u.a. ein Mercedes B – Klasse, Farbe Grau-Silber! Ganz einfach und knapp – Observationsakte vorlegen! (Schreddern ist nicht, Ablage erfolgt erst nach 5 Jahren….)

Quelle: Wolf Wetzel

ein Kommentar

  1. Alexander Gronbach · · Antworten

    Und man wagt es gar nicht aus zu sprechen, sollte sich eine Verwicklung des 1st BN 10th Special Forces Group bestätigen – dann, dann steht auch etwas zur Disposition, nämlich? Na, das 1st BN 10th SFG sind die Nachlassverwalter der Nato-Strategie Gladio!
    Das würde auch die Haltung der Behörden in Baden Württemberg erklären.

    Nur eines geht mal gar nicht, die Vorgabe was Kontext veröffentlichte – „Die Behörden verweigern inzwischen jegliche Auskunft.“ Ach ja? Tun die das? Bei 10 fachen rassistischen Mord von staatlich subventionierten Neonazis, mindestens 3 Sprengstoffanschlägen, ca. 40 fachen Mordversuch, von Raubüberfällen und Ausspähen diverser Funktionen mal abzusehen erklären die Behörden, deren Pflicht es ist, die Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen, wir sagen gar nichts mehr?

    Na dann Handschellen und 6 Monate Stammheim wegen Verdacht der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung nach § 129a. Oder hat IM Gall mit seinem kriminellen Haufen in LfV jetzt auch Grundgesetz Artikel 3 abgeschafft?

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