Vollständiger Ticker zum NSU-Ausschuss am 11. November-Thüringen


ua-schrankIn der Sitzung am Montag dem 11.11. sprach neben einem ehemaligen Abteilungsleiter im LKA auch der Vater von Uwe Mundlos als Zeuge im Thüringer NSU-Untersuchungsausschus. Vater Mundlos erklärte, dass man frühzeitig von der Spur nach Chemnitz wusste, auch er selbst habe darauf aufmerksam gemacht. Er meint, dass ein Zugriff innerhalb der ersten 4 Wochen möglich gewesen wäre. Mundlos warf der Familie Böhnhardt Strafvereitelung vor und kritisierte den Verfassungsschutz, der den Thüringer Heimatschutz mit viel Geld maßgeblich aufgebaut habe Die gefundene NSU-Kontaktliste bei seinem Sohn bezeichnet er als eine V-Mannkontaktliste. Vater Mundlos wusste selbst über eine Abhöraktion gegen ihn bescheid und glaubt,sein Sohn habe niemanden mit Bomben in die Luft jagen wollen, die Garage sei als “Propagandaobjekt” inszeniert worden, die Koffer angeblich harmlos. Er habe versucht mit Camping-Urlauben seinen Sohn Mundlos aus der rechten Szene zu lösen. Der Zeuge schreibt Andre Kapke eine zentrale Bedeutung bei der Flucht seines Sohnes zu und stuft Kapke als V-Mann ein.  Weiterlesen: 

Zum Nachlesen, chronologisch von unten nach oben die Befragungen vom 11.11.13 im Erfurter NSU-Ausschuss (relevantes fett markiert)
ua-zeuge-111113 1. Befragung von Abteilungsleiter im LKA (Zeit hier: 11.08 bis 12.36)
ua-schrank 2.Befragung von LKA-Beamtin / ausgefallen
ua-vatermundlos 3. Befragung vom Vater des Uwe Mundlos (Zeit hier: 16.32 bis 18.59)

18.59

Nach einer kurzen Beratungssitzung beendet der Ausschuss für heute seine Arbeit, es gibt für heute keine weiteren Fragen an den Zeugen. Vater Mundlos gibt den Ausschussmitgliedern noch ein paar Worte auf den Weg: “Bleibt weiter so neugierig”. Er drücke die Daumen, dass der Ausschuss erfolgreich sei, dass “sei notwendig”, damit man mal wieder  “ein bisschen ein besseres Gefühl bekomme”.

18.57

Die Abg. König fragt weiter zu Uwes Böhnhardts Pendelzeiten bzw. die Zeit kurz vor der Razzia. Es sah am Wochenende davor noch so aus, als ob er sich auf das in 2-3 Monaten stattfindende Abitur vorbereite. Die Abg. König liest aus den Kofferbomben-Akten vor. Die Abg. König zeigt ihm die Skizze zur Durchsuchung und fragt ihn, ob das halbwegs maßstabgetreu hinkommt. Er meint, dass das wohl stimmen wird. Auf der Skizze seien Objekte und Schränke etc. eingezeichnet. Die Auffinde-Orte sind mit einem Kreuz gekennzeichnet. Da befindet sich u.a. die Stereoanlage. “Mein älterer Sohn hat die ihm vor Weihnachen dem Uwe geschenkt.”, als die Wohnung aufgelöst wurde, war die nicht mehr drinne. Er wäre dann in Erfurt gewesen um nach der Stereoanlage und dem Fahrrad zu fragen. Aufgetaucht sind die Sachen bis heute nicht. Die Abg. König stellt noch fest, dass sich im Widerspruch zur Skizze sich die sichergestellte Stereoanlage nicht im [Durchsuchungs?]Verzeichnis befände.

18.51

Die Abg. König fragt den Zeugen weiter zur Äußerung der Familie Böhnhardt, welche sagte, dass die drei auf dem Mecklenburger Land untergekommen seien. Er habe sich danach nicht nochmal mit diesen unterhalten. Er habe sich sehr geärgert, habe nicht die Option bekommen, sich mit seinem Sohn zu unterhalten. Abg. König fragt nochmal nach: Dass heisst, sie wussten dass die Eltern Böhnhardt damals Kontakt zu den dreien hatten? “Das ist ganz offensichtlich so”. Er wäre nur einmal bei den Böhnhardts gewesen, kurz nach der Flucht. Dann habe er die drei Jahre später an einer Tanke getroffen, da habe Familie Böhnhardt geäußert: “Den dreien gehe es gut.” Ansonsten gab es keine konkreten Hinweise der Familie Böhnhardt auf den Verbleib des Trios.

18.48

Abg. Kellner fragt, wer den Brief mit dem Hinweis auf eine Informantentätigkeit Beate Zschäpes noch alles außer ihm gesehen habe. Antwort: Keiner, dass sei auch kein Brief sondern eine anonyme Nachricht gewesen. Er habe den Herrn Wunderlich davon erzählt. Herr Wunderlich hat den nicht gesehen. Ob er ihn vorher entsorgt habe, weis er nicht mehr. “Die Sache war eigentlich unbedeutend” und “anonyme Sachen gibt es viele”.

18.46

Auf Nachfrage des Abg. Adams berichtet Vater Mundlos, dass man das Internat irgendwann habe räumen müssen, durch die Presseberichte nach der Flucht habe sich das schließlich auch rumgesprochen, dass die so schnell nicht wieder zurückkommen. Er hatte ein Schreiben erhalten, das Zimmer von Uwe Mundlos in Ilmenau langsam mal zu räumen.

18.42

Der Abg. Adams versucht nochmal nachzufühlen, was der Zeuge aus eigener Erinnerung und späteren Infos rekonstruieren kann zum Tag der Flucht im Frühjahr 1998. Er habe Uwe Mundlos noch etwas schockiert in Erinnerung, er hätte von Beate und Böhnhardt gehört, dass sieben [?] Jahre Haft drohen würden. Auch Juliane Walther habe Schlüssel zurückgebracht. “Meinen Sohn habe ich nie wieder gesehen, er hat nur ganz kurz angerufen und hat auf Wiedersehen gesagt”, da hätte wohl Andre Kapke daneben gestanden. Auch zwei Tage wäre Kapke in der Nähe gewesen. “Es sah so aus, als ober der verhindern wolle unter 4 Augen [zu sprechen]“.  Uwe Mundlos hätte zu ihm gesagt: “Vati auf wiedersehen, du siehst mich nicht wieder”. Er erinnert sich an ein Abschiedstelefonat zwei Tage später, seine Frau habe ihm gesagt: “Der Uwe ruft dich an, versuch ja nicht zu streiten”. Der Zeuge: “Meine Frau hat mir versucht sich zu schildern, dass der Kapke immer neben ihm stand”. Sohn Mundlos da: “Ich verlasse euch für längere Zeit. Hab’ euch lieb”. Das waren die letzten Worte. “Kapke war zum Abschied [1998] da und Kapke war auch am 4. November [2011] da” resümiert der Vater in Anspielung auf Kapkes geloggten Handystandort zur Tatzeit in Eisenach. “Der Kapke hing ja noch stärker da dran als die Juliane Walther” sagt er weiter. Vater Mundlos fragt sich, wenn der “Held von Eisenach”, wie er sagt, schon am 4.11. in den Abendstunden wusste, um wen es sich handelt, warum er dann nicht Polizisten am Bahnhof postiert habe, dort sei Zschäpe ja ausweislich der Berichte ja am Samstag oder Sonntag langgefahren.

18.39

Vater Mundlos äußert sich weiter kritisch über die jüngsten Verlautbarungen des bis vor kurzem noch Gothaer Polizeidirektors Michael Menzel vor dem Münchener Oberlandesgericht. Der Zeuge frage sich, woher denn der Herr Menzel so schnell die Vermisstenanzeige her hatte, “er hat ja behauptet, gleich am 4.11. die Vermisstenanzeige aufgefordert zu haben”. Vater Mundlos meint, dass es da auch um die Fingerabdrücke seines Sohnes ging. “Mein Sohn war nie straffällig geworden”. Weiter bezeichnet er Herrn Menzel etwas spöttisch als den Helden, der den Wohnwagen stürmte, an den er so einige Fragen hätte.

18.35

Der Abg. Adams fragt nochmal nach dem Brief, weil er meinte, dass zum Zeitpunkt der Flucht so viele Briefe ankamen. Mundlos: “Das war Schadenfreude” etc., es sei über die Familie her gerollt. “Was wollen sie da machen, sie müssen weiterleben”.

18.33

“Wenn ich jetzt höre das auf der Meldung von dem Unfall die zwei interessanten Personen da draufstanden… da lässt einen das schon nachdenklich werden” kommentiert Vater Mundlos Äußerungen aus einer der letzten Ausschuss-Sitzungen zu einem Aktenfund anlässlich des unfallbeschädigten Fluchtwagens. Dort habe Zielfahnder Wunderlich einen handschriftlichen Vermerk gemacht, es seien wohl auch relevante Chemnitzer Adressen darauf vermerkt gewesen.

18.31

Nochmal zum Auto was er in Jena vorfand: “Zufälligerweise stand am Jembopark ein Streifenfahrzeug… ” der Besatzung habe er gesagt: “Es läuft doch gerade die Fahndungsaktion nach dem Trio….Ich habe jetzt das Fahrzeug in der und der Straße gesehen”, die Beamten hätten dass dann weitergemeldet. “Sicherheitshalber hatten wir am nächsten Tag einen Termin mit Wunderlich”, spätestens da müsste der das gewusst haben, so der Zeuge.

18.27

Der Abg. Untermann fragt weiter zur Veranstaltung mit Roewer in Jena. “Dieser Ludendorffhat in Jena seine Audienz gegeben…” und meint den verkleideten Helmut Roewer. Der habe dort so getan, als ob er für die [Rechten] der ‘Spendieronkel‘ sei.

18.26

“Mein Sohn war ziemlich naiv. Freundschaft hat ihm viel bedeutet”. Er habe sich aus falsch verstandener Kameradschaft mit Uwe Böhnhardt in den Untergrund bewegt, so der Vater Mundlos. Sein Sohn fühlte sich geschmeichelt, als Freund von Böhnhardt zu gelten. Er geht nicht davon aus, dass die Flucht von Anfang an länger geplant war. Tage zuvor Uwe Mundlos noch bei einem Hausarzt und habe sich krankschreiben lassen. Weiter spricht er davon, dass Beate Zschäpe und Frau Böhnhardt ihn [unklar ob Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt] mit “psychologischen Mitteln” unter Stress gesetzt haben und von einer mehrjährigen Haftstrafe sprachen. Der Zeuge Mundlos sagt: Er Hätte es verstanden, wenn Uwe Böhnhardt von seiner Familie nach Mecklenburg-Vorpommern geschickt worden wäre, um ein bisschen unterzutauchen, aber nicht dass alle drei dann verschwunden sind.

18.24

Der Abg. Untermann fragt weiter zur Chemnitz-Verbindung, Vater Mundlos gibt an, dass er nicht wusste wo dort der Starke wohnt, er hätte aber über Bekannte rumgefragt. Er  “wäre bald selbst nach Chemnitz gefahren”, wenn die Familie Böhnhardt ihm nicht andere Andeutungen in Richtung eines Unterschlupfes im Raum Mecklenburger Land gegeben hätte. “Ich war nie bei Herrn Starke, ich habe ihn auch nie gesehen. Ich weiß nur dass er eine starke Bezugsperson für meinen Sohn war”.

18.22

Zwischendrin gibt er an, dass nach wie vor der Computer von Uwe Mundlos immer noch verschollen ist.

18.20

Der Abg. Untermann kommt auf die Äußerungen zurück, dass das Trio in den ersten vier Wochen hätte festgenommen werden können. Er will wissen, woher er sich die Sicherheit nimmt. Zeuge: Man hat bei der Garagendurchsuchung wohl 1-2 Adresslisten gefunden, die im Zusammenhang mit der Unterkunft in Chemnitz standen. Außerdem habe sein Sohn, der immer ordentlich war, ja auch massenweise Briefe von Thomas Starke aufbewahrt.

18.17

Die Abg. Pelke fragt den Zeugen Prof. Dr. Siegfried Mundlos weiter zu seiner Ansicht bzgl. der Morde und Überfälle des Trios nach der Razzia. Er antwortet kurz und knapp: “Wir sind ein Rechtsstaat. Die Schuld muss erst nachgewiesen werden, so lange gilt die Unschuldsvermutung”.

18.15

Vater Mundlos erklärt, dass es aus seiner Sicht einen erfolgversprechenderen Fahndungsansatz gegeben hätte: “Herr Roewer hat 400.000 DM eingesetzt um in das Umfeld des Trios einzudringen. Hätte er davon nur ein zehntel genommen und das als Kopfgeld ausgesetzt…. ich bin der Meinung, die gefährlichen Sprengstoffterroristen hätte man innerhalb einer Woche gehabt!”

18.13

Die Abg. Pelke interveniert nochmal und äußert, dass man doch im Nachgang die Erkenntnis habe, dass es doch nicht nur naive Jugendliche waren. Vater Mundlos reagiert: “Die waren sau naiv!” , zumindest sein jugendlicher Sohn, meint er. Sie fragt weiter zum Verbleib der drei und in wiefern er an entsprechenden Absprachen beteiligt war.  “Ich betone es nochmal ganz deutlich: Es gab nie einen Deal zwischen Familie Mundlos und dem Verfassungsschutz oder der Polizei […] über eine Rückholaktion”.  “Ich hätte mich sofort für eine Rückhol-Aktion angeboten”. Er empfindet es als systematisch, dass der Verfassungsschutz in seinen Äußerungen immer wieder Familie Böhnhardt und Familie Mundlos verwechsele. 

18.11

Vater Mundlos moniert ein weiteres mal die Kripo Live Sendung zur Fahndung nach seinem Sohn sowie Böhnhardt & Zschäpe.  Er selbst hätte [roten Hakenkreuz-]Koffer als “vollkommen harmlosen Koffer” empfunden, im Fernsehen sei er aber so dargestellt worden, als könne der explodieren. “Man braucht doch die Bombenattrappe zu einer Bombe hochstilisieren” meint er. Der Vater von Uwe Böhnhardt habe da auch einige Dinge gesehen, die aus seiner Garage stammten. Er kenne solche Propaganda-Aktionen gegen missliebe Personen aus DDR-Zeiten, gibt er an. Er erwähnt die Observation von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, bei der der Kauf von Brennspiritus und Gummiringen beobachtet worden sein soll. Vater Mundlos: Er hätte daraus keinen Anschlag geschlussfolgert, sondern dass sie für die Oma Einweggläser besorgen [!?].

18.08

Die Abg. Pelke fragt nochmal zum Tag der Durchsuchung, als er das Fahrzeug der Familie Böhnhardt sah. Er hätte die Polizeibeamten angesprochen, die meinten aber, dass nicht Herr Böhnhardt betroffen sei, sondern jemand anderes.  Er sei dann zu Familie Böhnhardt gefahren.

18.06

Die Abg. König liest dem Zeugen einige Namen aus der damaligen Zeit vor.  Frank Liebau , Andreas Schulz, Enrico Theile, Juliane Walther, Andre Kapke, Chr. K., Holger Gerlach, Thomas Grund. Walther und Kapke kenne er ja, wie bereits geäußert. Auch Thomas Grund sei ihm in Erinnerung, in “sehr negativer” Art. Mundlos: “Die jungen Leute hatten sich in Winzerla die Mühe gemacht und wollten sich einen Jugendclub [Winzerclub] bauen, mit eigenen Händen…” und dann als Veröffentlichungsfeier war, hätte sich der Herr Grund alias Kaktusund noch wer als Leiter präsentiert.  “Nur der Herr Grund ist nicht die geeignete Person gewesen” und spricht auf IM/Stasi-Geschichten an. Angeblich hätte er entsprechende Zweifel nicht ausräumen können, Grund sei für ihn damit nicht die richtige Besetzung für den Jugendclub gewesen, so Mundlos. Außerdem hätte der Alkoholmissbrauch zugelassen und sich verdrückt, wenn handgreifliche Leute kamen, so der Zeuge. Wurde denn seitens des Jugendamtes nach dem 26. Januar 1998 Kontakt aufgenommen? “Nein” meint Mundlos, es gab überhaupt kein Kontakt.

18.04

Der Zeuge erinnert sich nochmal an die Begebenheit am 26. Januar: Da sei er Richtung Schnellstraße gefahren, “da sah ich da dem Böhnhardt sein Auto, als es durchsucht wurde”, er sei ausgestiegen und habe gesehen, dass Böhnhardt nicht dabei war. Dann hat er das der Fam. Böhnhardt gesagt. Die hätten dann geäußert, dass ihr Sohn aus Angst vor einer Haft flüchtete. Sein Sohn Uwe Mundlos sei dann aus “falsch verstandener Freundschaft mitgeflohen”, so der Zeuge.

18.02

Der Vater Mundlos berichtet, das die Familie Böhnhardt nach dem Verschwinden des Trios ihm gegenüber angab: “Die sind in Mecklenburg bei Verwandten von uns”. Die Abg. König fragt nach, wer das genau sagte? Er: Wahrscheinlich beide (Vater + Mutter Böhnhardt).

18.00

Er erwähnt zwischenzeitlich noch einen Polizeibesuch von 3-4 Beamten, bei dem diese einen Rucksack mitnehmen wollten oder mitnahmen. Über die Razzia in der elterlichen Wohnung war er not amused.

17.58

Die Abg. König fragt weiter und möchte wissen, woher er seinen Verdacht auf Chemnitz hatten bzw. wann der kam und auf welchen Informationen dieser Verdacht basiert. Vater Mundlos: Als sein Sohn bei der Armee war und an einem Wochenende nachhause kam, sei er los gefahren, er habe noch einen Brief oder Visitenkarten bei ihm gesehen mit Charli Chaplin “Der große Führer”. Mundlos sei dann nach Chemnitz gefahren und wurde dort irgendwo festgenommen, wegen eines Rechtsrock-Konzertes oder einer rechten Kundgebung. Am Sonntag oder Montag sei er dann nach Chemnitz gefahren, über 30-40 Leute wurden von der Polizei in einer Turnhalle festgesetzt und kamen dann nach Mitternacht raus “Da wollte ich meinen Sohn unbedingt mit überzeugen, dass er mit nach Jena kommt”, auch wollte er den Hund [von Stefan Apel?] mitnehmen, weil der auch festgesetzt war. Aber: Die jungen Leute wollten vor den Chemnitzern scheinbar nicht zeigen dass sie jetzt von Papa abgeholt werden”. Die Jenaer seien dann mit den Chemnitzern in Richtung Neubaugebiet zusammen verschwunden. Er erinnert sich auch, dass sein Sohn einen relativ starken Briefverkehr mit dem Starke aus Chemnitz gehabt habe. Auf die Frage der Abg. König, ob das Wissen ist, was er zum damaligen Zeitpunkt schon hatte sagt er: Ja, der Name Starke tauchte damals öfter auf, der “war für mein Sohn ein Vorbild”.

17.53

Vater Mundlos kritisiert weiter, dass er nie ein Durchsuchungsprotokoll der Polizei ausgehändigt bekam, aus dem hervorging, welche Wohnung denn von Uwe Mundlos durchsucht wurde. Die Familie Mundlos habe damals festgestellt, das private Dinge nach der Durchsuchung fehlten, so u.a. eine Stereoanlage und ein teures Mountainbike. Da habe er sich auf den Weg gemacht um das Protokoll einzusehen, fuhr nach Erfurt zum LKA und habe sich vorgestellt. Man habe ihn sehr freundlich weitergelassen zur Staatsschutzabteilung, wo Aktenordner aufgestapelt waren und Bilder vom Kapke  & Co. an den Wänden befestigt waren. “Da hing der halbe Thüringer Heimatschutz, so wie ich ihn kenne” erinnert er sich. Als er sich verabschiedete, habe ihm ein Polizist geraten, dass wenn er Einfluss auf seinen Sohn habe, dann versuchen soll, dass dieser sich als Kronzeuge anbiete. Das ging jedoch nicht, so Vater Mundlos.  “Da war er zu gradlinig, zu ehrlich, dass hätte er nicht gemacht”.  Danach sei er nach Jena gefahren, direkt zum Herrn Kapke und habe ihm gesagt: “Ich habe gehört du sprichst ganz gerne” bzw. sinngemäß “Man liebt den Verrat aber nicht die Verräter”. [Dann sei das 3000 DM teuere Mountain-Bike wieder zurückgekommen?], “Herr Kapke ist ein ganz ehrlicher Mensch” sagt er mit unüberhörbar zynischen Unterton.

17.50

Der Abg. Kellner fragt weiter, ob er selbst versucht habe seinen Sohn zu suchen. Das habe er mehrfach getan. “Das ich versucht habe meinen Sohn zu finden sehen sie schon dabei dass ich den Chef des LfV in einer öffentlichen Veranstaltung [nach einem Lebenszeichen] gefragt habe”. Er hätt jedoch nur begrenzte Kapazitäten gehabt, da er beruflich eingebunden war und einen  schwerbehinderten Sohn habe. Die genannten Ereignisse waren nur Zufallstreffer.

17.48

Auch aus der Polizei sei der Kommentar zu ihm gekommen: “Wir haben ja auch noch richtige Verbrecher zu suchen außer die drei mit der merkwürdigen Bombengarage”. In dem Atemzug relativiert er nochmal die Bedeutung der Garage : “Die Garage ist so wie sie dargestellt wurde nur Propagandaobjekt” und ist sich erneut sich sicher: Sein Sohn hätte das niemals gemacht, andere Menschen mit Bomben in die Luft zu jagen. Er fragt in die Runde: “Wo sind denn die Bomben?”.

17.46

Der Abg. Kellner fragt nochmal nach der Häufigkeit zu den Informationen an Wunderlich. 1x meint Vater Mundlos, in der Sache mit dem Fluchtwagen habe er ihn informiert. Er habe auch mal im Internet eine Fahndungsmeldung gesehen, die jungen Männer [Mundlos / Böhnhardt] könnten Waffen besitzen. Da habe er Wunderlich gefragt, ob es dazu konkrete Erkenntnisse gibt, Wunderlich hätte nur gesagt, dass es die Standartverfahrensweise sei,  eine Schusswaffe zu bekommen sei ja auch kein Problem.

17.42

Ich habe mich immer gewundert… wer ist denn das, der meinem Sohn so blöde Ideen in den Kopf setzt” fragte sich Vater Mundlos damals, wie er heute im Ausschuss erzählt und offensichtlich nach wie vor so denkt. Erinnert sich, dass er einmal seinen Sohn ansprach “Sag mal Uwe… wenn ihr in 10 Jahren an die Macht kommen würdet… meinste, dass sich der Andre Kapke dann in Medizin auskennt?”, das Bildungswesen, Medizinwesen etc… all das brauche doch das Land, hab er gesagt, wie er im Ausschuss schildert.

17.40

Zwischendrin wiederholt er nochmal seine These, dass Brandt und andere führende Leute dazu da waren, Jugendliche anzulocken, damit der Verfassungsschutz die Kenntnis über deren rechte Aktivitäten dann als Erfolgsmeldung verkaufen könne, “in Wirklichkeit sind das nur Reingelegte” glaubt er.

17.38

“Dann kam er [Uwe Mundlos] zur Armee”. Danach hätte ihn ein ein Freund überzeugt, sein Abi nachzuholen. Da habe Vater Mundlos er gehofft, dass sein Sohn Uwe das packe und aus dem Milieu rauskomme. “Wenn ich aber heute weis, dass mein Gegenüber der Verfassungsschutz gewesen ist, dass der Herr Brandt mit 200.000 DM ausgerüstet war und es ein leichtes war…” das Brandt die jungen Leute rumkutschieren könnte, erzählt der Vater aufgebracht… “Der Thüringer Heimatschutz wäre nie so gediehen wenn der Verfassungsschutz da nicht tüchtig Steuergelder reingesteckt hätte!”. Das seien ja neben Brandt auch andere gewesen, erinnert er.

17.36

Der Abg. Kellner fragt nach, wie er grundsätzlich zum Tun der drei Stand. Vater Mundlos erklärt, dass er in den frühen 90er Jahren Beate Zschäpe und seinen Sohn kannte. Zschäpe konnte man eher links zu ordnen, sie hat sich geärgert dass Mundlos Springerstiefel trug, erklärt Vater Mundlos. “Das waren nicht nur Rechte sondern auch Punks”. Er habe versucht sie einer sinnvolle Beschäftigung zuzuführen und habe sie an den Campingurlaub ran geführt. Unter anderem campte man damals in Krakau. Auch habe er ihnen den Zeitzer Braunkohlensee empfohlen, dort seien sie dann wochenlang dann hingefahren mit Campingausrüstung, “auf die weise habe ich versucht die aus diesem Milieu rauszuholen”, so der Zeuge.

17.34

Auf die Frage, aus welcher Motivation er 2005 heraus eine Vermisstenanzeige gestellt habe, sagt er: Die Motivation sei logisch. Er dachte, evtl. ist ein Unglücksfall oder ein Verbrechen passiert. Er habe es auch schon viel früher passiert, aber wegen der Fahndung konnte er keine Vermisstenanzeige stellen.

17.32

Vater Mundlos glaubt, dass man die drei benutzt habe, “um in gewissen Kreisen Informationen zu bekommen”. Er äußert sinngemäß, dass der Verfassungsschutz wollt, dass sein Sohn zusammen mit Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Januar 1998 aus Jena in den Untergrund ging. Die Bombenwerkstatt könne dazu auch die Legende gewesen sein, so seine Thorie, um als “U-Boot” an die “heran zu kommen, an die man sonst nicht heran kam”. “Ich werde alles daran setzen, um diese Schweinerei, diese Schreibtischtäter aufzudecken”.

17.30

Die Abg. Marx fragt nochmal zur Verfassungsschutz-Veranstaltung im Hotel Explanade. Der Zeuge kritisiert erneut Helmut Roewer:  “Der Herr Roewer fühlt sich sehr sicher”, faktisch sei die Familie aber nie informiert wurden durch den Geheimdienst. “Wir wurden nie informiert über eine Rückholaktion”, auch alles was Frau Böhnhardt erzählte sei bei ihm oder seiner Frau nicht angekommen. “Wenigstens 3-4 Jahre hatte Frau Böhnhardt mit denen [den Flüchtigen] Kontakt” weis er. “Die können doch nicht so blauäugig sein, dass jemand ohne Arbeit auf legalen Weg Geld verdienen kann” sagt er in Richtung des Verfassungsschutzes.

17.26

“Ich habe mich immer gewundert, wenn die drei zusammenbleiben, dann müssen die doch auffallen […] insbesondere in Sachsen” so der Zeuge zwischendrin. “Das ist unbegreiflich, dass man da nicht auf zwei junge Männer kommt…die sahen nach den fast 13 Jahre fast so aus wie 1998″ [als nach dem 4. November 2011 weitere neue Bilder von ihnen bekannt wurden].

17.24

Zum Schäferbericht äußert er noch: “Herr Schäfer kann ja nur darüber berichten, was er für Akten hatte.”, mit dem Bekanntwerden der Beseitigung von Operation Rennsteig Akten ein paar Wochen später habe sich gezeigt, dass auch der Schäferbericht unvollständig sei.

17.22

Zunächst geht es nochmal um den anonymen handgeschriebenen Brief, mit dem Vorwurf, dass Beate Zschäpe Informantin sei. Auf Nachfrage gibt er an, dass er diesen weggeworfenhabe, da er keinen Beweiswert für ihn hatte. “Aber sie hätten die Möglichkeit gehabt, das Amt von Herrn Roewer umzukrempeln” sagt er in Richtung des Ausschusses. Kontoauszüge oder Quittungen [im Kontext mit einer Informanten-Tätigkeit von Zschäpe] hätten mehr Beweiswert gehabt, so der Zeuge. Er habe das Schreiben als Warnung empfunden. Auf die Frage warum er den Zettel weggeworfen habe: Damals sind wir zugemüllt worden mit allen möglichen Schreiben, “überall hingen die Steckbriefe”.

17.20

Auch Juliane Walther habe er negativ in Erinnerung, die sei einmal auf die Mutter von Uwe Mundlos zugekommen und hätte das Vertrauen ausgenutzt. U.a. ging es da um den Wohnungsschlüssel und sie habe auch erzählt, dass keine Durchsuchung bei Mundlos stattfand. Später habe sich das als falsch erwiesen und sie hätten versucht sie zur Rede zustellen. “Bei Juliane Walther hatte ich schon gleich Bauchschmerzen” so Vater Mundlos. Weiter: “Die Tatsache, dass die Frau Walther als Vertrauensperson für den VS gearbeitet hat lässt ja den Schluss zu […] dass der Herr Andre Kapke mit Sicherheit eine Quelle des Verfassungsschutzes ist”, erinnert er sich an andere Erlebnisse.

17.18

Der Zeuge spricht eine weitere Aktion an: “Ich hatte den Eindruck, irgendwer wollte uns ganz gewaltig reinlegen”, er bezieht sich auf eine Kreditkarte, die er anschaffen und über Juliane Walther ans das Trio weiterreichen sollte werden sollte. Die Empfehlung kam wohl aus Polizeikreisen, da man sich erhoffte darüber Informationen zum Aufenthaltsort zu erlangen. Da habe er den Vorschlag gemacht: Herr Wunderlich, wenn das wirklich notwendig ist, dann geben sie mir das schriftlich, dass die zu Zwecken der Fahndung zur Verfügung gestellt werden. Er wolle nicht später als derjenige gelten, der die Flüchtigen unterstützt habe. Darauf sei Wunderlich nicht eingegangen. Vater Mundlos dachte sich dann, dass man ihn veräppele. Er weigerte sich bei der Aktion mitzumachen.

17.16

Ihm wird aus einer Akte vorgelesen, in der sinngemäß steht: Aus der LKA-Fahndungsakte ergebe sich, dass es schwierig sei, Vater Mundlos zur Mitarbeit für das Auffinden des Trios zu bewegen. Es gebe Keine Hinweise auf Aufenthalt, keine Kontaktversuche des Sohnes. Vater Mundlos bestätigt: “Wir haben nicht ein Hinweis gehabt. Das wundert mich auch. Dass sich unser Sohn nie gemeldet hat bei uns”.

17.14

“Dadurch dass Frau Böhnhardt 4 Jahre nicht sagte, wo die anderen sind, habe sie 4 Jahre lang Leute gedeckt mit denen sie nicht in erster Linie verwandt ist, das ist auch Strafvereitelung!” kritisiert Vater Mundlos.

17.13

Dann spricht er vage von einer These wonach der Verfassungsschutz bei der Flucht vielleicht in irgendeiner Form beteiligt war. “Der Verdacht legt sich nahe […] lieber in den Untergrund als zum Spitzeln in den Knast”. Deswegen habe er schließlich Strafanzeige erstattet.

17.12

“Ich hätte meinen Sohn gezwungen zur Staatsanwaltschaft [zu gehen], um diese Geschichte mit der Garage zu klären”.  Uwe Mundlos, so ist sein Vater überzeugt, “hatte sich ja gar keine Straftat schuldig gemacht” und weiter: “Die waren nicht straffällig”, er denkt, dass Zschäpe bei einer Rückkehr nicht mehr als 14 Tage hätte verbüßen müssen. Uwe Böhnhardt war zu 2-3 Jahren wegen krimineller Delikte verurteilt worden, “nicht wegen dem Puppentorso” erklärt er. Dort sei er freigesprochen wurden. Familie Böhnhardt hatte panische Angst gehabt, dass ihr Sohn nochmal ins Gefängnis muss. Dort habe er schlimme Dinge erlebt.

17.11

Vater Mundlos gibt an, dass dass Fahrzeug [seines Sohnes] Ford Escort J-AH-41 nach der Flucht vor seiner Wohnung stand und als geklaut gemeldet wurde. Das hätte ihn verwundert.  Dabei, sei dass doch gar nicht das Fluchtauto gewesen. Das richtige Fluchtauto [des Wohlleben] “nach dem durfte aus Datenschutzgründen nichtmal gefragt werden”.

17.10

Chemnitz kam ja nun nicht wirklich überrascht erklärt der Zeuge sinngemäß. “Sie waren tatsächlich da hin gefahren wo sie auch vorher hingefahren sind […] Zum Ex-Lover der Frau Zschäpe, dem Herrn Starke”. Mundlos bezeichnet ihn als Vertrauensperson der Polizei, der Ex-Stasi, der auch das TNT für das Trio gebracht hat[ und bezieht sich damit wohl auf Pressemeldungen viel später nach dem Tod seines Sohnes]. “Wenn sie 1+1 zusammenzählen können, dann können sie zum Schluss kommen […] man hat gewusst, dass sie in Chemnitz sind! Man hätte in den ersten vier Wochen die unbedingt fassen können”, alles andere sei “Unfug”.

17.07

Ein anderes mal hätte er gegen Mitternacht das Auto von Wohlleben gesehen und einen Streifenpolizist in der Nähe informiert. Als Reaktion kam: “Herr Mundlos, dass geht nicht so einfach, da werden Persönlichkeitsrechte verletzt, die der Tante von Wohlleben”, weil auf die das Auto zugelassen gewesen sein soll, meinte der wie Vater Mundlos schildert.

17.06

Vater Mundlos berichtet dass er [nach er Razzia] eines Tages losgefahren sei und unterwegs das Auto seines Sohnes vor der Wohnung von Ralf Wohlleben gefunden habe. Er habe dann das Auto mit 2. Schlüssel mitgenommen und vor seiner Wohnung geparkt. Daraufhin habe Ralf Wohlleben Kontakt zu ihm gesucht. Wohlleben äußerte, dass er ohne Auto nun nicht mehr zu seiner Arbeitsstelle nach Rothenstein komme, weil er sein Auto ja dem flüchtigen Trio gegeben habe. Damit Ralf Wohlleben nicht seinen Job verliert habe ihn dann Vater Mundlos [im Frühjahr 1998] 1 bis 1,5 Wochen lang jeden Morgen nach Rothenstein gefahren und Abends wieder abgeholt. “Hoffentlich ist bald das Fluchtauto wieder da” wirf er noch als Gedanken in den Raum [unklar, ob damals sein Gedanke oder der von Wohlleben oder beiden].

17.04

Vater Mundlos kommt auf die Vernehmung des Zielfahnders  Wunderlich zu sprechen, offensichtlich hat er diese in den Medien mitverfolgt. Damals ging es um dasunfallbeschädigte Fluchtauto des NSU-Trios. In den Akten wurde ein Auszug aus dem Polizeiregister gefunden, mit handschriftlicher Notiz von Wunderlich mit dem Kennzeichen des Autos von Ralf Wohlleben. Vater Mundlos: Wenn Wunderlich nicht gewusst haben will, dass das der Fluchtwagen war, dann entspricht das “nicht der Wahrheit”, so der Zeugte.

17.02

Der Zeuge erzählt außerdem, dass ein Bekannter von ihm den Bombenkoffer am Jenaer Theater damals fand. Der sei leer gewesen und hätte nichts als ein leeres Alurohr enthalten, ist er sich sicher. Der Koffer wurde 6 Wochen lang da aufbehalten. Später sei der Koffer bei Kripo Live gezeigt worden. Er kritisiert, dass er dort als “Propaganda” instrumentalisiert worden sei, ebenso wie die Garage zum “Propagandaobjekt” wurde. Er hält die Darstellungen in der Öffentlichkeit für übertrieben und berichtet, dass er damals deswegen Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt habe. Auch hätte Vater Mundlos selbst dann auch bei Kripo Live angerufen.

16.59

Vater Mundlos bringt auch sein Unverständnis über den Ablauf der Garagenrazzia am 26. Januar 1998 in Jena zum Ausdruck: “Wenn ich zusammenhängend drei Garagen durchsuche [verstehe ich nicht, ] wieso ich die Beteiligten nicht so lange festhalte, bis das Ergebnis der Durchsuchung feststeht”. Er erinnert sich, dass Zschäpe nicht bei ihrer Garage war und später hörte er, dass der Garagenbesitzer erst 2001 informiert worden sein soll. “Wir haben Gottseidank Frau Marx und den Thüringer Untersuchungsausschuss, die werden Klarheit bringen!” zeigt sich der Zeuge hoffnungsvoll.

16.57

Zur Adress-Liste die bei seinem Sohn gefunden wurde erklärt Vater Mundlos: “Das ist doch kein NSU Netz, das ist ein Verfassungsschutz Netz!” und zählt einige der dort stehenden Namen auf: Kai Dalek, Tino Brandt, Thomas Starke… diese wären später als V-Leute aufgeflogen. Wenn bei 30 Adressen 5 V-Leute dabei sind, dann ist das schon beachtlich. Sei Sohn sei “von einem V-Mann zum nächsten V-Mann weitergereicht” worden, ist er sich sicher.

16.52

“200.000 DM waren sehr viel” erklärt er nochmal zur Honorar-Höhe an den Spitzel. Das hätte genügt, damit in Rudolstadt “10-20 Leute einstiegen” oder man mit dem VW-Bus regelmäßig nach Bayern fahren konnte.

16.49

Vater Mundlos hat seine ganz eigene Theorie: Tino Brandt sei quasi nur das Instrument des Verfassungsschutzes zur Arbeitsplatz-Sicherung gewesen. Er erklärt das mit Rechtsrock-Konzerten, da seien junge Leute hingebracht worden und immer wenn der Brandt einlud, war 5 vor 12 die Polizei da und hätte dann Maßnahmen durchgeführt. “So dass dann naive verblendete Leute, die gar nicht wussten was da geschieht, polizeilich bekannt wurden” erklärt der Zeuge. “Die Rädelsführer gehen straffrei aus”. Die jungen Konzertbesucher seien “Naivlinge sich zu so einer Veranstaltung haben hinlocken lassen, nur weil sie sich dummerweise haben reinlegen lassen” erklärt Mundlos. Ebenso erzählt er von vermeintlich unschuldigen Mädchen, welche die Polizei am Wochenende auf dem McDonalds Parkplatz einkassiert habe, weil sie davon ausging, diese wären auch Rechtsrock-Besucher. Sie hätte man  in einer Turnhalle bis zum nächsten morgen festgehalten, erzählt der Zeuge.

16.47

Der Zeuge kritisiert die V-Mann-Praxis des Thüringer Verfassungsschutzes grundsätzlich. Durch die Übergabe von bis zu 200.000 DM an den V-Mann Brandt sei an der Entstehung des Thüringer Heimatschutzes maßgeblich von Herrn Roewer mitgewirkt wurden. “Ohne den Herrn Brandt und ohne den Herrn Kapke wäre diese Gruppierung nie so entstanden”.

16.46

Vater Mundlos erinnert sich an die Veranstaltung in Jena, er war mit einem FDP-Abgeordneten dort. Der meinte, wenn “wenn du was erfahren willst, frag doch mal den obersten Chef”. Es waren auch zwei Punks im Publikum gewesen. Dann “dann marschierte angeführt von Andre Kapke das Jenaer Jungvolk ein”, dass seien 10 Leute in schwarz gewesen, diese wurden direkt von Herrn Roewer kameradschaftlich gegrüßt. Roewer ist während des Vortrages als eine Art Anwerber von Informanten aufgetreten, schildert Vater Mundlos.

16.44

Im nächsten Satz kritisiert der Vater Mundlos die damalige Spitze des Thüringer Verfassungsschutzes. Roewer und Nocken würden immer wieder “Äußerungen tätigen… sie tun immer wieder so, als ob sie mit uns gesprochen hätten”, was aber nicht der Fall sei, betont der Zeuge. Er habe Roewer ein einziges mal getroffen. Das war im Hotel Exlanade in Jena. Da habe er Roewer am Rande eines Vortrages gefragt, ob es ein Lebenszeichen des Trios gebe. Roewer verneinte. Heute weis er, dass das damals nicht stimmte, erklärt der Zeuge.

16.42

Er denkt darüber nach, ob dass nicht sogar von den beiden Verfassungsschützern selbst kommt, die bei ihm vorstellig wurden, will aber nicht weiter Spekulationen verfallen, erklärt er. Für ihn sei die Sache erledigt. Auch der Schäferbericht hat das geschrieben, “fast zu ausführlich”.

16.40

Es geht nun um den Brief mit Äußerungen über eine V-Mann-Tätigkeit von einer Person aus dem Trio. Vater Mundlos gibt an: Ja es gab ein solches anonymes Schreiben. Darin wurdeBeate Zschäpe als Spitzel/Informatin bezeichnet. Er habe das auch etwas bedrohlich wahrgenommen. Dann habe er Zielfahnder Wunderlich angesprochen, ob der sich vorstellen könne, dass so etwas sein kann und der habe dies bejaht. Wunderlich habe dann ja auch 2001 einen Bericht geschrieben, wo er sich darauf bezog. Da er das Schreiben als nicht “aufhebenswürdig” einstufte habe er dies schließlich in den Müll geworfen, so der Zeuge.

16.38

Der Zeuge berichtet über weitere Abhöraktionen. [Im Mai 2000?] “da wurde nicht nur meine Frau, da wurde der ganze Rewe-Markt abgehört”, da seien Persönlichkeitsrechte verletzt worden moniert er und beklagt dass seine Familie nur aus Berichten wie des Schäfergutachtens oder Presseartikeln von solchen Maßnahmen erfahren habe. Er hätte sich gewünscht, wenn ihm nach gewisser Zeit von den Behörden mitgeteilt worden wären, dass Abhöraktionen statt fanden und diese jetzt beendet sind.

16.34

“Ich erzähle ihnen die Dinge kurz und bündig und sie sind viel harmloser als man es sich vorstellt” erzählt Vater Mundlos einleitend. Er habe sich dreimal mit dem Herrn Wunderlich von der Thüringer Zielfahndung getroffen und einmal mit den Herren vom Verfassungsschutz. Die Verfassungsschützer trugen beim Zeugen vor, dass man sich bei ihnen melden solle falls es der Sohn anrufe oder anderweitig reagiert. Aber bitte nicht über das eigene Telefon, sondern über eine öffentliche Telefonzelle, da das eigene Telefon überwacht würde. Gleichwohl korrigiert er bisherige Darstellungen, dass dadurch die Telefonüberwachung der Polizei verraten wurde. Der Zeuge meint: Von der Überwachung wusste man schon vor diesem Tipp des Verfassungsschutzes. Das Verhalten des Zielfahnders Wunderlich selbst durch einen Anruf hätte einmal daraufhin gedeutet, das man abgehört werde.


16.32
Nächster Zeuge: Prof. Dr. Siegfried Mundlos, er wird dieses Jahr 67, ist verheiratet und Pensionär.
 
ua-vatermundlos
 
14.20
Verschiedenste Aktenstücke wurden und werden verlesen. Vom Gasserbericht hin bis zu alten Verfassungsschutz-Berichten, einzelnen Akten-Teilen, Namen, Vorstrafenregister, etc. Aus verfahrensrechtlichen Gründen müssen die Abgeordneten die Dokumente vorlesen. Sie versuchen sich im Schnellvorlese-Contest. Die Abg. Marx und die Abg. König halten bislang den Rekord.

13.00

Am Ende der Mittagspause erinnern sich die Abgeordneten scherzend, dass heute ja der 11. 11. ist und man ja eine kleine Schredderaktion im Ausschuss machen könne, in Erinnerung daran dass vor zwei Jahren zur selben Zeit beim Bundesamt für Verfassungsschutz die Akten von Thüringer V-Leuten vernichtet wurden. Aus Richtung des Justizministeriums sind Andeutungen zu hören, dass man so viel Papier vorrätig hätte, das man da sicherlich was dazu beisteuern könne  ;)

12.38

Um nicht unnötig Zeit verstreichen zu lassen, schlägt die Vorsitzende vor, um 12.30 Uhr eine Verlesestunde für die notwendige Verlesung von Akten dazwischen zu schieben.

12.37

Die nächste Zeugin fällt heute aus. Der Zeuge danach, Vater Mundlos kommt erst nach 15 Uhr dran.

ua-schrank

12.36

Der Zeuge ist damit entlassen.

12.35

Es gibt keine weiteren Fragen an den Zeugen.

12.35

Auf Nachfrage der Abg. Walsmann äußert Peter Werner zur Garagenrazzia 1998 “Mir ist völlig neu, dass das Verfahren, was zur Durchsuchung in Jena führte, beim LKA bearbeitet worden wäre”.

12.34

Der Abg. Untermann fragt nochmal nach der Bezeichnung “Grauer Wolf”, der Zeuge meint, dass er unter den Kollegen so genannt wurde. Untermann fragt weiter zur Übernahme der Abt. 6, der Chef sei auf ihn zugekommen und fragte ihn  “Was hältsten davon, wenn du die 6 übernimmst?”, da habe er dann ja gesagt, die Stelle sei ja auch besser bezahlt worden. Der Abg. Adams fragt nochmal zur Garagendurchsuchung. Der Zeuge meint, die wäre nicht in seinem Bereich gewesen, er denkt, dass es sich dabei um ein in Jena laufendes Verfahren handelte. Auf Nachfrage von Adams zur BKA-Beteiligung erklärt er ein weiteres mal, dass er davon nichts gewusst habe.

12.31

Die Abg. König spricht weiter zu einer Geburtstagsfeier 1998 in Chemnitz und einem möglichen Zugriff, über die Herr Schrader beim letzten Ausschuss berichtete. Er äußerte, dass er da mit Peter Werner in Kontakt stand. “Mir ist davon nichts bekannt”. Er erklärt auch, dass er davon ausgeht, bei einem geplanten Einsatzabbruch informiert zu werden. “Nun geht es hier nicht ums Zielfahndungskommando sondern um das SEK”. Werner: “Dass SEK?” fragt er überrascht. “Dass das SEK eingesetzt werden sollte ist mir nicht bekannt”. Über einen MEK Einsatz wüsste er auch nichts.

12.30

Weiter geht es um eine Äußerung von Verfassungsschützer Schrader, der ausgesagt habe, dass Herr Werner ihn mit der Fahndung Verfassungsschutz nach dem Trio angewiesen hätte.  Der Zeuge lacht. “Glauben sie, dass ein Abt. Leiter des LKA dem Verfassungsschutz Aufträge erteilt?” fragt er die Abgeordnete. Sie “Ich kann mir mittlerweile vieles vorstellen.”

12.27

Die Abg. König weist daraufhin, dass Herr Wunderlich in einer vorangegangenen Sitzung äußerte, er habe seine Kritik zum Verfassungsschutz im Auftrag des Peter Werners erstellt. Grund sei gewesen, dass Werner zum Behördenleiter gehen musste und dafür eine Zusammenstellung über die Thesen anforderte. Die Abg. liest ihm aus Wunderlichs Thesen vor, speziell die  3. “Durch Führungskräfte des Thüringer LKA in Erfurt wurde mehrfach angedeutet, dass die Fahndungsmaßnahmen des Zielfahndungskommandos in der Vergangenheit kurz vor dem Erfolg standen, jedoch erfolglos bleiben mussten.”.  Er erinnert sich daran nicht. Auf die Frage wann das war?  “14. Februar 2001″. Der Zeuge: Am 14. Februar 2001 kann er da nicht verantwortlich gewesen sein. Das hat “der Herr Wunderlich nicht in meinem Auftrag geschrieben, weil ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für die Zielfahndung verantwortlich war”

12.26

Auf die Frage, ob er gleichgestellt war wie der Leiter des LKA verneint der Zeuge das, er sei auch kein Vize-Leiter des LKA. “Ich war Abwesenheitsvertreter von Herrn Luthardt”, bei Krankheit oder Urlaub.

12.25

Die Abg König fragt nach: Haben sie mit dem BKA zusammen zum Trio gearbeitet? “Nein”. Wussten sie, dass das BKA informiert war? “Nein”. Die Abg. König liest ihm Äußerung von Herrn Luthardt vor, in denen der Zeuge als “graue Eminenz” der Behörde bezeichnet wird. Ob das zutrifft, fragt sie. “Darf ich deutsch sprechen?” fragt er zurück. “Ich hatte den Ruf “Grauer Wolf”. Ich war nicht immer einfach”.

12.20

Die Abg. Walsmann fragt den Zeugen: “Wer war derjenige, der ihnen die Arbeitsaufträge erteilt hat? “Der Präsident oder der Vizepräsident”. Darüber sei ein Auftrag möglich. Es sei auch möglich, dass die sachbearbeitende Dienststelle sich direkt an ihn Wende und um Zielfahndung bete, der Weg stehe ebenso offen. “Ich kenne keine Beschwerden zur Arbeit der Zielfahndung” erhalten.

12.15

Der Abg. Kellner fragt wie lange das Aufspüren von Gesuchten bei der Zielfahndung dauerte. Er erinnert sich nicht mehr genau, mal wenige Tage, mal Monate. Vage Erinnerungsfragmente hat er nur einen möglichen Auslandsaufenthalt. Der Abg. Kellner fragt nach, was seine Aufgabe konkret war bzw. ob er die Zielfahndung überwacht habe. “Ich habe keine Zielfahndung überwacht, ich war Abt. Leiter gewesen. Als Abt. Leiter hatte ich die Verantwortung über alle dort befindlichen Bereiche”. Kellner fragt, ob die es sein kann, dass er deswegen nicht mehr so viel weiß, weil er nicht so dicht angebunden war. Der Zeuge bejaht das. Ob es auch daran lag, weil die Zielfahndung zum Trio nur nebenbei lief schließt er eher aus, da lief nichts “nur nebenbei”.

12.07

In welchen Fällen, hätte sich ein Dezernatsleiter an sie gewandt, fragt Adams. Wenn er gesagt hätte, “ich brauche mehr Leute oder die Zusammenarbeit mit der bearbeitenden Dienststelle klappt nicht”, dann wäre der Dezernatsleiter zu ihm gekommen. Der Abg. Adams fragt nach einem möglicherweise abgeblasenen Zugriff der Zielfahndung in Chemnitz und ob er darüber informiert wurde. “Das hätte normalerweise über meinen Tisch laufen müssen” und “Wenn dann ein Zugriff nicht durchgeführt werden soll, dass hätte normalerweise über meinen Tisch laufen müssen. “

12.05

Der Abg. Adams fragt nach: Die Fahndung nach dem Trio ging als Vermerk auf seinen Tisch, erklärt der Zeuge. Die Entscheidung, ob  eine Zielfahndung eingesetzt wird hat der Dezernatsleiter getroffen. Für seine Begriffe waren die Zielfahndungsfälle solche von flüchtigen Straftätern im gesamten Land Thüringen, die mit Haftbefehl gesucht würden. Der Abg. Adams fragt nach einer möglichen Überlastung der Zielfahndung. “Das sie überlastet gewesen sind, hätte ich nicht gesagt. Aber natürlich waren sie, wie eigentlich alle im LKA bis zum Strich beschäftigt”.

12.00

Der Abg. Adams fragt nach der Soko Rege, zu der er schon einmal von jemande anderem befragt wurde, wier angab. Adams möchte wissen, wer ihn dazu fragte. Der Zeuge: Der LKA-Behördenleiter Herr Jakstat im Juli 2012. “Der hat mir nur ein Schriftstück geschickt”. Auf Nachfrage ging es dabei konkret um den Verbleib der Soko Rege-Akten, ob er dazu Informationen die zum Auffinden helfen könnten geben könne. Der Zeuge Werner schrieb ihm zurück, dass er nicht weiterhelfen konnte.

11.57

Auf die Frage, warum er die Abteilungen damals gewechselt habe, äußert er das der damalige Abt. Leiter 6 aufgehört habe und die Stelle damals vakant war. Er wurde dann gebeten, den Posten zu besetzen. Er habe sich aber nicht beworben. “Wissen sie, die Abt. 6 damals war wichtiger als die Abt. 1″ sagt der Zeuge. Auf Nachfrage von Untermann: Weil die 6 mehr Aufgaben hatte, insbesondere bei der Kriminalitätsbekämpfung. Dass sei für ihn als Diplom-Kriminalist auch wichtiger gewesen, betont er.

11.55

Der Abg. Untermann fragt zum Status der Zielfahndung, weil ein anderer Zeuge ja äußerte, dass es keine richtige Zielfahndung war, sondern nur eine fahndungsunterstützende Maßnahme. Der Zeuge meint sich zu erinnern, dass sie von Anfang an eine Zielfahndung war.

11.54

Der Abg. Untermann fragt nach “Gibt es einen Grund, warum sie nicht gerne an die Details zurückerinnern?” Nein, äußert er. “Ich habe die 10 Jahr im LKA gerne gemacht, mir hat die Arbeit Spaß gemacht “.  Untermann: “Sie haben gesagt, die Zielfahndung war effektiv, woher wissen sie das, wenn sie immer nicht informiert wurden?”. “Ich wurde über die Zwischenstände kaum informiert”, man habe sich über das Endergebnis ausgetauscht, deswegen wüsste er von der Effektivität der Zielfahndung.  Abgesehen vom Trio, habe die Zielfahndung im In- und Ausland gut geklappt, so der Zeuge.

11.51

Als späterer Leiter der Abt 6. war er befasst mit den Themen Ermittlung / Wirtschaft / Schwere Straftaten. Damals sei noch der Staatsschutz mit in der Abt. 6 gewesen, später wurde diese dann aber abgetrennt. Die Vorsitzende Abg. Marx fragt nach Informanten / Gewährspersonen bei der Polizei “Inoffizielle Mitarbeiter sind mir nicht bekannt”. “Meines Wissens gab es keine IM seitens des LKA”. Eine Sondereinheit ZEX sei dem Zeugen nicht bekannt, er habe später gehört, dass diese gebildet worden wäre. Auch die 1999 gegründete Soko ReGe sei ihm nicht bekannt, genauso wenig die Auflösung der EG Tex.

11.49

Hätten sie als Leiter informiert werden müssen, wenn da das LfV personell mit unterstützt? “Ich weiß es nicht und “Das vermag ich nicht zu sagen”.  Er weiß das die Zielfahndung Verbindungen zum LfV hatte. “Wenn die Zielfahndung nicht offiziell, sondern so wie das dann üblich ist, den Verfassungsschutz fragt, habt ihr da eine Ahnung… so lange es da keine offizielle Zusammenarbeit gibt […]  muss mir das nicht gesagt werden”. In wie weit dass durch eine Richtlinie gedeckt ist fragt die Abg. König. Auf welcher Grundlage gab es diese inoffizielle Zusammenarbeit? Zeuge: “Absprache zwischen den einzelnen Kollegen, eine Richtlinie gab es nicht”. “Es gab keine offizielle Absprache mit dem Verfassungsschutz”.

11.46

Es geht weiter um Frage der Entscheidung [zur Einsetzung des Verfassungsschutezs ?] zur Fahndung nach dem Trio. Aus der Befragung von Herrn Lipphardt ging hervor, dass die Entscheidung von Lipphardt sowie den Kollegen Schneider, Luthardt und Werner getroffen wurde. Gab es diese 4er-Runden, fragt König? Zeuge: Nein, das war dann keine übliche Runde. In dieser Runde sei die Konstellation nur wegen Zielfahndungsaufgaben denkbar. Er erinnert sich an keine Fälle, wo der Verfassungsschutz mit einbezogen war. “Mir ist auch nicht bekannt gewesen, dass das Landesamt für Verfassungsschutz mit eingebunden war”.

11.42

Sie fragt nach der Informationskette zu den Ergebnissen der Garagenrazzia Januar 1998. Normalerweise hätte er von der Dienststelle in Jena informiert werden müssen, dass die Geschichte nicht so gelaufen ist wie geplant und dass die Zielfahndung jetzt beteiligt werde. “Ich hätte an dem Tag informiert werden müssen… hier ist ein Täter mit Haftbefehl flüchtig, bitte schaltet die Zielfahndung ein”. Vor 1998 hatte er vom Trio überhaupt kein Wissen.

11.41

Zum Werdegang befragt: Damals BKA-Bezirksstelle in Gera, dann aufgelöst, dann in den Aufbaustab des LKA gekommen, Herr Kranz habe ihn dann im LKA gebeten Abt. 1 zu werden, dass war er dann von 1991 bis 1998.  Warum nicht beamtet? “Ich war damals zur Wende 50″, da konnte man nicht mehr verbeamtet werden. Er konnte lediglich länger arbeiten.

11.38

Durch die Übernahme der Abt. 6, die “größte und wichtigste” im Haus hatte er schließlich genug zu tun und sei nicht mehr mit dem Trio befasst gewesen, erklärt er. Ob die Informationen nicht an die Staatsanwaltschaft gingen fragt Kellner. Wenn konkrete Hinweise bestehen, wo sich das Trio befindet, kann man die Staatsanwaltschaft einschalten, so der Zeuge. Die Zielfahndung kann aber auch ohne Staatsanwaltschaft jeder Zeit die Leute festsetzen erklärt er, informieren müsse man diese erst hinterher. Die Vorsitzende bringt einen Vermerk ins Spiel wonach, wonach die Staatsanwaltschaft Gera am 9.11.98 aufforderte, die Aktenführung zu verbessern. Er weiß davon nichts. Werner meint, dass Strafverfahren gegen die Gruppe war Sache der Dienststelle in Jena. Aus dem Strafverfahren heraus resultierte der Haftbefehl, so seine Erklärung. “Die Bearbeitung des Falles war nicht Aufgabe des Landeskriminalamtes und damit nicht der Abt. 1. “Ich hatte lediglich die Zielfahndung zu betreuen, naja betreuen ist falsch…ich hatte lediglich die Verantwortung, die Aufsicht”. Aufgabe war nur Täter aufzufinden, so Werner.

11.29

Über eine Zusammenarbeit mit dem [Brandenburger?] Innenministerium sei ihm auch nichts bekannt. Die Zielfahndung unterstand in der Abt. 1  dem noch dem Dezernat Fahndung, erklärt er. Der Abg. Kellner versucht mehr zu erfahren, der Zeuge erklärt, dass er 1998/1999 die Verantwortung hatte, aber “nicht unmittelbar damit beschäftigt wurde”. Ob die Fäden, also was ermittelt wurde, bei ihm zusammengelaufen sind, fragt Kellner. Die unmittelbaren Ermittlungen zur Gruppe liefen zur Zielfahndung und eventuell noch zum Dezernatsleiter Fahndung, der dafür verantwortlich war. Erst darüber hinaus, wenn es bedeutende Ereignisse gab, hätte er informiert werden müssen. Daran erinnert er sich nicht. Er war nie direkt mit dem Trio beschäftigt, erinnert sich nur vage über eine Information über das Absetzen ins Ausland.

11.24

Auch an Banküberfälle erinnere er sich nicht mehr. Die Vorsitzende Abg. bezieht sich auf Äußerungen des Verfassungsschützers Schraders, welcher öfter mündlich Infos ans LKA gab. Eines der überwachten Telefone lief ja auf das Brandenburger Innenministerium, er weiß dazu nichts. “Ich kann noch nicht mal sagen ob eine Telefonüberwachung gelaufen ist, dass weis ich nicht mehr”. Die Vorsitzende liest ihm Äußerungen des Zeugen Wunderlich (Zielfahndung) vor, wonach er meinte, als dieses Handy vom Innenministerium in Chemnitz eingeloggt war: “Da war für uns schon klar, wo der Hase lang geht”, er sei dann zum Abteilungsleiter gegangen. “Ich kann ein Mobiltelefon des Innenministeriums nicht einfach so aufschalten” so Wunderlich damals. Dazu habe er sich dann vertraulich an den Peter Werner gewand, der heute Zeuge ist. Der sagt jetzt: “Ich bin immer davon ausgegangen, dass Herr Wunderlich sehr ehrlich ist … mir ist nicht bekannt, dass er mit mir darüber gesprochen hat, dass Verbindungen zu Brandenburg bestehen, dass da Telefonüberwachungen bestehen oder dass da etwas getan werden müsste.”

11.20

Die Vorsitzende Abg. Marx bringt die Beschwerden des Zielfahnders Wunderlich über den Verfassungsschutz bei den damaligen Ermittlungen ins Spiel. In wiefern überhaupt eine Verbindung zum VS bestand war dem Zeugen überhaupt nicht bekannt, erklärt er. Da er 2001 nicht mehr im Dienst war, könne er da auch nicht mehr so viel sagen, so Werner weiter. Auch eine Meldung aus dem Jahr 1998 vom V-Mann Piato über eine mögliche Bewaffnung des Trios sei ihm nicht mehr bekannt. “Wenn Informationen zumindest zu mir gelangt wären, dann hätte es zumindest eine Beratung mit der Zielfahndung gegeben weil darin ja auch eine Gefährdung für die Kollegen besteht”.

11.15

Zum Haftbefehl gegen das Jenaer Trio äußert der Zeuge: “Für mein Begriff war das einer unter Viele,n ohne da etwas herausgehoben wurde”. Er erklärt, dass er in der Vorladung etwas zu Chemnitz las und meint, dass er sich überhaupt nicht daran erinnern kann, dass in Chemnitz ein Zugriff geplant war und dieser vereitelt wurde, da könne er sich auch nicht mal vage dran erinnern.

11.12

“Ich möchte erst mal grundsätzlich etwas sagen….” erklärt der Zeuge und verweist auf die lange Zeitspanne, in der die Ereignisse zurückliegen. Seit 12 Jahren ist er nicht mehr bei der Polizei. Damals war er Abt. Leiter 1, unter ihm stand die Zielfahndung, die mit der Suche beauftragt wurde. Er weiß nicht mehr, ob sich die Suche auf eine oder auf drei Personen bezog, es gab auch Vermutungen über einen Auslandsaufenthalt. 1998/1999 Abt. 1 wurde er in die Abt. 6 umgesetzt worden und damit endete seine Verantwortung für die Zielfahndung, ab da an sei er auch nicht mehr mit der Suche nach der Gruppe befasst gewesen. Ende 2001 habe er seinen Dienst beendet.


11.08
Erster Zeuge: Peter Werner, 76, Rentner. Damals Abt. Leiter im LKA, verantwortlich auch für  die Zielfahndung.
ua-zeuge-111113

11.07

Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt.

8.47

Aufgrund der mittlerweile üblichen Sitzungsverfügung, welche durch den Ausschuss erlassen wird, ist uns das Live Bloggen wieder untersagt. Zum Hintergrund hier klicken. Wir werden normal mitschreiben und später, voraussichtlich am Ende des Tages die Aufzeichnungen ab 9 Uhr an hier freischalten.


8.43

Der vollständige Ticker vom Untersuchungsausschuss am Donnerstag 7.11. ist hier seit gestern auch freigeschaltet.

Themen dieser Ausschuss-Sitzung waren u.a.: Mutter von Uwe Böhnhardt hat Verfassungsschützern damals offenbart, dass sie ihren flüchtigen Sohn weiter mit Klamotten versorge, VS hat sie aber nicht beobachtet, Grund: man habe ihr versprochen, sie nicht zu beobachten. Versprochen sei versprochen, es sei nur fair bzw. “eine Frage des Anstandes für uns” (!); Andre Kapke 3 Wochen mit Flugzeug observiert, weil am Boden zu anstrengend; Ralf Wohlleben schüttelte 20 VS-Observanten am Bahnhof Jena ab und verschwand; Auswertung der Garagen-Bomben hat sich um ein Jahr verzögert > keine Einstufung damals als Rechtsterror; Spekulationen um V-Mann / MAD-Tätigkeit des Neonazis Mario Brehme; Spitzel Andreas Rachhausen für VS zeitweise verpflichtet, aber da Alkoholiker unzuverlässig; Beinahe-Zugriff gegen Böhnhardt/Mundlos in Chemnitz; Thüringer VS-Observationsleiter führt private Tagebücher über alle Observationen seit 1992 in Thüringen (wer, wann, wo); um Zielpersonen zu identifizieren täuscht man auch Autounfälle vor dem Haus vor und klingelt dann an der Tür um Gesichter zu sehen; VS hat Fachaufsicht bewusst ignoriert; V-Manntätigkeit durch Brandt angeblich selbst in Vernehmung enttarnt; “Fußmattenhandel” zwischen Verfassungsschutz-Vizechef und Innenministeriumsreferatsleiter ;) 13 Thüringer VS-Observationen wg. Neonazi-Trio 1998; führende Beamte teilen aus: Polizei-Sonderkommission “personalfressender Popanz” und Roewer ein “charakterlicher Lump”. Hierweiterlesen.

8.40
Übrigens: Heute vor zwei Jahren am 11.11.2011, damals ein Freitag, wurden im Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz mehrere Akten zu Thüringer V-Männern vernichtet.

08.35
Der Beginn der öffentlichen Befragung ist um 10.00 Uhr.

Quelle: HASKALA

2 Kommentare

  1. Alexander Gronbach · · Antworten

    Wie oft soll ich – Alexander Gronbach es noch schreiben, es ist HUMBUG HOCH DREI; dass Florian Heilig im Januar / Februar 2012 bei SOKO Parkplatz ausgesagt hat – nochmals zum Mitlesen –

    Florian Heilig sagte 6 Monate vor Auffliegen der NSU im MAI 2011 aus!!! Ist das jetzt angekommen? Er machte sehr konkrete Angaben, wer aus der rechtsextremen Ecke in Nordwürttemberg mit diesem Mord an Michele Kiesewetter und Mordversuch an Martin Arnold am 25 April 2007 zu tun hat, er nannte 4 Namen. Er nannte diese namen auch im Zusammenhang mit der NSS und gab Hinweise auf Treffen des TRIOS mit dieser Nordwürttembergischen Zelle.

    Hat sich eigentlich noch niemand gefragt, weshalb er schon im Mai 2011 von Treffen einer Rechtsterroristischen Gruppe aus Zwickau mit der in Nordwürttemberg exisierenden Rechtsterroristischen Gruppe hingewiesen hat? Wann installierten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe nochmals die Kameras an ihrem Versteck?

    Es existieren weitere Zeugen, die dies belegen können! (Die aber nicht wegen Liebeskummer in ihrem PKW verbrennen wollen….)

    http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/baden-wuerttemberg_artikel,-Geheime-Dokumente-belegen-Zeuge-hat-zu-Polizistenmord-ausgesagt-_arid,232402.html

    Was wusste Florian H.?

    Geheime Dokumente belegen: Zeuge hat zu Polizistenmord ausgesagt

    Ein im Auto verbrannter Zeuge und viele Fragen: Florian H. behauptete, er wisse, wer den Heilbronner Polizistenmord begangen hat – Monate, bevor die Terror-Zelle NSU aufflog. Das belegen Akten der Polizei.
    ________________________________________________________
    Also nochmals zum Mitlesen „Monate bevor die Terror-Zelle NSU aufflog. Das belegen Akten der Polizei.

  2. Alexander Gronbach · · Antworten

    Das Märchen vom falschen Wohnmobil.

    Über den Mord in Heilbronn ist ja schon viel geschrieben und spekuliert worden. Die neuste “Erfindung” vom Freundeskreis “NSU” ist, dass der Zeuge Alexander Horn mit dem Wohnmobil am 25. April 2007 unterwegs war und es daher zu einer Verwechslung gekommen wäre. Man sollte bei den Rechten die Sektflaschen zu lassen…..

    Alexander Horn (Zeugenvernehmungen vom 22. Dezember 2011)
    Christine Hom (Zeugenvernehmungen vom 11. und 14. November 2001
    Thomas Göpfert (Zeugenvernehmung vom 9. Dezember 2011
    Mietvertrag und Rechnung vom 16. April 2007
    Das Wohnmobil wurde zunächst für die Zeit vom 16. bis 19. April 2007 angemietet, die Mietzeit dann aber bis 27. April 2007 verlängert

    Das Wohnmobil wurde von Uwe Böhnhardt in Begleitung der Beate Zschäpe am 16 April 2007 in Chemnitz angemietet. Egal was für hirnrissige Verschwörungstheorien nun wieder durch Welt geistern! Alexander Horn war nicht mit einem Wohnmobil in Baden Württemberg unterwegs.

    KHK G… (Schlussbericht zum Komplex Wohnmobil C-PW 87
    Fahrstrecken mit Weg-Zeit-Berechnung zwischen Tatort und Ringalarmpunkt, Die Fahrtzeit beträgt unter Berücksichtigung verschiedener Anfahrtswege zwischen 24 und 31 Minuten.

    Mundlos und Böhnhardt können “nicht” die Mörder von Michele Kiesewetter gewesen sein, es sei denne sie wären von Theresienwiese zum Kontrollpunkt auf Autobahn geflogen!

    Lichtbilder des angemieteten Fahrzeugs mit dem damaligen Kennzeichen C-PW 87
    auf der Theresienwiese beobachtete Wohnmobil (braun, busähnlich, ohne Alkoven) war nicht das von Böhnhardt und Mundlos angemietete.

    Das Wohnmobil mit dem amtlichen Kennzeichen C-PW-87 war nie auf der Theresienwiese.
    Wenn man jedoch die Entfernung vom Unterschlupf des Matthias Brodbeck in Erlenbach zum Kontrollpunkt nimmt, passt die Zeit perfekt!

    Es stellt sich zusätzlich die Frage, dass eindeutig seitens der SOKO Parkplatz dargestellt wurde, dass es sich bei dem einzigen auf Theresienwiese beobachteten Wohnmobil “nicht” um das in Chemnitz gemietete Wohnmobil gehandelt hat!
    Nimmt man die eindeutigen Vertuschungen der Behörden in Baden Württemberg, ferner, dass erst nach Auffliegen der NSU-VS Truppe in Eisenach am 4 November 2011 das mit dem Kontrollpunkt auf Autobahn und Kennzeichen C-PW-87 aufgekommen ist ……. wer weiss, vielleicht hat man diesen Punkt erfunden um von den wirklichen Mördern Kiesewetters u.a. abzulenken.

    Die Ermittlungen konnten nicht eindeutig bestätigen, dass auch Beate Zschäpe am Tatort war. Die im Bahnhof Heilbronn vor der Bäckerei Yormas 30 Minuten vor der Tat aufgenommenen Videosequenzen lassen eine eindeutige Zuordnung nicht zu.

    Diese Videoaufnahmen zeigen den Polizeibeamten Timo Hess (ach ja und KKK Mitglied in Schwäbisch Hall, aber das war ja Freizeitspass….) sowie Nelly Rühle!

    Zur Erinnerung, bei Nelly Rühle handelt es sich um eine rechtsextreme Friseöse (schon wieder, alle rechten Weiber sind gehirnamputierte Friseösen…) welche über ihre rechtsextreme Freundin Barbara Eichelbaum den schwerverletzten Polizeibeamten Martin Arnold im Klinikum Ludwigsburg hat ausspähen lassen.

    Zur weiteren Erinnerung, bei Barbara Eichelbaum handelt es sich um die Frau welche schon auf Mundlos seiner Garagenliste 1998 stand. Diese Barbara “Uschi” Eichelbaum machte im Jahre 2012 eine Falschaussage beim BKA, dass sie das Trio zum letzten Male um 1999/2000 gesehen hätte. Über “andere” Personen wusste sie jedoch so einiges zu berichten!

    Und zur absoluten Erinnerung, bei dem ebenfalls am Bahnhof Heilbronn, 30 Minuten vor der Ermordung von Michele Kiesewetter aufgenommenen Polizeibeamten, der wirklich in trauter Zweisamheit mit Nelly Rühle dasteht, handelt es sich um Timo Hess, dem ach-so-unverstandenen Staatsdiener, der gerne Schwarze an Kreuze hängen möchte und sie abfackeln würde.

    Bei der einzigen Frau Phantombild No. 1 handelt es sich um die Schwester dieser braunen Haareschnipplerin Rühle, eine Olga Widerspan. Welche sich nach dem Mord in Heilbronn zu einem Thorsten Däubler nach Canada abgesetzt hat. Dieser Thorsten Däubler ist der EX LfV Mitarbeiter welcher Dienstgeheimnisse an seinen KKK Club in SHA verraten hat, in Folge nach Wechsel ins Regierungspräsidium Frauen sexuell belästigte und Richtung Canada verschwand als Rancher. (Kumpel von Thomas Richter alias Corelli BfV und Achim Schmid alias Radler LfV vom Honigtöpfchen KKK des VS.)

    Die anderen massgeblichen Phantombilder gleichen Alexander Neidlein, Matthias Brodbeck und Stefan Rühle. Sowie zwei weiteren Rechtsextremen dieser Truppe, die momentan noch vornedraussen gelassen werden.

    Und jetzt ratet einmal, welche Namen der inzwischen ermordete Florian Heilig schon im Mai 2011 nannte, 6 Monate bevor diese Eisenachnummer am 4 November 2011 passierte? Welche Namen er im Bezug auf Ermordung Kiesewetter nannte, im Bezug auf diese NSS Öhringen Nummer? Witzig ist auch, woher wusste dieser Florian Heilig 6 Monate bevor die NSU aufgeflogen war, dass sich diese Personen mit Leuten von der NSS getroffen haben? War der auch bei einem persischen Hellseher?

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