Kurt Gerrons KARUSSELL – ein Cabaret-Film von Ilona Ziok,14. November 2013, 19.00 im Bürgerhaus Grünau, Berlin


Die Regisseurin des Films Ilona Ziok ist zum Filmgespräch anwesend

Kurt Gerrons KARUSSELL – ein Cabaret-Film von Ilona Ziok, D-CZ-NL 1999

Kurt Gerron Filmplakat

Mit Ute Lemper, Bente Kahan, Ursula Ofner, Coco Schumann, Ben Becker & Manuel Göttsching, Max Raabe, Schall & Hauch


Berlin 1928. Kurt Gerron singt die Ballade vom Mackie Messer in Brechts DREIGROSCHENOPER und wird über Nacht zum Star. Als Magier in dem Film DER BLAUE ENGEL, an der Seite von Marlene Dietrich, aber auch als überaus erfolgreicher Filmregisseur der beliebten UFA-Komödien setzt er seine viel versprechende Laufbahn fort. Doch 1933 ist die Karriere zu Ende: Gerron ist Jude, muss vor den Nazis nach Paris fliehen, später nach Amsterdam, wo er im Lager Westerbork interniert wird und nach Theresienstadt kommt. Hier in dem KZ für jüdische Künstler und VIPs gründet er ein Kabarett, das erKARUSSELL nennt. Die Nazis bieten ihm dort sogar die Chance, einen Film zu drehen über das „großartige Leben der Juden in einem KZ“ (die sich vor der Front drücken). Hat er eine Wahl, denn die Gage ist das Versprechen, nicht vergast zu werden….

Dietrich Kuhlbrodt in epd film: Ein vielfach ausgezeichneter, sehr bewegender, authentischer Film über den Holocaust, der ohne Schreckensbilder und Pathos auskommt und darum umso eindringlicher die Unmenschlichkeit der Naziverbrechen verdeutlicht.  Archivmaterial (Filme, Fotos, Zeichnungen), Zeitzeugenaussagen aber vor allem für den Film ins Bild gesetzte Kabarettszenen lassen einen vergessenen Künstlers auferstehen, der eine der faszinierendsten und tragischsten deutschen Show-Persönlichkeiten war. Doch „Ilona Zioks Film setzt uns keine Ergebnisse vor, auch keinen Lebenslauf. Das Leben Kurt Gerrons erschließt sich. Wir erleben es neu … Statt Grabpflege ist ein bunter Abend angesagt, um den Star Kurt Gerron zu ehren. .. Es ist Ilona Ziok hoch anzurechnen, dass sie die Ambivalenz nicht ausgetrieben hat, die sich einstellt, wenn Kleinkunst im KZ veranstaltet wird, und wenn wir uns über jemanden amüsieren, der vergast worden ist. „Nach dem Tode gibt’s ein Wiedersehen“, versprach uns Gerron gleich im ersten Lied, das wir in diesem Lieder-Film hören. Er singt es unbeschwert, ein wenig frivol: der Filmzuschauer hat gemischte Gefühle, der Film kommt nahe, sehe nahe… man möchte Unvernünftiges tun, aufspringen, sich einmischen.

 “It’s a well done, very moving documentary.” – Roman Polanski

„… an unique mix of education and entertainment.“- Eddie Cockrell, Variety

“Your film about Gerron is heartbreaking.”- David Harrington, Kronos Quartet

“It is an amazing film!” – Richard Friedman, Other Minds music festival. San Francisco

 “The combination of the ironic, bittersweet cabaret style of the songs written about and in Theresienstadt with drawings of the living hell of the camp is chillingly effective.” –

Alison Hindaugh, Dox, UK

“It’s a moving, powerful work!”– Toby Talbot, The New Yorker

“Der Film ist nicht nur technisch perfekt, sondern auch ideenreich mit neuen Aspekten zu alten Themen, die allerdings niemals alt werden dürfen.“ – Georg Kreisler

“Ziok folgt respektvoll und kommentarlos den Stationen dieses Lebens, das ein so schreckliches Ende nahm, lässt nur die Erinnerung der Zeitgenossen, die sparsamen Erläuterungen eines Chronisten und vor allem die Musik und die Texte Gerrons sprechen…Ein ‚Kunstgenuß’, wie er intensiv und zwiespältiger kaum vorstellbar ist.“– Prof.Dr. Karl Prümm, FAZ

“Zioks Dokumentation, reich verschnitten mit Filmmaterial aus dem Dritten Reich, beschreibt mit Gerron zugleich die Nächte in Berlin und dann das taghelle Verbrechen in Theresienstadt. Ein bewegender, authentischer, ein großartiger Film.“- Thomas Delekat, Die Welt

 “The outstanding ‚Karussell’ is  invaluable as a Holocaust document.”- Los Angeles Times

 „So etwas darf auch nur im Ansatz nie wieder geschehen und das gilt es, unter anderem mit diesem Film, zu verhindern.“ –  Konstantin Wecker

Dieser Dokumentarfilm, der sich auf ästhetisch ungewöhnliche Weise mit dem Holocaust-Thema auseinandersetzt, hat die internationale Kinoszene auf Deutschlands Filmschaffen aufmerksam gemacht. Der Film berührt Verstand und Gefühl.“ – George Tabori

Der Name des Films ist dem Kabarett entlehnt, das Kurt Gerron als Insasse im KZ Theresienstadt 1943 gründete. Der Star des Berliner Theater- und Kabarettlebens und einer der erfolgreichsten UFA-Regisseure emigrierte als Jude 1933 nach Paris und dann nach Amsterdam, wo er 1942 interniert, nach Theresienstadt abtransportiert und schließlich 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Der Film zeichnet mit Aussagen von Zeitzeugen, Ausschnitten aus Filmen und Songdarbietungen das Wirken von Kurt Gerron nach, der in den 20er Jahren bekannt wurde mit den Lied „Ich bin das Nachtgespenst“ und der 1928 in der Premiere der „Dreigroschenoper“ den Tiger Brown spielte mit der Ballade von Mackie Messer. Als er 1943 nach Theresienstadt kam, gründete er gleich wieder ein Kabarett, in dem viele KZ-Insassen womöglich noch einmal herzlich lachen konnten, bevor sie am nächsten Tag nach Auschwitz transportiert wurden. Hier ließ sich Gerron mit dem Versprechen freizukommen von den Nazis überreden, den Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ zu drehen, mit dem das Ausland über den wahren Charakter Theresienstadts getäuscht werden sollte. Kurz darauf endet er in den Gaskammern von Auschwitz.

Neben Zeitzeugen wirken mit:

Ute Lemper, Bente Kahan, Coco Schumann, der als Jazzgitarrist im Auschwitz-Orchester überlebte, Max Raabe, Ben Becker & Manuel Göttsching, der auch die Soundtrack CD zum Film für Warner Brox. produziert hat.

 

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: