Nebenklage NSU-Prozess – zum 13.November 2013


Am Vormittag des heutigen Verhandlungstages sollte Andreas Schulz vernommen werden. Schulz hatte zusammen mit Frank Liebau den Naziszeneladen „Medley“ betrieben und nach eigenen Angaben die Ceska an Wohlleben und Schulze geliefert.

Auf die Anregung der Verteidigung Wohlleben und Zschäpe, den Zeuge Schulz zu belehren, dass ihm ein umfassendes Schweigerecht zusteht, unterbrach das Gericht mehrmals für längere Beratungen. Es erfolgte dann auch Belehrung des Zeugen, dass er vollständig schweigen dürfe, weil es jedenfalls den Anfangsverdacht einer Beihilfe zum Mord gebe. Nachdem er mitteilte, er wolle sich lieber zunächst mit seinem Anwalt besprechen, habe aber keinen, wurde erneut unterbrochen.

Die Anregung der Verteidigung Wohlleben könnte sich für diesen zum Bumerang entwickeln. Das Gericht wird jetzt die Vernehmungsbeamten, die die drei Vernehmungen mit Schulz durchgeführt haben, hören. Diese werden mit großer Wahrscheinlichkeit dessen protokollierte Aussagen, die sowohl Wohlleben als auch Schultze schwer belasten, bestätigen. Schulz hatte beispielsweise angegeben, dass von Anfang an eine Waffe mit Schalldämpfer bestellt wurde und dass Wohlleben an der Bestellung beteiligt war. Die Verteidigung Wohlleben hat sich nun die Möglichkeit verstellt, den Zeugen hierzu selbst zu befragen.

Im Anschluss wurden einige aufeinander aufbauende Beweisanträge der Nebenklage der Familien Yozgat und Kubaşik gestellt, die das Ziel haben, alle Ermittlungsakten zu dem gegen den V-Mannführer Temme geführten Strafverfahren beizuziehen und die Verschleierungstätigkeiten des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz aufzuklären.

Quelle: Nebenklage NSU-Prozess

 

ein Kommentar

  1. bestellter Dämpfer ? · · Antworten

    Auf NSU-Watch findet sich zum 9. Verhandlungstag eine etwas irritierende Zusammenfassung :
    “ Nach der Mittagspause wird er auf Nachfrage von Götzl auch kurz dazu sprechen, dass es beim Kauf Vorlagen zu den Waffen gegeben habe. Er habe zwei Waffen mit Schalldämpfern gesehen und sich für die mit dem längeren Schalldämpfer entschieden. Hier interveniert RA Heer; Anwalt von Zschäpe, dass S. nicht zur Waffenvorlage befragt werden solle, weil diese zunächst im Verfahren vorgelegt werden müsse. “
    http://www.nsu-watch.info/2013/06/protokoll-9-verhandlungstag-12-juni-2013/
    Wurde in der Verhandlung das Thema gewechselt, oder hatte Carsten S. beim Kauf die Wahl zwischen zwei Modellen mit Schalldämpfer ?

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