DR: Wenn Rechte Rechtswissenschaften studieren


NEONAZIS

Wenn Rechte Rechtswissenschaften studieren  (Beitrag hören)

Marc Brandstetter erklärt, wie man am besten mit rechtsextremen Studierenden umgeht

Ein Hörsaal einer Universität mit Studierenden, in dem eine Dozentin die Vorlesung "Staatsrecht I" hält.

Hier könnten auch Rechtsextreme sitzen – manchmal werden sie enttarnt. (dpa)

Rechtsextreme sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen: an der Uni. Bislang waren Unis weltoffene Bildungsstätten und ganz sicher nicht Heimat dumpfer Anhänger rechtsextremer Parteien und Gruppierungen – so dachte man. Aber immer häufiger müssen sich die Hochschulen nun überlegen, wie sie mit Kommilitonen umgehen, die nicht nur rechtsextremer Gesinnung sind, sondern diese auch äußern.

An der Uni Hannover wurde eine Studentin als NPD-Aktivistin geoutet. An der Uni Bielefeld ist ein Student als hochrangiges Mitglied der Kameradschaftsszene öffentlich gemacht worden. Und an der Uni Leipzig outeten Studierende einen Kommilitonen mitten in der Vorlesung als „Neonazi“. Er ist Stadtrat in einer Gemeinde südlich von Leipzig.

Von Jura bis Erziehungswissenschaften

Rechtsextreme studieren vorwiegend Rechtswissenschaften – mit dem Ziel, Anwalt für die rechte Szene zu werden oder einfach nur, um sich mit juristischen Finessen auszukennen, etwa bei der Frage, was bei rechtsextremen Liedern „durchgeht“ und was verboten wird.

Geschichte ist auch beliebt. Frauen aus der rechten Szene studieren wiederum gerne Erziehungswissenschaften, um rechtsextreme Ideologien an die Kleinsten weitergeben zu können, meint Marc Brandstetter von der Initiative„Endstation rechts“.

„Offensiv Toleranz demonstrieren“

Die Uni Bielefeld startete eine Kampagne, in der sie Postkarten und Buttons mit der Aufschrift „Uni ohne Nazis“ verteilte, jetzt plant sie eine Ringvorlesung zum Thema Rechtsextremismus. Was die Unis auf jeden Fall machen müssen, ist weiterhin offensiv Toleranz zu demonstrieren – vor allem gegenüber ausländischen Studierenden, sagt Marc Brandstetter.

Schließlich kommen immer mehr ausländische Studierende nach Deutschland und sollen auch kommen. Dass ein unsicherer Umgang mit Rechtsextremen vom Ausland misstrauisch beobachtet wird, müsse den Unis bewusst sein.

 

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