Spiegel| Porträtserie zum NSU-Skandal: Die Kunst der Verantwortung


Von Birger Menke

Die Hamburger Künstlerin Katharina Kohl wohnt in der Nähe des Tatorts, wo Süleyman Tasköprü starb, das mutmaßlich dritte Opfer des NSU. Das Versagen der Sicherheitsbehörden empörte Kohl – sie beschloss, die verantwortlichen Ermittler zu porträtieren.

Kunstprojekt zum NSU-Skandal: Porträts der UnsichtbarenFotos

Katharina Kohl erinnert sich noch gut an jenen Tag im Juni 2001. Wie sie durch die Hamburger Friedensallee ging, wie ein Bekannter auf sie zukam und ihr sagte, ein Mord sei geschehen. In der Schützenstraße 39, in einem Gemüseladen, in dem auch sie hin und wieder einkaufte. Was war geschehen? Wer hatte die Tat begangen? Schulterzucken.

Kohl, 57, lange weiße Haare, filterlose Zigarette in der Hand, sitzt in ihrem Atelier, als sie davon erzählt. Es befindet sich im dritten Stock einer ehemaligen Dosenfabrik, etwas zurückgesetzt von einer vielbefahrenen Straße. Und kaum mehr als fünf Gehminuten entfernt von jenem Gemüseladen, in dem mutmaßlich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 27. Juni 2001 Süleyman Tasköprü erschossen. Er war das dritte Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“.

An den Wänden ihres Ateliers hängen sieben Porträts, hochkant, Aquarelle. Verfassungsschützer, Ermittler, Profiler, Geheimdienstler. Kohl malt seit rund zwei Jahren Menschen, die mit der Aufklärung der Mordserie oder den Ermittlungen zum Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt befasst waren. Menschen, wie sie sagt, „die man sonst nicht sieht“.

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