Morgenpost| Wenn ein Neonazi vom Bombenleger zur Vertrauensperson wird


Die Frage, wie der Neonazi Nick Greger 2001 als Vertrauensperson des Berliner Landeskriminalamts rekrutiert wurde, ist am Montag einziges Thema im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Von Christina Brüning

Foto: dpa


Wird sich im Innenausschuss noch vielen Fragen der Opposition stellen müssen: Innensenator Frank Henkel (CDU)

Wird sich im Innenausschuss noch vielen Fragen der Opposition stellen müssen: Innensenator Frank Henkel (CDU)

Der Bericht ist kurz. Vier Seiten knappes Polizeideutsch. Der Inhalt jedoch ist brisant. Es ist die Rede von einer „konspirativen Kleingruppe“, von Rohrbomben und scharfen Waffen. Es geht um den dringenden Tatverdacht, dass ein bestimmter Kreis Männer eine terroristische Vereinigung gegründet haben soll. Per Fax ging der Bericht an den Bundesanwalt. Der sollte prüfen, ob ein Verfahren gegen die Männer eröffnet werden könnte.

Ein halbes Jahr später sitzt einer von ihnen bereits im Gefängnis. Der Verfasser des Berichts, der zuvor Beweise zusammengetragen hatte, dass der Mann ein Terrorist ist, nimmt dort Kontakt zu ihm auf. Und wirbt ihn als V-Mann an. Die Frage, unter welchen Umständen der Neonazi Nick Greger 2001 als Vertrauensperson (VP) des Berliner Landeskriminalamts (LKA) rekrutiert wurde, wird am heutigen Montag den Innenausschuss des Abgeordnetenhauses beschäftigen. Die Sitzung hat auf Antrag aller Fraktionen nur ein Thema: „V-Person des LKA Berlin im NSU-Bereich“.

Polizeipräsident informierte Berliner Politiker

Zu den Männern, mit denen Greger um die Jahrtausendwende herum Bomben baute, gehört auch ein Neonazi namens Carsten „Piatto“ S., der heute vom Generalbundesanwalt dem Netzwerk um die NSU-Terrorzelle aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zugerechnet wird. Carsten S. stand mit Greger und vier anderen damals unter dem Verdacht, eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben. Das geht aus dem vertraulichen Bericht aus dem Jahr 2000 hervor, der dieser Zeitung vorliegt.

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