N24| Das interessante Schweigen des Max-Florian B.


Beate Zschäpes Anwälte Anja Sturm (l) und Wolfgang Heer (3.v.l.) im Münchner Gerichtssaal.

Beate Zschäpes Anwälte Anja Sturm (l) und Wolfgang Heer (3.v.l.) im Münchner Gerichtssaal.(Foto: DPA)

Ein Helfer der drei NSU-Terroristen hat im Prozess in München seine Aussage verweigert. Frühere Aussagen geben jedoch interessante Einblicke in das Leben des Neonazi-Trios.

Im Münchner NSU-Prozess hat ein wichtiger Zeuge aus dem Umfeld der Terrorgruppe die Aussage verweigert. Im Ermittlungsverfahren hatte Max-Florian B. noch umfangreiche Angaben gemacht. Seine Aussagen füllen einen ganzen Aktenordner und hatten die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wie auch den Mitangeklagten André E. belastet. Auf einen Anwalt hatte er damals verzichtet – er wolle sich nicht verstecken. B. habe sich „sehr kooperativ verhalten von Anfang an“, sagte ein BKA-Beamter.

Irgendwann muss Max-Florian B. seine Meinung geändert haben. Zu seiner Vernehmung vor Gericht erschien der 36-Jährige in Begleitung eines Anwalts. Wie vorher angekündigt, berief er sich auf das Recht, die Aussage zu verweigern, um sich nicht selbst der Strafverfolgung auszusetzen. Stattdessen wurden Vernehmungsbeamte gehört. B. ist nicht der erste Zeuge, der sich vor Gericht deutlich schweigsamer zeigt als in den vorangegangenen Vernehmungen.

Wohnung und Papiere überlassen

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen B. wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Er hatte Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach deren Untertauchen 1998 eine Zeit lang Unterschlupf gewährt. Zeitweise teilte er seine Zwei-Zimmer-Wohnung in Chemnitz mit den drei mutmaßlichen Neonazi-Terroristen. Insgesamt werden dem Trio unter anderem zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle zur Last gelegt. Dabei sollen Böhnhardt und Mundlos die Taten ausgeführt haben; Zschäpe ist als Mittäterin angeklagt.

Nachdem sich Böhnhardt und Mundlos am 4. November 2011 umgebracht hatten, wurde ein auf B. lautender Pass in dem ausgebrannten Wohnmobil gefunden. Das Passfoto zeigt jedoch Mundlos. B. hatte zugegeben, dass er den dreien seinen Ausweis geliehen hatte, damit sich Mundlos einen Pass ausstellen lassen konnte. Auch eine Geburtsurkunde von B. wurde in der Zwickauer Wohnung der drei gefunden. Mundlos trat unter B.s Namen auf; von Bekannten ließ er sich „Max“ nennen.

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