LiZ| Chemnitzer Neonazi-Gruppe verboten: Fußball, Waffen und die Frage nach dem NSU


Martin Schöler
Demonstration unter Beteiligung von NSC-Mitgliedern am 5. März 2011 in der Chemnitzer Theaterstraße

Demonstration unter Beteiligung von NSC-Mitgliedern am 5. März 2011 in der Chemnitzer Theaterstraße
Foto: Alexander Böhm
Die „Nationalen Sozialisten Chemnitz“ (NSC) existieren nicht mehr. Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat die rechtsextreme Gruppierung am Freitag verboten. 120 Polizisten aus Sachsen und Hessen durchkämmten 16 Wohnungen und einen Szenetreff. Dabei stellten sie neben Propagandamaterial mehrere verbotene Waffen sicher. Klar ist auch: Mitglieder der Gruppe bewegten sich im Umfeld des Chemnitzer FC.
„Das Verbot ist ein weiterer Schritt in der repressiven Arbeit der Sicherheitsbehörden gegen den Rechtsextremismus. Das Verbot der NSC greift wirksam in die Strukturen der Neonationalsozialisten ein und wird langfristig die Szene schwächen“, findet Ulbig. Die Vereinigung sei verboten worden, weil sie sich nachweislich gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet habe.

Der Verein wollte einen Beitrag leisten, einen Staat wieder zu errichten, der im Wesen dem historischen Nationalsozialismus entspricht und die „Volksgemeinschaft“ zu schützen hat. Dieses Selbstverständnis erfolgte in bewusster Abgrenzung zu jeglichen Parteien und in klarer Gegnerschaft zu den „Demokraten“. Die gewählten Inhalte der öffentlich wahrnehmbaren Kampagnen dienten der Tarnung des rechtsextremistischen, verfassungsfeindlichen Gedankenguts der Gruppierung, welches sich in den fremdenfeindlichen Aktionen und ihrem relativierenden Geschichtsbild widerspiegelt.

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