Berliner Zeitung| Polizist wirft neue Rätsel im NSU-Fall auf


Von Andreas Förster

Unübersichtlich wie diese Schilder am Oberlandesgericht München ist die Faktenlage im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss. Foto: dpa

Vor dem Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss sagte der Polizeidienststellenleiter von Gotha aus. Er war am 4.November 2011 als erster an dem ausgebrannten Wohnmobil, in dem, die zwei Tatverdächtigen Mundlos und Böhnhardt lagen. Seine Aussagen geben neue Rätsel auf.

Was geschah am 4. November 2011 nach dem Brand des Wohnmobils in Eisenach, in dem Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt starben? Nach der Zeugenvernehmung im Erfurter NSU-Untersuchungsausschuss am Montag tun sich immer mehr Rätsel um das Ende der rechten Terrorzelle auf.

Der wichtigste Zeuge bei der Befragung war Michael Wenzel, damals Leiter der für Eisenach zuständigen Polizeidirektion Gotha. Wenzel hatte nach dem Fund der Leichen die Sonderkommission SoKo „Capron“ eingerichtet. Deren Ermittlungen wurden erst am 16. November von der Bundesanwaltschaft übernommen.

Ungewöhnlich schnell am Tatort

Wenzel gab vor dem Ausschuss an, schon eine halbe Stunde nach dem Brand des Wohnmobils am Tatort im Eisenacher Ortsteil Stregda eingetroffen zu sein. Er begründete seine für einen Behördenleiter ungewöhnlich schnelle Anwesenheit vor Ort damit, dass er von einer besonderen Gefährdungslage ausgegangen sei. Seine erste Amtshandlung am Tatort war laut Wenzel, die Speicherkarte der Kamera eines Feuerwehrmannes zu beschlagnahmen.

Der Mann hatte zu Dokumentationszwecken Aufnahmen im Inneren des Wohnmobils gemacht und damit die ersten Tatortfotos erstellt. Wenzel begründete sein Handeln damit, dass er eine Veröffentlichung der Fotos verhindern wollte. Ob die Speicherkarte je zurückgegeben wurde, konnte er nicht sagen. Auch hatte er keine Erklärung dafür, warum diese Fotos offenbar nicht in den Ermittlungsakten auftauchen. Tatsächlich sind die Aufnahmen des Tatorts bis heute verschwunden.

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