Thüringer Allgemeine| Mundlos und Böhnhardt sollen Mitwisser mit einer Waffe bedroht haben


Er hatte nach eigenen Angaben eine „Techtelmechtel“ mit Beate Zschäpe. Ende 1996 hieß der Mann noch Thomas S., war Neonazi aus Chemnitz und Wochen zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Während seiner Haft im sächsischen Waldheim sei er von Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt betreut worden.
Die Angeklagte Beate Zschäpe (m) steht am Dienstag im Gerichtssaal in München zwischen ihren Anwälten Anja Sturm (l) und Wolfgang Heer (r). Foto: Peter Kneffel/dpa Die Angeklagte Beate Zschäpe (m) steht am Dienstag im Gerichtssaal in München zwischen ihren Anwälten Anja Sturm (l) und Wolfgang Heer (r). Foto: Peter Kneffel/dpa

Sie hätten ihm unter anderem Karten geschickt, unterschrieben mit: „Deine drei Jenaer.“ Aber auch Kleidung erhielt er im Knast, offenbar gekauft mit Spendengeldern der rechtsextremen Szene. Neben den beiden Uwes soll ihn mindestens einmal auch Beate Zschäpe dort besucht haben.
Das aber will Thomas S., er nennt sich nach einer Heirat inzwischen Thomas M., dem Gericht nicht erzählen. Er sei 46 Jahre alt und Installateur, antwortete er gestern zu Beginn des 101. Verhandlungstags im NSU-Prozess auf die Nachfrage von Richter Manfred Götzl. Anschließend belehrt ihn der Richter, dass ihm ein umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht zustehe. Gegen ihn ermittelt die Bundesanwaltschaft. Der 46-Jährige beruft sich darauf und muss nichts mehr sagen.

Statt seiner erzählt ein 40-Jähriger Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) dem Gericht, was Thomas M. vor zwei Jahren den Ermittler in drei Vernehmungen alles gesagt hat. Denn damals plauderte er über sein Kameraden, das Jenaer Trio, über deren Ansichten und Aktivitäten, über gemeinsame Freunde und auch darüber, wie er den Jenaer Neonazis nach deren Flucht geholfen habe, eine Bleibe in Chemnitz zu finden. Die Ermittler hatten Thomas M. im Januar 2012 auf einem Dresdner Bahnhof angesprochen und zu einer Durchsuchung in seine Wohnung gebeten.
Dieser sei nicht überrascht gewesen, erinnert sich nun der Ermittler. „Offenbar hat er damals erwartet, dass wir auch zu ihm kommen.“ Anfangs soll der Zeuge noch versucht, bestimmte Sachen zu verschweigen. „Wir haben ihm durch Vorhalte deutlich gemacht, dass er uns nicht die gesamte Wahrheit erzählt.“ Thomas M. soll bei weiteren zwei Vernehmungen seine Aussagen konkretisiert haben.

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