eF| NSU: Wo sind die Fahrräder?


von Henning Lindhoff

Notwendige Fragen zum Fahndungserfolg vom 4. November 2011

Im Dezember 2011 berichtete die „Thüringer Allgemeine“ bemerkenswertes über die letzten Stunden von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt: „Die Polizei verzichtete rund um Eisenach auf eine Ringfahndung. Stattdessen wurde nach Fahrzeugen gesucht, in die Fahrräder verladen werden könnten. Als dann noch ein Zeuge die Polizei darüber informierte, dass von einem Baumarkt-Parkplatz ein Wohnmobil rasant heruntergefahren sein soll, nachdem zwei Männer ihre Fahrräder verladen hatten, wussten die Beamten, wonach zu suchen war. Der Zeuge hatte sich das ‚V‘ als Kennzeichen gemerkt. 13 Polizeifahrzeuge, darunter Streifenwagen und Zivilbesatzungen, suchten in Eisenach nach dem verdächtigen Fahrzeug.“

Warum verzichteten die Beamten auf eine Ringfahndung? Und vor allem: Warum waren sie so erpicht darauf, ein Fahrzeug zu finden, in dem zwei Fahrräder hätten transportiert werden können? Denn aus dem sachlichen Zusammenhang des vorausgegangen Banküberfalls am 7. September 2011 in Arnstadt ergibt sich ein solches Handlungsprofil der vermeintlichen Täter keineswegs. Schließlich wurden damals die Fahrräder der Bankräuber etwa zwei Kilometer vom Tatort entfernt, vor einem türkischen Imbiss, gefunden. In den Ermittlungsakten und auch im Zwischenbericht des Thüringer Untersuchungsausschusses wird diese mangelhafte Logik nicht thematisiert. Die Widersprüche bleiben dort unhinterfragt. Stattdessen sind verzweifelte Versuche in den Mainstream-Medien zu finden, Zusammenhänge zwischen den Bankrauben von Arnstadt und Eisenach und auf diesem Wege Raubüberfälle als Finanzierungsquelle des NSU zu konstruieren. So berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am 21. November 2011, die Polizei hätte in Arnstadt „den Fluchtweg nachgestellt, der zu einer Reifenspur“ geführt habe. Und sie zitierte anschließend Marcel Ehrenreich von der Polizeidirektion Gotha: „Dadurch war uns klar, dass die Räder in einen Transporter geschafft worden waren.“ Gefundene Reifenspuren am Fundort der Fahrräder deuten allerdings auf alles andere hin als ein Verladen der Räder. Lediglich ein Wechsel des Fluchtfahrzeuges wird damit ansatzweise dokumentiert.

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