IN SACHEN MORD AN MICHELE KIESEWETTER: FRAGEN UND UNGEREIMTHEITEN – Teil 2


von Lutz Bucklitsch

In den letzten Tagen sind noch zahlreiche weitere Hinweise und Fragestellungen aufgekommen. Die hier aufgeworfenen Fragen stammen nicht aus dem Bereich von Alexander Gronbach. Auch diesen Fragestellungen muss in einem PUA in Baden-Württemberg nachgegangen werden.

Zuvor muss aber erwähnt werden, der Landtag von Baden-Württemberg hat eine Enquette-Kommission eingerichtet, deren Befugnisse im Grundsatz gegen Null gehen. Was treibt die Abgeordneten an, sich der Verantwortung für die Bürger des Landes zu entziehen? Alle verantwortlichen Politiker – aus Bund und Land – haben sich für einen PUA ausgesprochen. Ist die Beteiligung von Staatsorganen, wie dem Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg so groß, das man der These von Prof. Hajo Funke und Prof. Micha Brumlik, siehe TAZ-Kommentar, vollends Rechnung trägt? Gibt es einen Staat im Staat in Baden-Württemberg? Ist der Verfassungsschutz an der Verschleierung/Vertuschung der kompletten Aufklärung des Tötungsdeliktes zum Nachteil der Michele Kiesewetter und der versuchten Tötung zum Nachteil des Polizeibeamten Martin Arnold etwa beteiligt?

Folgende Fragenbereiche müssen untersucht werden:

Markus Friedel aus Schlema bei Aue stand auf der Mundlos „Garagenliste“ (1998er-Ausführung). Damals war er in Chemnitz bei B&H, zusammen mit Thomas Starke.
Vermutlich gehörte er zur „Weissen Bruderschaft“ Erzgebirge, zusammen mit Emingers, Matthias Dienelt und Mandy Struck.

Markus Friedel zog dann Anfang der 2000er Jahre nach Heilbronn.

Markus Friedel war mit „Erbse“ (V-Mann) ,Torsten Ogertschnig, zusammen ,2002-2003 im Ländle im Gefängnis.
Von Friedel hat „Erbse“ seine Infos über „NSU, Mundlos + 4 Namen, RAF von Rechts“.
LfV-BW-Beamter Günter Stengel berichtete über diese „Bankräuber-Gang“, Commerzbank Heilbronn sollte überfallen werden.

Der Bundestags-PUA forderte gemeinsam mit „Erbse“-Unterlagen, auch die Friedel Unterlagen an. Beweisbeschluss BW 16 und BW 17.

Und dann passierte… NICHTS. Wieso?

Siehe hierzu:

Ohne Anlagen offen – mit Anlagen GEHEIM – amtlich geheimgehalten 28

– Mit E-Mail vom 10.03.2010 wandte sich David F. an das BKA mit der Frage, ob es sein könne, „dass die ‚Döner‘-Mordserie von dem selben Täter wie beim Mordfall in Heilbronn begangen wurde, wenn ja könnte ich sicher weiterhelfen“ (vgl. MAT A BKA-2/25a, Bl. 476 – 478).

Das BKA sandte diese E-Mail an die BAO Bosporus nach Nürnberg und an die Soko Parkplatz beim LKA Baden-Württemberg. Erst 2012 wurde David Friedel vernommen (vgl. MAT A GBA-4/16, Bl. 2 ff.).

 

Vorlage im März 2013, und passiert ist nichts.

Warum wurden weder Ogertschnig, der laut Thomas Moser unauffindbar sei, noch Markus Friedel noch David Friedel jemals öffentlich vernommen?

  • Was haben sie beim BKA ausgesagt?
  • Passt das eventuell zur Aussage von Florian Heilig?
  • Wo ist das Buch von „Erbse“, wie heisst es, und was steht da über den NSU geschrieben?
  • Warum hat Edathy sein Exemplar nicht gefunden, das ihm 2005 zugeschickt wurde?
  • Wurde dieses Buch gar bei der Razzia bei Edathy in Nienburg 2014 „entsorgt“ ?

Warum hat der PUA Bundestag das Buch nicht beim BfV oder LfV BW angefordert, die es nachweislich besitzen? (das BfV hat im PUA ausgesagt, dass Günter Stengels Tarnname darin erwähnt wird)

Aber auch aus diesem Zusammenhang ergeben sich zahlreiche Fragestellungen:

Michele Kiesewetter kommt jedes Wochenende nach Oberweißbach. Dort trifft sie regelmäßig ihren Onkel Mike. der hat beruflich mit Rechtsextremisten und V-Leuten zu tun. In seinem beruflichen Umfeld gibt es Leute die in Sachen THS – Thüringer Heimat-Schutz – ein tiefes Wissen hatten. Dieser Onkel Mike sieht daher schon eine Woche nach dem Kiesewetter-Mord eine Verbindung zur Czeska-Serie. Warum kann er heute nicht mehr erklären.
Onkel Mikes damalige Freundin, Anja Wittig, ist ebenfalls Polizistin. Sie hat offensichtlich einen sehr kurzen Draht in die Szene. Noch heut ist sie in Facebook mit Ronny W. verbunden, der seinerzeit mit BMZ im Wald Kreuze verbrannte. Dieser wiederum mit David Feiler, welcher die ganze „NSU-Prominenz zu seinen Kontakten zählt: Kapke, Schneiders, aber auch Wieschke und „Ace“ Gerlach ( der laut Gronbach, am Tattag mit Böhnardt telefonierte). Nebenbei ist Feiler der Schwager von Ralf Wohlleben.
Im Sportverien Oberweißbach gibt es passend zum oben genannten Mitgliedern mit den Namen Wittig, Wenzel und Kiesewetter. 2 davon sind wiederum auf Facebook freundschaftlich verbunden, mit einer Person namens Wohlleben, ebenfalls aus Oberweißbach.
Vor dem Hintergrund dieser Gemengelage, in einem solch kleinen Ort – wer glaubt daran, dass Kiesewetter nicht doch etwas über das Trio wußte ? Onkel Mike jedenfalls wußte Bescheid – erstaunlicherweiße sogar, trotz der Tatsache, das in Heilbronn, ein anderes Kaliber, als bei der Czeska Serie verwendet wurde.

Michele Kieswetter hat aber – welch ein Zufall – noch eine weitere Quelle: Ihr Zugführer Timo Hess war Mitglied in „Corellis“ und Schmidts Schwaben-KKK. Offen bleibt wieviele Kenntnisse Corelli mit seinen Klan-Brüdern teilte.
Und inwieweit sich Kiesewetter mit Timo Hess austauschte.

Auffällig jedenfalls, dass viele inzwischen im Jenseits befindliche Kenntnisse über den KKK hatten: Der verstorbene V-Mann „Corelli „quasi als Mitbegründer. Die erschossene Michele Kiesewetter mit Kontakten ins NSU- und ins „Klan“umfeld.

Und dann noch der verbrannte Florian Heilig. Mit Kontakten zu Jungnazis aus dem Umfeld von Heilbronn: Eppingen, Öhringen…. . Frage: Auch zu ehemaligen Mitgliedern des Honigtopf-KKKs?  Meinte er – Florian Heilig – mit NSS den KKK ?

Weitere Ansätze für Fragen ergibt sich auch hieraus:

V-Mann „Corelli„, der Mitbegründer des KKK (Deckname NSS?).jetzt verstorben, Nelly Rühle auf Videosequenz mit Kopftuch (siehe Phantombild), Böhnhardt auf jeden Fall wohl nicht in Heilbronn.
Kiesewetter mittendrin (Heilbronn,Oberweißbach,Böblingen)…

War etwa Michele Kiesewetter ein Polizeispitzel/informant/Verdeckter Ermittler für diese Szene,wie sie es auch in der Drogenszene war?
Hatte sie etwa Kontakt über Martin Arnold zum BFV – Bundesamt für Verfassungsschutz? Martin Arnolds Stiefvater ist leitender Mitarbeiter im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV).
Wieso hatte sie – Michele Kiesewetter – ein 2.Handy? Wo sind die Auswertungen der Verbindungsdaten dieses Handys?
Wer aber wollte diese Geschichte mit dem Tod von Böhnhardt und Mundlos in Eisenach beerdigen? Hintergrund sind die Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit dem Ableben dieser beiden im Wohnwagen bzw. dem Tattag in Eisenach, wo es zahlreiche Fragen zu gibt.

Ergänzung:

Oberweißbach: Wenzels, Mundlos, Wittigs, Feilers, Kieswetters, Wohllebens alle dort anzutreffen.  Ein Apel war auch noch dort,ferner noch die Personen Kapke und Ronny Wiegmann. Da kannte eh jeder jeden. Michele Kieswetter und Onkel Mike + A.Wittig wußten eben dienstlicherweise noch etwas mehr als die anderen. Wobei die Aussagen von Friedel ebenfalls darauf hindeuten, dass in der Szene noch einige mehr über die Sondermissionen von Böhnhardt & Mundlos rudimentär Bescheid wußten.
Vielleicht war Kiesewetter die Einzige, bei der man Angst hatte, das sie nicht dicht hält (ggf. aufgrund eines Erpressungsversuches?).

Friedel ist ohnehin sehr interessant. Er in Ludwigsburg, mit dem verstorbenen Kettenhundsänger Ellinger, wie auch Uschi Eichelbaum. Jan Werner und Graupner direkt daneben in Besigheim – quasi die Strasse ins Zäbergäu, die in Eppingen endet. Dass Friedel etwas wußte, ist wenig erstaunlich – der hatte halt direkte Verbindungen in den Osten und die Szene. Florian Heilig hatte dies nicht. Er mußte über Umwege etwas erfahren haben.

Nur Spekulationen? NSS und Öhringen – kann das Zufall sein? Erstaunlich ist allerdings, wieso die Antifa nie Nicole Schneiders thematisiert hat. In der Szene ranken sich Gerüchte  über eine V-Mann Tätigkeit, unter dem Decknamen Myrte. Eine gute Bekannte Wohllebens , die in Jena lebte und ausgerechnet bei der im Heimatdorf wird angeblich eine NSS geortet?

Wieviel Fragen, wieviel Merkwürdigkeiten brauchen die Abgeordneten in Baden-Würtemberg eigentlich noch, ehe sie endlich einen Untersuchungsausschuß einsetzen.

 

ein Kommentar

  1. Hat dies auf rebloggt.

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