NSU – DIE WESENTLICHEN UNGEREIMTHEITEN – auch 2014 bleiben viel Fragen offen. Die Trickser des BfV


Dieser Artikel untersucht die wesentlichsten Ungereimtheiten der verbreiteten “offiziellen” Darstellung über das Auffliegen des “National Sozialistischen Untergrund” (NSU) am 04.11.11. Dazu gehören: Der (angebliche) Doppel-Selbstmord von Böhnhardt und Mundlos am 04.11.11, der Banküberfall in Eisenach. Die dubiosen Verhaltensweisen von Beate Zschäpe und ihrer Bekannten sowie die angeblich nicht-vorhandenen Verbindungen zum Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt.

1. Das Ende des NSU naht

In den Wochen vor dem 04.11.11 holt die Computer-Nutzerin “Liese” [höchstwahrscheinlich Beate Zschäpe] in ihrer Zwickauer Wohnung in der Frühlingsstraße auf der Website der Deutschen Bahn Fahrplanauskünfte ein (Stuttgarter-Nachrichten).

Am 14. Oktober 2011 hätten Herr Böhnhardt und Frau Zschäpe einen Vertrag über eine Wohnmobil-Anmietung abgeschlossen unddem Verleiher angegeben, “es bereits am 4. November zurückbringen zu wollen.” (TA) Er hätte sich mit einem Personalausweis (“BPA”) ausgestellt auf einen “Holger Ge.” ausgewiesen.

“Böhnhardt trat als “H. Ge. ” auf, Mundlos als “M. B. “; entsprechende amtliche Ausweispapiere verschafften sie sich unter Mitwirkung der Genannten.” (BGH)

Dagegen wird Ende November 2011 berichtet, dass “beim Ausleihen (…) laut “Süddeutscher Zeitung” der inzwischen ebenfalls verhaftete mutmaßliche Helfer Holger G. aus Niedersachsen dabei” gewesen war (ST).

Laut Aussage des Verleihers gaben 11 Tage später Böhnhardt und Zschäpe vor, einen Familienurlaub zu beabsichtigen. Sie holen das Mobil ab.

“Zum vereinbarten Abholtermin am 25. Oktober 2011 erschien Böhnhardt wiederum in Begleitung der Beschuldigten sowie eines bislang unbekannten Kindes.” (BGH)

Im NSU-Verfahren erkennt der Wohnmobil-Vermittler dagegen Holger G. wieder, dies könne er jedoch “nicht mehr hundertprozentig sagen, dass die Übergabe mit ihm erfolgte.” Einer Kollegin sei ein “dunkles Fahrzeug mit “auswärtigem Kennzeichen” in Erinnerung(nsu-watch). Es werden weder Böhnhardt noch Zschäpe identifiziert. Laut dem Buch “Die Zelle”, Seite 247 (elektronische Ausgabe), hätte das Kind zu der Frau “Mama” gesagt!

Anfang November 2011 hätte sich das Trio entschlossen, ihre NSU-Bekennerfilme zu verschicken. Der Bundesgerichtshof schreibt in einem Urteil gegen Frau Zschäpe:

“Anfang November 2011 trafen sie Vorbereitungen zu deren Versendung insbesondere an Zeitungsredaktionen und an religiöse und kulturelle Vereinigungen türkischstämmiger Personen in Deutschland.” (BGH)

Am 03.11 meldete sich eine Frau telefonisch bei Susanne S., die eine Tierpension im Umland von Zwickau betreibt.

“Ich glaube, sie hatte sich mit dem Namen Zschäpe gemeldet und wollte ihre beiden Katzen für einen längeren Zeitraum bei mir abgeben”, sagt die Tierbetreuerin. Zschäpe liebte ihre Katzen sehr. (tagesschau)

Am 3. November, gegen Mittag, rief Böhnhardt bei der Caravan-Vermietung an und bittet um eine Verlängerung des Mietzeitraums. Das Wohnmobil befindet sich bei der gemeinsamen Wohnung in Zwickau, Frühlingsstraße. Es werden40 Umzugskartons” (weltmit Materialen in das Wohnmobil gepackt.

“Mehrere Anwohner des Ortsteils Weißenborn wollen eben das am Freitag in Eisenach ausgebrannte Wohnmobil am Tag zuvor noch in der Nähe der zerstörten Wohnhaushälfte gesehen haben.” (TA)

Das Wohnmobil wird am gleichen Tag auch in Stregda gesehen. Dort wäre vom Trio am nächsten Tag, am 04.11, ein Banküberfall geplant gewesen. Anwohnern sahen das Wohnmobil bereits einen Tag vor dem Überfall, es fiel am Donnerstag auf!

“… es ist mittags auf und ab gefahren”, sagt eine Frau. Darüber habe sie sich noch gewundert. Am frühen Freitagmorgen soll der Caravan auch noch an Ort und Stelle gestanden haben, gegen 9 Uhr aber nicht mehr. Später jedoch parkte er wieder hier.” (Thüringer Allgemeine)

Warum schreibt der “mdr” etwas anderes? Erst …

“Am Abend des 3. November taucht das Wohnmobil in Eisenach-Stregda auf. Es parkt dort.” (mdr)!

Es gibt weitere Seltsamkeiten, vor allen in den Verhaltensweisen von Frau Zschäpe. Am 01.11.11 verhielt sich Zschäpe einer Freundin derart seltsam, dass die dachte, das Trio hätte “einen Pakt geschlossen (…) sich alle drei das Leben” zu nehmen: “NSU: Rekonstruktion der tödlichen Ereignisse am 04.11.11

Warum warten die (angeblichen) Bankräuber mit dem Überfall bis zum 04.11 und müssen am 03.11 um eine Verlängerung bitten? Warum überhaupt eine Bank überfallen, wenn das Trio fast 200.000 Euro allein in ihrer Wohnung rumliegen hatte? “NSU: Wie wurde der Terror wirklich finanziert?

Und die wichtige Frage ist: Gab es zwei Wohnwägen?

2. Fahndung nach Wohnmobil

Es gibt unterschiedliche Darstellungen, ob und warum es nach dem Überfall sofort zu einer Ringfahndung nach einem Wohnwagen kam oder gar nicht:

1. Zeugen sahen ein weißes Wohnmobil “bei dem Überfall” (TA). Jemand hätte sogar ausgesagt, “er habe drei Männer aus der Sparkasse laufen sehen, die anschließend mit einem nahe geparkten Wohnmobil flüchteten, dass sofort von der Polizei verfolgt wurde.”

2. Ein Zeuge hätte nach dem Überfall gesehen, wie zwei Männer eilig ihre Fahrräder in das Wohnmobil eilig einluden:

“Die Fahndung nach den Tätern führte zu einem Zeugen, der beobachtet hatte, wie zwei Männer in der Nähe des Tatorts eilig Fahrräder in ein Wohnmobil verluden.” (BGH)

Die Polizei bestätigt, dass sie kurz nach dem Überfall einen Tipp erhielten. “Der Zeuge konnte uns sogar noch den Anfangsbuchstaben des Kennzeichens nennen”.

3. Sofort nach dem Banküberfall schickt um 09:35 die Polizei alle verfügbaren Kräfte nach Eisenach. “Insgesamt 13 Funkstreifenwagen sind unterwegs, um direkt nach einem Transporter zu suchen”, berichtet der Gothaer Polizeichef Michael Menzel. (TA). Der Polizeichef hielt sogar “vorab Kräfte bereit”damit man im Falle eines weiteren Überfalls schnell reagieren könne.” Die Vorbereitungen liefen “über mehrere Wochen”! (haskala)

Menzel wäre auf den Einsatz eines Wohnmobils vorbereitet gewesen:

Bei einem früheren Banküberfall am 7. September in Arnstadt gingen Räuber ähnlich vor: Auch dort flüchteten die Räuber per Fahrrad (SZ).Spezialisten rekonstruierten den Fluchtweg auf einer Länge von zwei Kilometern („Mantrailer”). Sie endete bei einer “Döner-Bude”!

“Die Spur habe direkt zu einem Imbissstand geführt, einer Döner-Bude. Deren Betreiber habe dann eine lange gehegte Vermutung der Ermittler bestätigt.” (ta)

Daher fahndete man in Eisenach intensiv nach “möglichen Autos, mit denen auch Fahrräder transportiert werden konnten.” (TA) So wäre sogar gänzlich auf eine Ringfahndung verzichtet worden (TA).

“Eine der Möglichkeiten war, dass die Verdächtigen ein Fahrzeug benutzen, in dem die Fahrräder verladen werden”, erzählt Kriminaldirektor Menzel. “Als nun nach dem Überfall von Eisenach wieder von der Flucht zweier Männer auf Fahrrädern erzählt wurde, änderten wir die sonst übliche Ringfahndungstaktik. (TA)

Das Problem mit dieser Darstellung ist, dass die Polizei die Räder in Arnstadt offenbar fand.

“Die Räder fand die Polizei nach dem Überfall etwa zwei Kilometer vom Tatort entfernt.” (ta)

Michael Menzel: “Die Täter sind gar nicht auf der Flucht, vielleicht wohnen sie hier.” (ta)

3. Die verkorkste Flucht

Es gibt zwei Versionen, wo der Wohnwagen stand. Auf Fahrrädern wären sie zu ihrem Wohnwagen geflüchtet. Er wäre …

1. … “auf dem heruntergekommenen Gelände der Diskothek MAD abgestellt” worden. Ein Zeuge bestätigt: Es stand rechts von ihm, auf dem Parkplatz der Diskothek. „Das kam mir komisch vor“, erinnert sich S., „normalerweise stehen dort nie Autos.“ (focus)

2. … “auf Obi-Parkplatz kurz nach dem Überfall” gesehen worden (sueddeutsche).

Die Eisenacher Bankräuber flüchteten im Wohnwagen nicht auf die Autobahn sondern…

“… links ins Dorf Stregda. Wieder sind es nur ein paar Hundert Meter, dann erreichen sie den Schafrain, wo sie das weiße Wohnmobil gegen 9.45 Uhr parken. Eine ruhige Gegend, in der Fremde eigentlich gleich auffallen müssten. Weil sie ein Gerät zum Abhören des Polizeifunks an Bord haben, wissen sie vermutlich, dass die Fahndung läuft.” (ST)

Sie fahren nach Stregda in ein Wohngebiet, um die Ringfahndung auszusitzen. Sie parken und hören den Polizeifunk ab. So erfahren sie, dass die Polizei gezielt nach ihren Wohnwagen fahndet. Statt von Stregda per Rad zu fliehen, warten sie konsterniert im Wohnmobil. Sie warten weiter – sogar als die Ringfahndung gegen 11:15 aufgehoben wird (TA). Endlich werden sie schließlich gegen 12:00 von zwei Polizisten entdeckt (BILD).

4. Rekonstruktion der letzten Momente

Als die beiden Herren bemerkten, dass eine Polizei-Streife sich ihrem Wohnwagen näherte, hätten sie einen einzigen Schuss auf die Polizisten abgegeben. Michael Menzel, Chef der Polizeidirektion Gotha:

“Wir wussten, dass sie scharfe Waffen hatten. Sie haben mit einer MPi auf uns geschossen”. (TA)

Böhnhardt hätte einen Schuss auf die Polizisten abgegeben können. Doch dann hätte die Maschinenpistole Ladehemmung gehabt (Spiegel).

“Die zur Maschinenpistole gehörende Hülse finden die Ermittler erst am 18. November.” (TA)

Es gäbe zwar keinen Durchschuss durch die Wohnwagen-Wände, doch erklärte BKA-Chef Jörg Ziercke, dass …

“… bei dem nachfolgenden Feuer eines der Plastikfenster so beschädigt, dass nicht mehr zu erkennen ist, ob es zuvor von einem Schuss durchlöchert worden war.” (TA)

Zwar fanden Ermittler …

“.. am 21. November 2011 an einem Haus in Tatortnähe (…) eine Beschädigung am Putz, die von einem Einschuss stammen könnte. Das Projektil aber fehlt bis heute.” (ta)

Daraufhin nahm Mundlos seine Pumpgun “Pumpgun Winchester 1300 Defender”, schoss Böhnhardt in den Kopf. Dann zündet er einen“Papierstapel” an; “Spuren von einem Brandbeschleuniger hat man nicht”gefunden. (IT) Jetzt hätte sich Mundlos erschossen.

Zwischen den beiden tödlichen Schüssen und dem Feuer lagen …

“… zwischen sieben bis 20 Sekunden”. “So schildern es die beiden einzigen Ohrenzeugen des Geschehens am Tatort, die Polizeibeamten, die mit ihrem Streifenwagen (…) das Wohnmobil in Stregda erreichten.” (IT)

Es gibt unterschiedliche Zeugenaussagen, ob Schüsse gehört wurden oder nicht. Die beiden Polizisten hätten “zwei Knallgeräusche” gehört,“es sei unklar, ob es sich um Schüsse gehandelt habe.” (mdr). Es müssen jedoch 3 Knallgeräusche gewesen sein, da laut der Polizisten schon der erste Schuss (aus der Maschinenpistole) ein “nicht identifiziertes Knallgeräusch” gewesen sei. Außer diesem ersten Geräusch gäbe es laut Ermittlungsakten “kein Indiz”, dass Polizisten vom Wohnwagen beschossen worden wären (IT).

Auch die meisten Anwohner sahen nur das Wohnmobil brennen …

“… , aber weder davor noch danach Schüsse gehört. Lediglich eine Familie hatte gegenüber der Polizei von drei Schüssen gesprochen. Eine Frau, die nicht einmal zehn Meter vom letzten Standort des Wohnmobils wohnt, nahm durch ihr geöffnetes Fenster den Geruch von verbranntem Plastik wahr. “Schüsse sind aber keine gefallen, das hätte ich gehört”, sagt sie.” (Stern)

Ein “Ohren”-Zeugen-Bericht, er hörte von seinem Balkon aus mit seiner Frau Schüsse:

“Die Geräuschfolge war aus meiner Sicht so, dass es zwei oder drei Schüsse waren, kurz darauf ging dann die Sirene im Ort, Feuer und so, und sahen dann hier unten die Rauchschwaden aufsteigen (…) meine Frau sagte mir dann noch, da hat jemand geschrien, also es klang wie ein Streit, es waren Männerstimmen auf jeden Fall, (…) wenn Männer sich anschreien dann, kurz darauf, fielen diese Schüsse, das war doch merkwürdig.” (rtl)

Es gibt eine weitere, alternative Darstellung der Vorgänge, auch sie stützt sich “Ermittlungsunterlagen”:

Es wären drei Schüsse von den Polizisten gehört worden und “ein Geräusch, als würde ein Möbelstück gerückt” werden:

“Als sich die beiden Beamten dem Fahrzeug nähern, vernehmen sie aus dem Inneren ein Geräusch, „als würde ein Möbelstück gerückt“, wie sich einer von ihnen später erinnert. Dann ertönen kurz hintereinander zwei Schüsse. Noch ein dritter Schuss fällt, und zwar – da gehen die Erinnerungen der Beamten auseinander – nach mindestens sieben, maximal 20 Sekunden. Kurz darauf dringen Rauch und Flammen aus dem Wohnmobil.” (bz)

5. Waren es Doppel-Selbstmorde, erschoss Mundlos, Böhnhardt oder was?

Eine Übersicht der verwirrenden, verschiedenen Meldungen, chronologisch geordnet:

Die erste Meldung am 04.11. um 14:51 von Bild.de:

“Sprengten sich Täter in die Luft? Zwei Leichen nach Bankraub in Eisenach gefunden! (bild)

Am 5. November 2011 wurden in Jena die Leichen obduziert (focus).Laut (ersten) Obduktionsbericht wäre Mundlos Schädelhöhle„zerstört und weit aufgerissen“ war, der Rachen „zerfetzt“. In der Mundhöhle und auf der Zunge fand sich Schmauch, „typische Kriterien“ für einen Mundschuss (focus).

Am 08.11. gab die Polizei bekannt: Selbstmord (TA). Ein Sprecher der Polizei Gotha:

“Die Männer haben sich definitiv selbst getötet (…) Das habe die gerichtsmedizinische Untersuchung ergeben.” (welt)

Spiegel Online berichtete am 09.11.2011, dass die Männer „an einem Brust- und einem Kopfschuss“ starben. Am 12.11 wurde der Thüringer Innenminister Geibert zitiert, dass sich Mundlos und Böhnhardt„nach damaligem Stand der Rechtsmedizin mit Langwaffen getötet“hätten. Am 12.11. zitiert Spiegel-Online einen Polizisten, dass “die Spurenlage in dem Wohnmobil, in dem die Leichen der beiden gefunden wurden, nicht unbedingt auf einen gemeinsamen Suizid hin[deuten]” würde (SPON). Während Mundlos im Wohnwagen auf dem Boden lag, hielt ..

“… Böhnhardt (…) im Tod eine Waffe in der Hand, aus der kein Schuss abgefeuert worden war.” (SZ)

Auch Welt.de bestätige am 13.11.2012: “Der eine Tote hatte eine Schusswunde in der Brust, der andere im Kopf.” (Welt). Am gleichen Tag gibt jedoch der Staatsanwalt Thomas Waßmuth von der zuerst zuständigen Staatsanwaltschaft Meiningen bei Spiegel-TV bekannt, dass aufbauend auf der Obduktion sich beide Täter jeweils durch Kopfschüsse das Leben nahmen (SPON).

Am 15.11. schreibt “Bild”, weiter, dass “einer der beiden Männer (…) durch einen Schuss in die Brust gestorben sein” [soll] (…). Außerdem starben die beiden durch Gewehrkugeln (…).” (Bild)

Am 17.11. schreibt Bild, dass einer …

“… der Killer (…) zu einer Pistole [griff]. Er führt sie zu seinem Kopf und erschießt sich. Der andere wählt eine Pumpgun: Er steckt sich das schwere Gewehr in den Mund und drückt ab.” (Bild)

Am 18.11. werden die Leichen freigegeben und sollen eingeäschert werden. (focus)

Am 19.11. beruft sich die Zeitung “Thüringer Allgemeine” auf einen Zeugen der Berufsfeuerwehr, der aussagte, dass er im Wohnwagen eine Leiche „mit einem großen Loch in der Stirn“ am Tisch sitzen sah und eine weitere im Gang liegend mit einer Schusswunde „wahrscheinlich im Oberkörper” (TA).

Am 21.11.2012 widersprach schließlich auch das Bundeskriminalamt (BKA) der Darstellung der Staatsanwaltschaft: Mundlos hätte zuerst seinen Kameraden Böhnhardt zuerst mit einem Kopfschuss getötet. Dann hätte er Feuer gelegt und sich mit derselben Waffe selbst erschossen. Dies würde naheliegen, da bei der Obduktion nur in der Lunge von Mundlos Rußpartikel des Feuers gefunden wurde (FAZ).

Am 21.11. beruft sich “inSüdthüringen” auf “Informationen der «Süddeutschen Zeitung» aus dem ObduktionsberichtMundlos soll“seinen Komplizen durch einen Schuss mit einer Pistole in die Schläfe getötet haben. Dann soll er die Waffe selbst gegen sich gerichtet haben.” (inS)

Der Vater von Uwe Mundlos bringt die sterblichen Überreste seines Sohnes zu einem Gutachter. Der “habe geurteilt, Uwe sei nicht, wie vom BKA behauptet, durch einen Pistolenschuss gestorben, sondern durch eine großkalibrige Waffe.” (welt)

Drei Wochen nach der ersten Obduktion, am 24. November, wird eine zweite Obduktion durchgeführt. Der Leiterin der Rechtsmedizin wäre beim Sichten der Akten aufgefallen, dass Mundlos und Böhnhardt „nicht auf der Rückseite geöffnet“ worden wären. „Um jegliche Zweifel an den Todesumständen auszuschließen“, beantragt die “Professorin eine erneute Untersuchung.”

“Das BKA konnte die bereits geplante Einäscherung gerade noch stoppen, die Bundesanwaltschaft veranlasste die erneute Untersuchung der Leichen.” (focus)

Der Blog “Bitterlemmer” schreibt.

“Instituts-Chefin Gita Mall, Stammlesern meines Blogs aus zahlreichen Artikeln bekannt, musste die beiden Leichen vom Begräbnis zurückrufen, weil ihre Spitzenkräfte (oder sie selbst?) unfassbarerweise vergessen hatten, auch die hinteren Seiten zu öffnen und zu schauen, ob da vielleicht Projektile stecken.” (Bitterlemmer)

Vier Tage später “analysierten Jenaer Rechtsmediziner die beim ersten Mal nicht untersuchten Körperteile Nacken, Rücken (…).” Fazit: „keine Einblutungen, keine Verletzungen von Weichteilgewebe und Muskulatur, keine weiteren Knochenbrüche“.

Der Focus weist auf die “beiden ausgeworfenen Patronenhülsen der Marke Brenneke (…) jeweils 70 Millimeter lang” hin.

Am 01.12.11 berichtete die “junge Welt”, dass der Innenausschuss des Bundestages in “geheimer Sitzung” zusammenkam. Laut “gut unterrichteten Kreisen” wären “neue Erkenntnisse zum Tod von Mundlos und Böhnhardt präsentiert worden”. Es hätte sich nicht “um aufgesetzte Schüsse” gehandelt (jw), sondern um Distanzschüsse.

Am 27.12. meldete sich Herr Leyendecker von der Süddeutschen zu Wort und schrieb näheres …

“Anders als es in frühen amtlichen Papieren steht, wurde Böhnhardt nicht durch einen aufgesetzten Schuss in die Schläfe getötet, sondern durch einen Schuss aus kurzer Entfernung, einem “relativen Nahschuss”. Eine Stanzmarke, die bei einem“absoluten Nahschuss” entsteht und dann den Abdruck der Schusswaffe zeigt, konnte, anders als zunächst behauptet wurde, nicht festgestellt werden.” (SZ)

Trotz all dieser Veröffentlichungen nahm der Bundesgerichtshof Ende Februar 2012 Stellung und blieb bei der ersten Version:

“Dann setzten sie das Wohnmobil in Brand und töteten sich durch Schüsse in den Kopf.” (BGH).

Im ausgebrannten Wohnmobil wären die “Dienstwaffen der ermordeten Polizistin Michèle Kieswetters und ihres verletzten Kollegen, zwei weitere Pistolen oder Revolver und drei Langwaffen” gefunden worden.” (Bild) Die kritische Frage an den BGH ist: Ist es logisch, dass – angesichts dieser verfügbaren Waffen – Böhnhardt und Mundlos mit derselben Waffe Selbstmord begingen?

Darüberhinaus gibt es Anzeichen, dass die Autopsie nur ungenügend möglich war; waren die Körper zu schwer verbrannt?

“Zu Schmauchspuren, die sich beim Abfeuern einer Waffe an Händen und Armen finden müssten, kann oder will die Karlsruher Behörde nichts sagen, obwohl seit dem Tod schon mehr als drei Wochen vergangen sind.” (ST)

Mitte Februar 2012 berichtete der Focus, dass eine Schmauchspuren-Anlayse darauf hindeuten würde, dass “beide Männer Waffen benutzten”. Jedoch waren die gefundenen Mengen“nicht schusshandtypisch”:

“An den Leichen wurden jeweils 16 Stellen auf Rückstände untersucht, die beim Schießen entstehen. An Böhnhardts Händen fanden sich sechs Schmauchpartikel, bei Mundlos zwei.

Zwar weisen die LKA-Experten darauf hin, dass die geringen Mengen „nicht schusshandtypisch“ seien. Zugleich konstatieren sie, ein Großteil der Spuren sei „mit Sicherheit“ vernichtet worden – durch die enorme Hitzeeinwirkung, den Brandschutt und das Löschwasser.” (Focus)

Bis heute [06.11.12] fehlt ein “abschließendes waffentechnisches Gutachten zur Selbsttötung und auch der Abschlussbericht über die Obduktion der beiden Toten” (TA).

“Die Generalbundesanwaltschaft hat Polizeiprotokolle, Ermittlungsstände und Obduktionsberichte zum 4. November 2011 unter Verschluß genommen.”(Linke, 11.1.13)

6. Die unbekannte dritte Person

Journalisten des Magazins “Stern” befragten Zeugen in Stregda, die das Geschehen am 04.11 vor Ort verfolgten. Diese Zeugen-Aussagen werden auf peinliche Weise als unbegründete “Verschwörungstheorien” (SZ) seitens Herrn Leyendecker von der “sueddeutschen” abgewertet.

“Verschwörungsjunkies behaupten sogar, es könne sich nur um eine in Diensten des Staates stehende Person gehandelt haben, die irgendeine Art der Verflechtung der Zwickauer Terrorzelle mit dem Staat verdecken wollte. Man werde doch noch Fragen stellen dürfen, sagen solche Rauner, wenn sie um Indizien für ihre Theorien gebeten werden. Doch dann kommt nichts. Weiterhin spricht nichts für eine dritte Person am Tatort.” (SZ)

Die Zeugen beschreiben, dass eine Person, kurz vor dem Brand, aus dem Wohnwagen geklettert und geflüchtet sei. Dies wird von der Generalbundesanwaltschaft dementiert.

“Berichte von einer dritten Person, die kurz vor dem Eintreffen der Polizei das Wohnmobil verlassen haben soll, verstummen im Eisenacher Neubaugebiet Wartburgblick dennoch nicht. (Stern)

In der Tat wurde laut Medienberichten am 4.11. sogar mit einem Hubschrauber nach dieser dritten Person gefahndet (TA). Auch die Bild-Zeitung berichtet am 07.11. von “Zeugen”, die eine flüchtende Person sahen, und erwähnt eine Nachbarin, nach der diese Person“aus dem Führerhaus kletterte und die Flucht ergriff.” (Bild)

Weiter hätte sich bei der Polizei …

“… gegen 13.45 Uhr (…) ein Zeuge per Telefon gemeldet. Er hatte an der Autobahnauffahrt Eisenach Ost eine verdächtige Person gesehen, die versucht haben soll, Autos zu stoppen.

Die sofortige Suche nach dem Mann blieb erfolglos. Das Ablaufen der Strecke vom Tatort in Eisenach-Stregda zur genannten Stelle an der Autobahn zeigte aber, dass es möglich gewesen wäre, die knapp neun Kilometer in der zur Verfügung stehenden Zeit zu schaffen.” (tlz)

Ist die unbekannte dritte Person André Kapke?

Laut eines Focus-Berichtes wurde ermittelt, dass …

“… sich ein Handy mit der auf André Kapke registrierten Handynummer an jenem 4. November 2011 zwischen 13 Uhr 54 und 14 Uhr 06 in einer Mobilfunkzelle nahe des Wohnmobils in Stregda bei Eisenach eingewählt [hätte].

Der Tod der beiden Männer ist für 12 Uhr 05 an diesem Tag dokumentiert. Mit seinem Handy, so der FOCUS, soll Kapke zwar keinen Telefonanruf getätigt, dafür aber eine Internetverbindung zu Zschäpe hergestellt haben.” (lichtstadt)

Anscheinend wurde von seinem Mobiltelefon Datenverkehr registriert – “und zwar offenbar zu der Zeit, als auch Zschäpe in Zwickau online war.” (publikative)

Kapkes Anwalt, Hendrik Lippold, spricht von einem Zufall, “die fragliche Mobilfunkzelle läge nahe an der Autobahn A 4, auf der sein Mandant an diesem Tag unterwegs gewesen war.” Auch die Bundesanwaltschaft sieht keine Mittäterschaft Kapkes im “NSU”, es heißt:

“Ermittlungen deuten (…) auf einen unverfänglichen Grund für den Aufenthalt des Beschuldigten in dieser Funkzelle hin und haben den Tatverdacht mithin relativiert.” (ebd)

Ein weiteres DNA-Phantom?

Im Wohnwagen fand das BKA eine DNA-Spur, die weder zu Böhnhardt, Mundlos noch zu Frau Zschäpe passt (spiegel). Eine identische DNA-Spur befindet sich auf einer Patronenhülse, “die von Hells Angels auf Bandidos abgefeuert wurde.” (tagesspiegel). Es wird spekuliert, dass es sich wieder (wie beim “Phantom von Heilbronn”) um eine verunreinigte Probe gehandelt haben könnte.

Kritische Anwohner

Anwohner vermuten, dass Mundlos und Böhnhardt bereits tot waren, als das Wohnmobil erneut in ihrem Wohngebiet parkte(Quelle).

7. Frau Zschäpe

7.1. Wer informierte Frau Zschäpe?

Bereits um 10:34 machte Zschäpe ihren Laptop auf und fängt zum surfen an. Sie sucht nach Autounfällen, ist sie nicht über den geplanten Banküberfall informiert? (TZ )

Kurz nachdem das Wohnmobil mit den Toten zum brennen anfängt, erhält sie einen Anruf auf ihr Handy, den sie offenbar nicht annahm. Erst um 12:11 hörte sie ihren Anrufbeantworter ab. Es gibt unterschiedliche Darstellungen, wer sie angerufen haben könnte:

1. Laut Darstellung von “Neuen Deutschland” hätte “die Polizei am 4. November bereits um 12.11 Uhr auf Zschäpes Handy” angerufen und“vermutlich der Mobilbox etwas erzählte.” (Neues Deutschland)
2. Das sächsische Innenministerium dementiert einen solch frühen polizeilichen Anruf, vielmehr hätte Zschäpe um 12:11 “ihre eigene Mobilbox abhören wollen” (Sächsische Zeitung). Dort hörte sie dann wohl eine Nachricht ihrer Freunde. Böhnhardt und Mundlos hätten sie angerufen “so die Ermittler” und ihr aufgetragen “sämtliche Spuren in der gemeinsamen Wohnung in Zwickau zu vernichten.” (SPON).

Danach surft jedoch Frau Zschäpe weiter im Internet und sucht weiter nach Unfallmeldungen.

“Die spätere Auswertung des Internetprotokolls ergibt, dass Zschäpe bis 12.43 Uhr die Seiten mehrerer Zeitungen und Radiostationen aufruft und dort nicht etwa nach dem Polizeibericht, sondern nach Meldungen über Autounfälle am Vortag sucht. Wusste sie vielleicht gar nichts von dem geplanten Bankraub in Eisenach?

Zschäpes Recherche scheint ergebnislos zu verlaufen, jedenfalls beginnt sie, auf anderen Seiten zu surfen. Um 13.05 Uhr gibt sie „Natürliche Mittel gegen Übelkeit“ als Suchbegriff ein, dann „Greenpeace“ und „Gegen Pelze“. Der letzte Seitenaufruf erfolgt um 13.26 Uhr, da sucht sie nach „Biobauern in Zwickau“. 54 Minuten später, um 14.20 Uhr, schaltet sie den Laptop laut Verlaufsprotokoll aus. Gegen 15 Uhr verlässt sie in großer Eile die Wohnung, die wenig später in Flammen aufgeht. ” (BZ)

Falls Frau Zschäpe wirklich seitens ihrer Freunde über die Schwierigkeiten und deren eventuellem Selbstmord benachrichtigt wurde, stellt sich die Frage: Warum sollte sie sich anschließend noch mindestens 1,5 Stunden im Internet tummeln, nach “Biobauern in Zwickau” suchen. Um 13:26 sucht sie noch nach Biobauern, dann hören offenbar ihre Internet-Aktivitäten auf. Sie schaltet die mögliche Informationsquelle um 14:20 aus! In dieser Zeit dürfte sie bereits die Brandstiftung und ihre Flucht vorbereiten.

Frau Zschäpe erst vom Selbstmord überzeugt, dann nicht mehr

Frau Zschäpe hätte noch am 04. November die Angehörigen telefonisch von Böhnhardts und Mundlos Tod informiert:

“Jena. Es ist Freitag, der 4. November. Gegen Mittag meldet sich Beate Zschäpe per Telefon – erst bei Familie Mundlos, später bei den Böhnhardts. Nur eine knappe Botschaft: Die Söhne sind tot. Erschossen in einem Wohnmobil nahe Eisenach.” (TA)

Es gibt keine Erkenntnisse, auf welchem Weg und von wem Frau Zschäpe über die Vorkommnisse in Stregda informiert wurde. Das ist seltsam, da Telefonate zwischen Mundlos / Böhnhardt und ihr nachvollziehbar sein müssten. Der Bundesgerichtshof schreibt lapidar, dass Zschäpe …

“Von diesen Ereignissen auf unbekanntem Wege in Kenntnis gesetzt (…).” (BGH)

… wurde. Dann hätte sie die Angehörigen informiert …

“Von diesen Ereignissen auf unbekanntem Wege in Kenntnis gesetzt – jedenfalls informierte sie die Angehörigen von Böhnhardt und Mundlos kurz darauf telefonisch von deren Tod – (…).” (ebd)

… und anschließend die Wohnung angezündet.

“(…) entschloss sie sich, die Gegenstände (…) verblieben waren (…) durch Brandlegung zerstörte.”(ebd)

Jedoch stellt der Spiegel den Sachverhalt anders dar. Die Eltern von Böhnhardt wären erst am 05. November von Frau Zschäpe benachrichtigt worden. Die zeitliche BGH-Darstellung (“kurz darauf”) wäre dann irreführend.

Laut der Aussage der Mutter von Uwe Böhnhardt beim BKA hätte Zschäpe ihr mitgeteilt, “dass die beiden sie angerufen“ hätten, mit dem Auftrag, sie über das Schicksal ihres Sohnen zu informieren. (Karl Nolle).

Beate Zschäpe: “Frau Böhnhardt, der Uwe kommt nie mehr zurück.”

Frau Böhnhardt: “Ist der Uwe tot?”

“Ja, der Uwe ist tot, er kommt nicht wieder zurück.”

“Wann? Warum?”

“Die beiden Jungs haben sich das Leben genommen, sie haben keinen Ausweg mehr gesehen und wollten aber auch nicht ins Gefängnis gehen. (…)

Frau Böhnhardt, es tut mir so unheimlich leid, aber die beiden Uwes haben mich beauftragt, noch einmal einen letzten Gruß den Eltern zu schicken.” (SPON)

Im Jahr 2013 ist laut eines Mithäftlings Frau Zschäpe „überzeugt, dass sich Böhnhardt und Mundlos nicht selbst umgebracht hätten.“ (Bild)

Wer informierte Zschäpe?

Die drängende Frage ist, wer Frau Zschäpe vom (zugeschriebenen) Selbstmord ihrer Freunde informierte. Frau Zschäpe richtete der Familie Mundlos aus, dass Böhnhardt und Mundlos ihren Wohnwagen “in die Luft gesprengt” hätten, wegen “der Sache, die gestern in Eisenach passiert sei, das mit dem Banküberfall”.(mdr).

Im Wohnwagen war in der Tat der Gas-Herd aufgedreht, jedoch kam es trotzdem zu keiner Explosion.

“Aufgedrehte Gashähne, Das Wohnmobil von Mundlos und Böhnhardt brannte zwar, explodierte aber nicht. (…) Offenbar wollte ein Terrorist vor seinem Suizid das Fluchtauto sprengen”.(Focus)

Wie kam Frau Zschäpe an diese explosive Falschinformation?

1. Frau Zschäpe erhielt diese Falsch-Meldung, da sie weiter in den Medien herum-geisterte. Interessanterweise berichtete Welt.de sogar noch am 08.11.11:

“Wohnwagen explodierte nach Banküberfall” (welt)

Es kann also möglich sein, dass Frau Zschäpe am 05.11. einer Falschinformation aufsaß.

2. Frau Zschäpe wurde persönlich informiert über das explosive Vorhaben entweder von ihren beiden Freunden oder eines Mitwissers. Wer war diese Person?

Verklebtes Handy

Wie hätten Böhnhardt oder Mundlos telefonisch Zschäpe oder einem Dritten ihr Vorhaben ausrichten sollen? Es wurde zwar ein Handy im Wohnmobil gefunden, jedoch …

“Zwischen Handy-Akku und Handykontakten war ein Klebestreifen befestigt. Dies verhinderte die Stromzufuhr zwischen Akku und Handy.” Nach MDR-Informationen aus Polizeikreisen haben Mundlos und Böhnhardt so verhindert, dass sie über das Mobiltelefon geortet werden konnten. Das Telefon sei von einer Sandy N. angemeldet worden. Die Ermittlungen ergaben, dass sie gegen Bezahlung ihre persönlichen Daten für Handy-Verträge zur Verfügung stellte (mdr).

Offenbar ergab die Auswertung dieses Handy nichts brauchbares, weil keinerlei Meldungen darüber vorhanden sind.

7.2. Fahndung nach “Susann”

In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären die Staatsanwaltschaft in Zwickau und die sächsischen Ermittler am 09.11.11, dass die Frau, die im näheren Wohnumfeld in der Frühlingsstraße unter dem Vornamen “Susann” bekannt war, noch kurz vor der Explosion beim Verlassen des Hauses gesehen wurde.“Nach ihr wurde gefahndet, gestern hat sie sich gestellt.” Weiter richtete die Kriminalpolizei zur Aufklärung eine mit 20 Beamten besetzte Sonderkommission mit dem Namen “Capron” ein. Die soll auch herausfinden, ob die Männer für weitere Überfälle neben dem in Arnstadt verantwortlich gewesen sein können. Demnach sollen alle ungeklärten Überfälle, an denen in der Vergangenheit zwei Täter beteiligt waren, überprüft werden.

Dagegen sagte der leitende Thüringer Zielfahnder Seven Wunderlich im Bundestag-Untersuchungsausschuss aus. Ihm hätte Jürgen Dressler, Chef der Ermittlungsgruppe Terrorismus/Extremismus (EG Tex), gesagt, dass …

… er schon am 4. November abends über die Identität der Toten [Böhnhardt, Mundlos] aufgeklärt worden sei.” (jw)

Bereits am 05.11.11 hätte die Polizei in Gotha “Informationen zu allen heute vom NSU-Ermittlungsverfahren Betroffenen (…) an die White­boards pinnen können”. (jw)

Laut Aussage des pensionierte Thüringer Verfassungsschützers Herrn Wießner hätte “Kurz nach Auffinden der Leichen von Mundlos und Böhnhardt am 4. November 2011″ der Leiter der Polizeidirektion Gotha, Michael Menzel, bei ihm angerufen. “Der Leiter habe ihm von den beiden Toten erzählt und ihn gefragt, ob er wisse, wo Zschäpe sei.” Die Zeit kommentiert:

“Die Episode ist rätselhaft. Bevor die Leichen von Böhnhardt und Mundlos gefunden wurden, lebte das Trio bereits 13 Jahre im Untergrund, von den Fahndungslisten war es längst verschwunden. Wie konnte also ein einfacher Polizeidirektor so schnell die Verbindung von zwei männlichen Toten zu Beate Zschäpe herstellen?” (zeit)

7.3. Anrufe vom sächsischen Innenministerium

Die Auswertung von Frau Zschäpes Handy-Verbindungen vom 04.11. ergibt folgendes:

Etwa 1 Stunde nach dem Brand in ihrer, gegen 16:32, meldete sich das erste Mal das sächsische Innenministerium: “Der gleiche Anrufer probiert es Stunden später, nämlich um 21.06 Uhr noch einmal. Vergeblich. Zschäpe nimmt nicht ab.”(stern)

Zwischen 16:32 und 21:06 wurden weitere Anrufe vom Innenministerium registriert, jedoch ausgehend von einem anderem Handy. Laut Ministeriums-Sprecher Hofner hätte “dieser Anschluss trotz der Kennung für das Innenministerium zur Polizeidirektion Südwestsachsen gehört.” Es würde sich um ein “ganz normales Diensthandy” handeln. Dies wird von der sächsischen Abgeordneten Köditz bezweifelt, da niemand an das Handy ging, als sie “vier Tage lang zu unterschiedlichen Zeiten” dort anrief. “Wäre es ein normales Diensthandy, müsste es auch erreichbar sein.” Die Linken-Politikerin:

“Inzwischen bin ich an einen Punkt gelangt, an dem ich mich nicht mehr auf Behauptungen verlasse. Man möge mir endlich Beweise vorlegen.”

Weitere Rätsel geben zwei weitere Kontaktversuche ausgehend von nicht identifizierbaren “Null-Nummern”:

Laut BKA-Papier bemüht sich ein Anrufer um 18.07 Uhr, und noch einmal um 18.24 Uhr per Handy um eine Verbindung. Das Bundeskriminalamt schreibt in seinem Bericht, die Anschlussinhaberfeststellung habe eine “Nullauskunft” ergeben. Dieser Anrufer sei deshalb nicht zu ermitteln.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft, die in dem Verfahren die Ermittlungen führt, erklärt hingegen gegenüber stern.de: “Es gibt keine Nullauskunft. Wir haben alle Anrufe an diesem Tag zuordnen können.” (ebd)

Zeitlich dazwischen rief sie auch noch die Polizei an :

“Um 17.50 Uhr versuchte die Polizeidirektion Südwestsachsen aus Zwickau das von Zschäpe benutzte Handy zu erreichen. (…) 18.13 Uhr wählte wieder jemand aus dem Lagezentrum der Polizeidirektion Südwestsachsen die Zschäpe-Nummer.” (Neues Deutschland).

Laut Innenministerium rührten die vielen Anrufe aus der Sorge um Frau Zschäpe. Nachdem eine Nachbarin Frau Zschäpes Nummer Polizei-Beamten vor Ort gab, versuchte man festzustellen, “ob die Frau noch lebt, und um ihr gegebenenfalls von der Explosion berichten zu können.” (stern)

Diese Erklärung ist unlogisch, da Frau Zschäpe von Nachbarn beobachtet wurde, wie sie vor der Explosion die Wohnung verließ! Sie hatte Katzenkörbe dabei und fragte ob die Nachbarin auf die Katzen aufpasste (zeit).

Darüberhinaus ist die Frage: Warum wird Frau Zschäpe zusätzlich von Anrufer(n), deren Handy auf das Innenministerium zugelassen sind, angerufen, wenn die zuständige Polizeidirektion Südwestsachsen sich längst um den Fall kümmert?

Ist nicht wahrscheinlicher, dass Kontakte zum “Verfassungsschutz” bestanden? Siehe: NSU – Wer war alles Verfassungsschutz-Informant?

Vielleicht wollte Zschäpe ihr Handy vernichten, nachdem sie damit “in die Innenstadt” (zeit) gelaufen ist. Vorstellbar – aber wie gelangte es später in den Brandschutt? Siehe: “Was suchte Zschäpes Handy im Brandschutt?”

7.4. Zerstörung von Beweismaterial?

Es konnte anfangs als gesichert angenommen werden, dass Frau Zschäpe die Wohnung anzündete.

“Hierzu brachte sie noch am selben Tag gegen 15.00 Uhr aus einem Kanister Ottokraftstoff auf dem Fußboden der Wohnung aus, entzündete diesen und verließ sodann das Gebäude.” (BGH)

Den Beweis ergab eine Untersuchung ihrer Socken (Welt), die sie offenbar während ihrer mehrtägigen Flucht nicht wechselte! Dort wäre Benzin festgestellt worden. Am 21.04.2013 berichtete jedoch der Focus, dass Frau Susann E. Frau Zschäpe “saubere Kleider” gegeben hätte.

“Die Ermittler glauben, dass Zschäpe das Feuer gelegt hat und ihre mit einem Brandbeschleuniger verschmutzten Kleider wechselte.”(focus)

An den Schuhen von Frau Zschäpe fand man DNA-Material von Frau Susann E.:

Ein weiteres belastendes Indiz ist laut FOCUS, dass Experten des Bundeskriminalamts (BKA) an den Schuhen, die Zschäpe am Tag ihrer Festnahme trug, DNA-Spuren von E. feststellten. Ihre Genmuster fanden sich unter anderem am Fersenschaft, auf den Laschen und an den Schnürsenkeln. Vermutlich hatte Zschäpe die Schuhe nach der Brandlegung von E. bekommen.” (ebd)

Seltsamerweise bekam offenbar Zschäpe frische Schuhe von E., aber keine Socken. Mehr zur Rolle der E.´s, siehe: “Rekonstruktion der tödlichen Ereignisse am 04.11.11″.

Der Grund der Brandstiftung wäre laut Darstellung des Bundesgerichtshofes, die Zerstörung von Beweismaterial zur Vereitlung ihrer Strafverfolgung:

“(…) befürchtete nun auch die Beschuldigte, im Zuge der anstehenden Ermittlungen werde ihre Mitgliedschaft in der für die beschriebenen Straftaten verantwortlichen Vereinigung offenbar. Um dies zu verhindern, entschloss sie sich, die Gegenstände, die in der (…) Wohnung (…) verblieben waren und die Rückschlüsse auf ihre Identität und den Umfang ihrer Tatbeteiligung erlaubten, insbesondere die Tatwaffen, die zum Versand vorbereiteten DVDs und persönliche Papiere, dadurch zu beseitigen, dass sie die Wohnung durch Brandlegung zerstörte.” (BGH)

Der Widerspruch in der Urteilsbegründung ist, dass Frau Zschäpe am 05. November die NSU-Bekenner-DVDs zur Post gebracht haben soll, statt sie wie am Tag davor als Beweismaterial zu verbrennen.

“Die mitgenommenen DVDs gab sie zur Post; zwölf Sendungen konnten später bei den vorgesehenen Empfängern sichergestellt werden.” (BGH)

Das gleiche paradoxe Verhalten hätten die beiden Herren im Wohnmobil an den Tag gelegt: Bevor sie sich selbst erschossen hätten, hätten sie ihn in Brand gesetzt. Warum? Um Beweismittel zu vernichten? Warum packten die beiden Herren dann überhaupt die belastenden Beweismittel in ihren Wohnwagen, der ja erst kurz vor dem geplanten Eisenacher Banküberfall angemietet wurde?

7.5. Zschäpes Flucht

Zschäpe fuhr nach der (angeblichen) Brandstiftung am 04.11. erst nach Chemnitz, Leipzig und Eisenach und dann mit der Bahn weiter nach Bremen und Magdeburg (taz). Laut des “Lichtstadt-Blogs” fürchtete Zschäpes “den Zugriff der Polizei”, jedoch wäre am 08.11 die Fahndung noch gar nicht angelaufen gewesen:

“Tatsächlich fürchtet Z nach ihrer Flucht aus Zwickau ihre Verfolger. Sie fürchtet sie sogar in Jena, als sie am 08.11.2011 in den Punkthäusern der Closewitzer Straße (Foto links) ihre Großmutter ein letztes Mal besuchen will und sich nicht traut, hineinzugehen, weil sie einen Zugriff der Polizei fürchtet. Einen Einsatz den es gar nicht gibt, weil die bundesweite Fahndung nach ihr “alias Susann Dienelt alias Mandy Struck” an diesem Vormittag noch gar nicht angelaufen war.” (Lichtstadt)

Selbstmord-Absicht bei Beate Zschäpe?

Am 07. November wäre Frau Zschäpe “vermutlich aus Unachtsamkeit”fast von einer Straßenbahn erfasst worden, eine Frau riss sie im letzten Moment zurück.(Focus)

Am 08. November “um 8.49 Uhr wählt sie in Jena die Nummer 110, um sich zu stellen. Es meldet sich ein Herr E., der mit dem Namen Zschäpe nichts anfangen kann.”

“Von welcher Behörde sind Sie denn?”, fragt er. “Ich bin diejenige, weswegen Sie hier sind”, antwortet Beate, die denkt, sie werde verfolgt. “Weswegen der Einsatz ist.” – “Was denn für ein Einsatz?”, fragt E. zurück. In gereiztem Ton sagt Zschäpe noch: “Ja, okay, dann ist gut”, und legt auf (welt).

Bevor sie anschließend zum Polizeipräsidium geht, suchte sie sich einen Rechtsanwalt. Sie bat den Juristen, sie zur Polizei zu begleiten. Sie wolle sich „wegen einer Brandstiftung“ stellen (Focus).

Es kann inzwischen nicht mehr als gesichert angenommen werden, dass Zschäpe wirklich die Wohnung anzündete: Siehe: “Zündete Zschäpe wirklich die Wohnung an?”

War Zschäpe nicht beteiligt?

In der Tat wird Frau Zschäpe teilweise entlastet: Auf folgende Frage des Innenausschuss-Vorsitzenden, CDU-MdB Bosbach an den Bundeskriminalamts-Präsidenten Ziercke …

“Herr Ziercke, noch eine Zwischenfrage: Gibt es zum jetzigen Zeitpunkt Erkenntnisse darüber, ob Frau Zschäpe jemals an einem Tatort war, bei zehn Morden oder 14 Banküberfällen?”

… antwortet Ziercke am 21.11.2001:

“Nein, die Erkenntnis haben wir bisher nicht; deutlich nicht. (zgtonline)

Frau Zschäpe schweigt zu allen Vorwürfen. Der Grund dafür wäre laut ihrem Anwalt Herrn Heer, dass die Bundesanwaltschaft nur höchst beschränkte Akteneinsicht gewähre. Heer: „Akten aus den Mordermittlungen liegen uns überhaupt nicht vor.“ Die Anwälte “rügen in Schriftsätzen Vorverurteilungen der Staatsanwälte, weisen auf falsche Berichterstattung hin” (welt). Die Bundesanwaltschaft wies die Vorwürfe des Anwaltes zurück. Den Verteidigern lägen alle Unterlagen vor, die ihnen von Gesetzes wegen zu-stünden.

Darüber-hinaus beschwerte sich Zschäpes Anwalt, dass seine Mandantin in einer Einzelzelle sitze, in der Tag und Nacht das Licht brenne. Die Begründung wäre, dass Zschäpe suizid-gefährdet sei. Heer: „Dafür sehe ich jedoch keine Anzeichen.” (Tagesspiegel) Ein Grund ihrer Isolationshaft sei, dass dies “zu ihrem Schutz” geschieht. Es seien“etliche Insassen mit Migrationshintergrund” im Gefängnis; die Leitung befürchtet Übergriffe auf die Rechtsextremistin (welt).

8. Der NSU-Bekennerfilm – Verteilung durch Frau Zschäpe?

Siehe: “Wer erstellte und verteilte wirklich den NSU Bekennerfilm?

9. Thüringer Heimatschutz (THS)

Siehe: Der Thüringer Heimatschutz – eine Geheimdienst-Operation?

10. Das Versagen des Verfassungsschutz – trotz Informanten

Siehe: Sicherheitsbehörden: “Auf dem rechten Auge blind”

11. Die Tatwaffe der “Ceska-Morde”

Siehe: NSU: Das Märchen der Ceska-MordwaffeNSU-Ermittlungen zu Hülsen, Munition: Wurden Ceska-Mörder gewarnt?

12.1. Identifizierung der Ceska-Mordwaffe

In der Zwickauer Brandruine wurden rund 1 700 Gegenstände sichergestellt, Computerausdrucke, Stadtpläne (taz) und “private Bilder der Neonazifamilie E. samt Einladungsschreiben zum Hitlerjugend-Lieder-Singen” (taz). Es wurden kaum DNA-Spuren oder Fingerabdrücke festgestellt. (fr-online)

Siehe: “NSU Tatorte: Keine Spur von Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt

Nach Aussage [vom 21.11.2012] von BKA-Chef Ziercke gab es “elf Schusswaffen”, die jedoch durch die “Explosion und das Feuer in der Wohnung schwer beschädigt” worden wären. Das würde eine “eindeutige Identifizierung” erschweren. Die Ceska-Schusswaffe der Mordserie wurde “eindeutig identifiziert” (mdr). Sie konnte offenbar durch ein ballistischen Gutachten identifiziert werden.

Bis heute herrscht Unklarheit, wann die Ceska gefunden wurde: Siehe: “Die späte Entdeckung der NSU-Schusswaffen”. Auch an der Ceska konnten “keinerlei Fingerabdrücke oder DNA-Material”festgestellt werden! (freitag)

Ihre Waffennummer war abgeschliffen – sie konnte Ende Januar 2012 durch ein “modernes Analyseverfahren” identifiziert werden (Focus). Trotzdem kann das BKA den Weg der Waffe zum Trio auch heute nur schwerlich belastbar belegen.” Ballistischer Test, Herkunft der Ceska-Mordwaffe.

Für die polizeiliche Ermittlung ist es jedoch von großer Bedeutung zu klären, woher die (angebliche) Ceska-Mordwaffe stammt und wie sie zum Trio gelangt sein sollte:

12.2. Der Ceska-Lieferant Carsten S.

Der wichtigste Zeuge der Bundesanwaltschaft in der Anklage gegen Frau Zschäpe und Herrn Wohlleben verstrickte sich seinen Vernehmungen vor Gericht in Widersprüche und steht im Verdacht über seine Kontakte mit dem “Verfassungsschutz” zu lügen: “NSU: Lügt der Ceska-Lieferant, der Angeklagte Carsten S.?” Siehe auch:Portrait des Ceska-Lieferanten Carsten S.

Der (angebliche) Lieferant der Tatwaffe, Carsten S., wäre zwar ermittelt, jedoch ist es laut Ziercke es “nur schwerlich” möglich, den Weg der Waffe zum Trio “belastbar zu belegen” zu können! Grund:

“Dies ist im Wesentlichen darin begründet, dass die Waffe nicht unmittelbar zum Trio gelangt ist und die Zwischenstationen aufgrund fehlender Aussagebereitschaft teilweise noch im Dunkeln liegen.”(BKA)

Status quo

Auf viele der Fragen versuchten Parlamentariern Antworten zu finden – umsonst. Sie werden nicht von den Innenministern und Bundesanwaltschaft beantwortet, um die fortlaufende Untersuchung nicht zu gefährden. Der Ausschußvorsitzenden des Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages, CDU-MdB Bosbach, soll im Untersuchungsausschuss dieses Vorgehen folgendermaßen kommentiert haben:

“Die was wissen, die kommen nicht, die kommen, wissen nichts, und die, die was wissen und dennoch kommen, sagen uns nichts.”(Quelle)

Darüberhinaus beschwerte sich der Ausschuss Anfang März 2012, dass er 4 Wochen nach Ausschuss-Eröffnung noch immer keine einzige Akte bekommen hätte:

Kommissionsmitglied Ehrhart Körting (SPD) sagte, es seien Akten aus Thüringen und Sachsen angefordert worden. Bislang habe sich das Gremium mit den gesetzlichen Grundlagen der Verfassungsschutzbehörden befasst. „Aber jetzt muss ein bisschen Butter bei die Fische kommen“, mahnte der frühere Berliner Innensenator. Körting bekräftigte, dass die Kommission Akten wolle und keine zusammenfassenden Berichte (FAZ).

Fazit:

Nichts ist geklärt!

Die Zeit wird benützt, um Beweise zu vertuschen. Parlamentarier werden für dumm verkauft. Dieser Verdacht wird auch dadurch erhärtet, dass wichtige Unterlagen für lange Zeit nicht veröffentlicht werden („VS-Einstufung endet mit Ablauf des Jahres 2041“) (Welt).

Die Wahrheit erfährt die Öffentlichkeit erst nach Jahrzehnten, wenn überhaupt.

 

Quelle: Friedenblick

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