Kölner Stadt-Anzeiger| ANSCHLAG IN DER PROBSTEIGASSE :Wirbel um Fahndung zum NSU-Terror


Polizeibeamte kehren nach dem Bombenanschlag auf das Lebensmittelgeschäft in der Probsteigasse in Köln herumliegende Scherben zusammen.  Foto: dpa
Eine Phantomzeichnung aus dem Jahr 2001, angefertigt nach dem Bombenattentat in der Kölner Probsteigasse, wirkt nahezu wie das Passfoto eines bekannten Rechtsextremisten. Jetzt sorgt es erneut für Aufregung.  

Köln. Es ist verblüffend, wie sehr sich die Bilder ähneln: Eine Phantomzeichnung, im Januar 2001 angefertigt nach dem Bombenanschlag der neonazistischen NSU-Terrorgruppe in einem Kiosk an der Kölner Probsteigasse, wirkt nahezu wie das Passfoto eines bekannten Rechtsextremisten. Die Tatsache, dass der Mann damals nach einem Anfangsverdacht von der Polizei schon schnell von der Liste der Verdächtigen gestrichen wurde, sorgt jetzt für Aufregung.

Das Phantombild von 2001

Das Phantombild von 2001

Die Rechtsanwältinnen, die die Opfer des Attentats beim derzeit stattfindenden NSU-Prozess in München vertreten, haben vor Gericht beantragt, die ehemalige Leiterin des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes als Zeugin zu laden. Mitarbeiter des Nachrichtendienstes hatten die Ähnlichkeit damals bemerkt und diesen Hinweis an die Kölner Polizei weitergeleitet. Der Inhaber des deutsch-iranischen Kiosks, dessen Tochter durch den Sprengsatz schwer verletzt wurde, identifizierte den Verdächtigen damals aber nicht als jenen Mann, der die in einem Geschenkkorb versteckte Bombe Tage zuvor unter einem Vorwand im Laden zurückgelassen hatte. Das Foto des Neonazis, das dem Zeugen vorgelegt wurde, sei jedoch unscharf gewesen, sollen die Anwältinnen jetzt monieren.

Kioskbesitzer erinnert sich nicht

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat sich aber auch die Generalbundesanwaltschaft noch einmal mit dem Verdächtigen beschäftigt, nachdem die Behörde die NSU-Ermittlungen im Dezember 2011 übernommen hatte. Dabei habe sich erneut ergeben, dass der Mann als Mittäter des Mördertrios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe ausgeschlossen werden könne, heißt es in Sicherheitskreisen.

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