Spuren des NSU in Mecklenburg-Vorpommern


Seit zwei Jahren fließen in den Verfassungsschutzbericht auch Erkenntnisse zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ein. Am Rande der Vorstellung des aktuellen Berichts für 2013 am Dienstag wurden auch Erkenntnisse zu den Verbindungen des NSU nach Mecklenburg-Vorpommern bekannt.

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Neue Spuren zum NSU

Nordmagazin – 15.07.2014 19:30 Uhr

Neue Spuren zum NSU führen nach Krakow am See. Durch Zufall fand die Polizei bei einer Razzia im April 2014 eine CD mit der Aufschrift „NSU/NSDAP“ – hergestellt vom V-Mann Corelli.

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CD mit Aufschrift „NSU/NSDAP“ in Krakow gefunden

Demnach hatte die Polizei im April 2013 eine Wohnung in Krakow am See nach Drogen durchsucht. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin entdeckten die Beamten dort rein zufällig eine CD mit der Aufschrift NSU/ NSDAP. Auf dem Cover der CD ist unter der Wolfsangel – dem verbotenen Zeichen der Hitler Jugend – eine Waffe vom Typ „Ceska“ zu sehen. Mit einer solchen Pistole soll die Zwickauer Terrorzelle um Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos getötet haben, unter anderem auch den 25-jährigen Mehmet Turgut aus Rostock.

Vieles deutet daraufhin, dass die CD schon 2003 – zu Zeiten als der NSU schon aktiv war – hergestellt wurde. Maßgeblich daran beteiligt gewesen sein soll Thomas R. aus Sachsen-Anhalt, der unter dem Decknamen Corelli V-Mann des Bundesverfassungsschutzes gewesen sein soll. Bereits enttarnt, sagte er im vergangenen Jahr im Münchner NSU-Prozess aus. Anfang April starb der 39-Jährige dann jedoch unter merkwürdigen Umständen. Eigentlich wollte das Bundesamt für Verfassungsschutz ihn zu der NSU/NSDAP-CD befragen, doch dazu kam es nicht mehr. Im Internet diskutieren inzwischen Neonazis, ob Corelli den Namen „Nationalsozialistischer Untergrund“ sogar geprägt hat.

Corelli offenbar auch im Thiazi-Forum aktiv

Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfte Corelli kein Unbekannter gewesen sein. Nach NDR Recherchen war er im inzwischen verbotenen Thiazi-Forum sehr aktiv, das er auch finanziell unterstützte. Er könnte aber auch an das rechte Infoblatt „Der Weiße Wolf“ gezahlt haben, das der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit herausgeben hatte. In einer Ausgabe von 2002 hatte sich das Neonazi-Infoblatt aus Neustrelitz beim NSU für eine Spende von mehr als 2.000 Euro bedankt. Unklar ist, ob das Geld tatsächlich von einem V-Mann stammen könnte. Aufklärung könnte Petereits Aussage vor dem Münchner NSU-Prozess im Herbst geben.

Quelle: NDR

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