MDR| NPD-Landeschef Wieschke in Missbrauchsfall verwickelt


Patrick Wieschke

Patrick Wieschke ist Spitzenkandidat der NPD Thüringen bei der Landtagswahl und Landesvorsitzender.

Der Thüringer NPD-Vorsitzende Patrick Wieschke ist 2002 wegen anderer Straftaten einer Anklage wegen Kindesmissbrauchs entgangen. Der frühere Polizeichef von Eisenach, Raymond Walk, bestätigte MDR THÜRINGEN am Sonnabend die Echtheit von Ermittlungsakten, die auf einer antifaschistischen Internetseite veröffentlicht worden sind. Danach wurde gegen Wieschke 2001 und 2002 wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung ermittelt.

Wieschke wurde demnach angezeigt, als 20-Jähriger ein damals 12 Jahre altes Mädchen in seiner Wohnung eingesperrt, bedrängt und mit einem Messer verletzt zu haben. Im März 2002 wurde das Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Mühlhausen eingestellt, weil zu diesem Zeitpunkt gegen Wieschke bereits Ermittlungen wegen eines Anschlags auf einen Eisenacher Döner-Imbiss liefen. 2002 wurde Wieschke unter anderem wegen dieses Anschlags zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Wie das Opfer den Tathergang bei der Polizei beschrieb

Den Akten zufolge hatte das 12 Jahre alte Mädchen Wieschke am 9. Juli 2001 zusammen mit ihrem Freund besucht. Sie sagte später bei der Polizei aus, nachdem der Freund gegangen sei, habe Wieschke die Wohnungstür verschlossen. Als ihr Vater angerufen habe, sei sie von Wieschke gezwungen worden, eine Ausrede zu erfinden. Dabei habe ihr Wieschke ein Messer an den Hals gehalten. Bei einem Gerangel nach dem Telefonat habe sie am Handgelenk eine Schnittwunde erlitten. Anschließend habe ihr Wieschke unter den Pullover gefasst und ihre Brust berührt. Sie habe sich heftig gewehrt, Prellungen erlitten und sich ins benachbarte Schlafzimmer geflüchtet, das sie von innen mit einem Schrank verbarrikadiert habe. Wieschke habe mehrfach erfolglos versucht, in das Zimmer einzudringen, und ihr mehrfach gedroht, sie umzubringen. Nach etwa vier Stunden habe er eingelenkt und sie gehen lassen.

Wie aus den Akten weiter hervorgeht, wurde Wieschkes Wohnung am 20. Juli 2001 von der Polizei durchsucht. Wieschke habe das Messer freiwillig herausgegeben und sei zudem vernommen worden. Dabei habe er das Mädchen beschuldigt, sie habe „ein intimes Verhältnis“ mit ihm beginnen wollen. Als er erfahren habe, wie alt sie war, habe er sie zur Rede gestellt. Sie habe darauf hysterisch reagiert und sich die Schnittverletzung und die Prellungen selbst zugefügt.

Wieschke heute: Frühreifes Mädchen hat sich an mich herangemacht

Wieschke bezeichnete das Bekanntwerden des Falls am Sonnabend als „alten Wein in neuen Schläuchen“. Er verwies auf die Einstellung des Verfahrens. Zugleich erneuerte er seine Version des Hergangs, wonach sich das „frühreife Mädchen“ an ihn „herangemacht“ habe.

Hintergrund dieses Bericht ist eine Veröffentlichung der Thüringer-Rechtsaussen.net-Seite

Quelle: MDR

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