Berlin/Hamburg/München. Hat der Verfassungsschutz schon weit vor dem Auffliegen der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) im Jahr 2011 von der Gruppe um Beate Zschäpe erfahren? Der Hamburger Anwalt und Nebenkläger im Münchener NSU-Prozess, Thomas Bliwier, hatte schwerwiegende Vorwürfe erhoben. Er erklärte, das Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sei „trotz Fahndungsmaßnahmen“ nie festgenommen worden. „Dies wurde verhindert durch die Aktivitäten des Landesamtes für Verfassungsschutz.“ Er bezog sich auf Aussagen des früheren V-Mannes und Neonazi-Anführers Tino Brandt an den vorangegangenen Prozesstagen.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wusste das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) durch einen V-Mann bereits im Jahr 2005 von der Existenz des Kürzel NSU. Demnach hatte der V-Mann Thomas Richter, der den Decknamen „Corelli“ hatte, seinem Quellenführer beim Verfassungsschutz bereits 2005 eine DVD mit rechtsextremem Material und einer Datei mit dem Titel „NSDAP/NSU“ übergeben.

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