Südkurier| Warum musste sie sterben? Michèle Kiesewetter


Motiv für Mord an Michèle Kiesewetter immer noch unklar. Politik streitet um Aufarbeitung der NSU-Morde. Landes-Innenminister Reinhold Gall in der Kritik.

Ein Foto der in Heilbronn ermordeten Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter steht am 30. April 2007 vor der Böblinger Stadtkirche St. Dionysius. War die Polizistin Kiesewetter tatsächlich ein Zufallsopfer der NSU?  Bild: dpa

Baden-Württemberg kommt beim Thema NSU-Mordserie nicht gut weg. Alle anderen Bundesländer, in denen das Trio des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ tötete, richteten Untersuchungsausschüsse ein. Baden-Württemberg nicht. Und dies, obwohl laut Regierungsbericht 52 Rechtsextreme Kontakt zum rechtsextremistischen Mord-Trio oder zu dessen Kontaktpersonen hatten, obwohl viele Spuren ins Land führen und die Ermordung der Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter auf das Konto der NSU geht. Dennoch kam ein polizeiinterner Bericht zum Urteil, Kiesewetter sei ein „Zufallsopfer“ gewesen. Man findet wenige mit der Materie befasste Menschen, die das glauben.

Die Reputation der Sicherheitsbehörden, aber auch des zuständigen SPD-geführten Innenministeriums ist im Sinkflug, seit sich die grün-rote Landesregierung darauf einigte, nur eine Enquetekommission zum NSU-Komplex einzurichten. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel nannte Grünen-Chef Cem Özdemir jüngst sogar „durchgeknallt“, weil er Aufklärung durch einen Untersuchungsausschuss einforderte. Die Genossen fahren harte Geschützte auf, um den mit den Grünen ausgehandelten Kompromiss zu verteidigen. SPD-Obmann Nik Sakellariou bemüht sich nach Kräften, die Unmöglichkeit der Aktenbeschaffung an die Wand zu malen: „Wir sind keine Ermittler!“

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