Heute-journal| NSU-Terror: Lücken im Mordfall Kiesewetter


Zehn Morde sollen auf das Konto der rechtsextremen NSU-Terroristen gehen – einer aber passt nicht recht in die Reihe: Der an einer Polizistin in Heilbronn. ZDF-Recherchen zeigen: Der Fall scheint noch längst nicht zu Ende ermittelt.

Neue Indizien im Fall der erschossenen Polizistin Michelle Kiesewetter: In einem Interview mit dem heute-journal bestätigte der ehemalige Chef des deutschen Ablegers des rassistischen Ku-Klux-Klans, Achim Schmidt, dass zwei Kollegen der ermordeten Beamtin sehr wohl wussten, um welche Organisation es sich beim Klan handelt. „Beide waren nicht doof genug, dass denen entgangen ist, dass der Ku-Klux-Klan eine rassistische Vereinigung ist“, sagte Schmidt dem ZDF. Er hat sich inzwischen von der rechtsextremen Szene gelöst.

Bei Vernehmungen durch die Bundesanwaltschaft hatten die Kollegen der Getöteten ausgesagt, dass sie nicht gewusst hätten, dass der Ku-Klux-Klan eine rassistische Organisation sei. Die Bundesanwaltschaft hatte daraufhin diese Spur nicht weiter verfolgt. Die Anwälte von NSU-Opfern fordern nun, neue Ermittlungen im Mordfall Kiesewetter aufzunehmen.

Ermittler rätseln

Den Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ werden zehn Morde von 2000 bis 2007 zugerechnet – vorwiegend an Migranten. Kiesewetter gilt als ihr letztes Opfer. Der Polizistenmord von Heilbronn gibt den Ermittlern aber bis heute die größten Rätsel in der Serie auf. Kiesewetter und ihr schwer verletzter Kollege waren die einzigen Opfer ohne Migrationshintergrund. Die Behörden hatten jahrelang nicht erkannt, dass Rechtsterroristen am Werk waren.In der Vergangenheit war immer wieder spekuliert worden, der Mord könne auch private Hintergründe haben. Ermittlungen, ob die aus Thüringen stammende Polizistin und die ebenfalls aus Thüringen stammenden NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe sich persönlich kannten, blieben aber ohne Ergebnis.Kiesewetters damals ebenfalls angeschossener Kollege hatte ausgesagt, er hadere bis heute mit den unaufgeklärten Tatumständen. „Das Motiv fehlt, das Motiv ist nicht da“, hatte er als Zeuge vor Gericht erklärt. Die Ermittlungen in dem Fall seien ins Leere gegangen. Der Polizist befand sich nach dem Kopfschuss wochenlang in Lebensgefahr und leidet bis heute körperlich an den Folgen sowie an einem Trauma.

Beitrag: Heute-Journal (Rainer Fromm)

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