OTZ| Niels Seehase über die Lehren aus dem NSU-Fall


Niels Seehase kommentiert: Ein Satz für das Stammbuch
„Wir dürfen nichts für unmöglich halten.“ Die Lehre, die BKA-Chef Jörg Ziercke aus dem Fall der rechtsextremen Terrortruppe NSU zieht, sollte nicht nur für die deutschen Sicherheitsbehörden gelten. Nein, auch die deutsche Medienlandschaft sollte sich diesen Satz ins Stammbuch schreiben.Wir dürfen nichts für unmöglich halten! Es gibt immer eine Erklärung. Diese kann allerdings im Dunkeln bleiben, wenn man sich bei der Suche danach von Klischees und Stereotypen leiten lässt. Das hat die Berichterstattung über die beispiellose Mordserie, der zwischen 2000 und 2006 neun Männer mit Migrationshintergrund zum Opfer gefallen sind, schmerzlich deutlich gemacht.Wir dürfen nichts für unmöglich halten! Und nicht über „Döner-Morde“ schwadronieren, nicht über kriminelle Machenschaften oder ausländische Verschwörernetzwerke spekulieren, nur weil diese Erklärungsansätze so bequem sind und so gut ins Muster der Vorurteile passen.Wir dürfen nichts für unmöglich halten! Auch nicht die Möglichkeit, dass die Mörder und ihre Helfershelfer ganz in unserer Nähe leben – in Zwickau, Chemnitz, Jena oder anderswo.
Niels Seehase / 31.10.14 / OTZ
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