TA| Taschenlampen-Bombe von Nürnberg geht wohl auch auf NSU-Konto


Zehn Menschen sollen die zwei NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erschossen haben. Dass es nicht noch mehr Mordopfer gab, lag auch an einer Mischung aus Zufall und technischen Pannen.
Beate Zschäpes Verteidiger Wolfgang Stahl kündigte am Mittwoch an, dass die Erkenntnisse zur Taschenlampen-Bombe im Plädoyer eine Rolle spielen werden. Archivfoto: Peter Kneffel/dpaBeate Zschäpes Verteidiger Wolfgang Stahl kündigte am Mittwoch an, dass die Erkenntnisse zur Taschenlampen-Bombe im Plädoyer eine Rolle spielen werden. Archivfoto: Peter Kneffel/dpa

So wie am 23. Juni 1999 in Nürnberg, fast 15 Monate vor dem ersten Mord an dem Blumenhändler Enver Simsek in der Dürer-Stadt. Die Tür zum „Sonnenschein“ des Türken Kemal S. war noch versiegelt, als Sprengstoff-Experte Peter O. am Morgen des 24. Juni am Tatort eintraf. Schon im Eingangsbereich der Pilsstube bemerkte der 55-Jährige die Verwüstung. Sofort roch er das Schwarzpulver. Im Gastraum bot sich dann ein verheerendes Bild.“Der Boden war mit Splittern übersät. Auch ein Handtuchhalter lag dort. Die Türen zu den Toiletten standen offen.“ So schilderte Zeuge O. den Anblick am Mittwoch vor Gericht. Es war der 172. Verhandlungstag im NSU-Prozess vor dem Münchener Oberlandesgericht, der letzte in diesem Jahr.Als Putzmann Serkan Y. am Tag zuvor die Mitarbeiter-Toilette des „Sonnenschein“ betrat, um den Rattenkot zu entfernen, fiel sein Blick auf ein unbekanntes Teil, das ganz hinten in der Ecke stand. Es sah nach einer großen Plastiktaschenlampe aus. Der junge Türke prüfte den Schalter und vernahm noch ein Zischen. Dann blutete er. Gesicht, Arme und Oberkörper, überall waren Schnittwunden.Dass der 18-Jährige die Explosion überlebte, war Glück. Die Deckel der Rohrbombe im Innern der Lampe waren weggesprengt worden, und das minderte die Wucht.Was die Bombe ohne diese Schwachstelle hätte anrichten können, wollte ein Opfer-Anwalt wissen. „Schwerwiegende Verletzungen bis zur Todesfolge wären möglich gewesen“, antwortete Sprengstoff-Fachmann O. im Zeugenstand.

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