TA| Der Neonazi und die Kinder – wer ist dieser Tino Brandt?


Vom rechtsextremistischen Kader zum schmuddeligen Kriminellen: Warum Tino Brandt die nächsten fünf Jahre im Gefängnis zubringen dürfte.
Der Thüringer Neonazi Tino Brandt wurde am Donnerstag im Landgericht in Gera in Handschellen in den Verhandlungssaal geführt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch von Minderjährigen vor. Die 24-seitige Anklageschrift listet nach Gerichtsangaben 157 Fälle aus den Jahren 2011 bis 2014 auf. Foto: Martin Schutt/dpaDer Thüringer Neonazi Tino Brandt wurde am Donnerstag im Landgericht in Gera in Handschellen in den Verhandlungssaal geführt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch von Minderjährigen vor. Die 24-seitige Anklageschrift listet nach Gerichtsangaben 157 Fälle aus den Jahren 2011 bis 2014 auf. Foto: Martin Schutt/dpa
  • Tino Brandt bei einer Verhaftung  am 16. September 1995 in Jena am Holzmarkt. Archivfoto: Frank DöbertTino Brandt bei einer Verhaftung am 16. September 1995 in Jena am Holzmarkt. Archivfoto: Frank Döbert

Die Polizei ist überall. Vor dem Justizzentrum in der Geraer Schlossgasse stehen etliche Einsatzfahrzeuge. Am Eingang, in der ersten Sicherheitsschleuse, durchsuchen mehrere Beamte die Besucher. Im 1. Stock, vor dem Saal 103, warten an der nächsten Schleuse noch ein paar Polizisten.Auch drinnen im Saal langweilen sich ein halbes Dutzend Beamte, zusätzlich zu den üblichen Justizbediensteten. Sie gehören zu einer Art schnellen Eingreiftruppe. Die Abkürzung BFE, die groß auf ihren Uniformen zu lesen ist, steht für Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit.Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gelten einem korpulenten, nicht sonderlich groß gewachsenen Mann, der an diesem Morgen in den Saal geführt wird. Die Handschellen klirren.Kurze Haare, feistes Gesicht, Brille mit Metallrahmen: Der Angeklagte Tino Brandt hat sich über die Jahre kaum verändert. Man kann in ihm immer noch den jungen Mann erkennen, der in den 1990er-Jahren mit Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe oder Ralf Wohlleben demonstrierte. Er sieht immer noch ein wenig so aus wie damals, als er sich stolz als Chef des rechtsextremistischen „Thüringer Heimatschutzes“ vor die Kameras stellte.

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