Focus| Die Partitur der Patrioten: Fünf Fragen zu den Pegida-Demonstranten


Islamisierung, Rechtsextremismus, Bewegung

dpaBogida-Demonstranten in Bonn – dort waren es zuletzt 2500, in Dresden 17.500
Pegida: Seit Wochen demonstrieren in Dresden Tausende Menschen gegen die Islamisierung Deutschlands. Bundesinnenminister Thomas de Maizière schimpft sie eine „Unverschämtheit“, sie skandieren „Wir sind das Volk“. Wer sind sie wirklich?

1. Ist Pegida eine rechtsextreme Bewegung?

Nein. Rechtsextrem ist, wer die freiheitlich-demokratische Grundordnung abschaffen will. Das wollen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) nicht. Der Extremismus-Experte Hajo Funke von der Freien Universität (FU) Berlin stuft die Organisatoren vielmehr als rechtspopulistisch ein. „Pegida ist ein Kampfbegriff“, sagt der emeritierte Professor. „Die Organisatoren sind Zündler und greifen sich ein Thema wie die Flüchtlingsproblematik heraus. Die Enttäuschung der Menschen über die Politik verwandeln sie in verbitterte Wut und laden sie mit Ressentiments auf, die nicht mehr differenzieren.“ Das Thema „Islamisierung“ mobilisiert viele Menschen, die offenkundig ansonsten keinen rechtsextremen Gedanken anhängen, aber empfänglich sind für populistische Sprüche gegen Flüchtlinge und Muslime.

2. Warum hat Pegida einen solch großen Zulauf im Osten?

Die Bewegung spricht besonders viele Menschen im Osten Deutschlands an, obwohl der Ausländeranteil dort signifikant geringer ist als im Westen Deutschlands. „Das liegt an einem besonderen Angst- und Gerechtigkeitsempfinden der dortigen Bevölkerung“, erklärt Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner von Mentefactum. „Auf Grund der jüngeren Geschichte haben manche bis heute das Gefühl, es werde zu wenig für sie getan.“ Extremismusforscher Hajo Funke ergänzt: „Die Menschen sind von der Politik enttäuscht. Sie fühlen sich wirtschaftlich, sozial oder kulturell abgehängt und denken: ‚Die tun nichts für uns.‘

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