Morgenpost| Nazis gegen Mode – Der Untergang der Berliner Salons


In seinem Roman „Ehrenfried & Cohn“ erinnert Uwe Westphal an die jüdischen Konfektionäre im Berlin der 30er-Jahre. Das Buch ist das Porträt einer Industrie, die unterging.

Von Britta Klar

Foto: pa/dpa


 Textilgeschäfte am Hausvogteiplatz um 1930: Jüdische Konfektionäre prägten die Szene, ihre Mode setzte Trends

Textilgeschäfte am Hausvogteiplatz um 1930: Jüdische Konfektionäre prägten die Szene, ihre Mode setzte Trends

Irgendwann mache ich da was draus. Mit diesem Satz beginnt es oft. Auch bei Uwe Westphal und seinem ersten Roman „Ehrenfried & Cohn“. Uwe Westphal, gebürtig aus Nordrhein-Westfalen, studierte in Berlin an der Hochschule der Künste Kommunikationswissenschaften. Seit 1986 arbeitete er als freier Journalist, in Berlin, London und New York. Gleich zu Anfang seiner Laufbahn schlug eine Redaktion vor: „Mach doch mal was über Mode!“ Uwe Westphal lacht: „Ich kam quasi zu diesem Thema wie die Jungfrau zum Kinde.“ Er tauchte ein in die Szene, machte sich mit den Berliner Modehäusern und Konfektionären vertraut und fand immer mehr Kontakte. Irgendwann kam die Frage auf: Was passierte in Berlin eigentlich während der Nazizeit? Die jüdischen Konfektionäre prägten in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Szene, setzten Trends, machten Mode.

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