Nordstadt| Die Dortmunder SPD-Politikerin Nadja Lüders legt den Vorsitz im NSU-Untersuchungsausschuss nieder


Zehn Mal mehr Demokraten als Neonazis kamen nach Eving. Die SPD hatte eine Protestkundgebung angemeldet.

Die Dortmunder SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Nadja Lüders hat ihren Vorsitz im parlamentarischen Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags zur Aufklärung der NSU-Verbrechen niedergelegt.

Im Mittelpunkt sollen die Ermittlungen über die Aufklärung des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße, die Ermordung des Dortmunder Kiosk-Besitzers Mehmet Kubasik und die Verbindungen zum Neonazi und Polizistenmörder Michael Berger stehen.

Nadja Lüders vertrat Neonazi Michael Berger als Arbeitsrechtlerin

In der vergangenen Woche wurde publik, dass Lüders im Jahr 1999 in einem Kündigungsschutzverfahren Berger als Arbeitsrechtsanwältin vertreten hatte. Er war einer der ersten Mandanten der Anwältin.

Ein Jahr später sorgte Berger bundesweit als Neonazi für Schlagzeilen: Nach einer Verkehrskontrolle tötete er drei Polizisten und später sich selbst. Die Neonazis feierten ihn als einen von ihnen und veröffentlichten die Parole „3:1 für Deutschland”.

Von seiner politischen Motivation wusste Lüders bis zu den Morden nichts. Über diese 15 Jahre alte und kurzzeitige berufliche Beziehung hatte sie allerdings nur ihre Parteikollegen informiert, die darin keinen Interessenskonflikt darin sahen.

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