FNP| Offene Fragen zum NSU-Mord in Kassel 2006


Im Untersuchungsausschuss des Landtags zum NSU-Mord in Kassel 2006 haben Experten eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Viele betreffen das Verhältnis des ehemaligen Verfassungsschützers Andreas Temme zu seinem Informanten in der rechten Szene, Benjamin G.:

⋅ Welche Rolle spielte G. in der Szene in Kassel? War er nur das kleine Licht, angesetzt auf die unbedeutende Deutsche Partei, wie Temme es bislang dargestellt hat? Oder war G. ein wichtiger Teil der Szene mit Kontakt Richtung Dortmund sowie nach Thüringen und Sachsen?
⋅ Hat Temme mit seinem Informanten vor dem 6. April über die Mordserie gesprochen? Was steht in Berichten über Temmes Treffen mit G., wenn es sie gibt?
⋅ Wer besuchte ein Konzert der Dortmunder Neonazi-Band „Oidoxie“ in Kassel am 18. März 2006? Wenn es Planungen für den Mord an Mehmet Kubasik am 4. April in Dortmund und zwei Tage später an Halit Yozgat in Kassel gab, könnten sie dort besprochen worden sein.
⋅ Wie detailliert war die Begründung, mit der der damalige hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) am 5. Oktober 2006 eine direkte Vernehmung der V-Leute Temmes ablehnte? Der Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Albrecht Schreiber, sagte im Ausschuss, üblicherweise zweifelten die Ermittler solche Sperrerklärungen nicht an. Sie müssten aber für jeden Einzelfall genau begründet sein.

( lhe)

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