TAZ| Verfassungsschutz mauert bei NSU-Mord „Dann haben wir eine Staatskrise“


Thomas Bliwier, Anwalt der Familie Yozgat, ist überzeugt, dass Verfassungsschützer Andreas Temme den NSU-Mord in Kassel beobachtete.

Der Verfassungsschützer Andreas Temme auf dem Weg zum Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags. Bild: dpa

taz: Herr Bliwier, der Fall Kassel gehört bis heute zu den mysteriösesten der NSU-Mordserie. Glauben Sie, es wird sich noch auflösen lassen, warum der Verfassungsschützer Andreas Temme bei der Tat vor Ort war?

Thomas Bliwier: Ich bin der festen Überzeugung, dass man das kann. Aber nur, wenn Temme endlich die Rückendeckung beim Verfassungsschutz entzogen wird und wir lückenlos alle behördeninternen Akten zu dem Fall auf den Tisch bekommen.

Temme wurde mehrfach im NSU-Prozess in München befragt, vor dem Untersuchungsausschuss im Bundestag, am Montag auch im Ausschuss in Hessen. Was hat das Neues ans Licht gebracht?

Die Befragungen nichts. Das Neue aber ist, dass wir die Telefonüberwachung von Temme, die nach dem Mord an Halit Yozgat angeordnet wurde, ausgewertet haben. Insgesamt 2.000 Gespräche. Das hatte bis dahin noch niemand gemacht.

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