FR| VERFASSUNGSSCHUTZ: V-Mann Corelli und der NSU


Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess.  Foto: dpa

Hat der deutsche Geheimdienst Gesetzesverstöße eines Topspitzels gedeckt? Ein Bericht über den den V-Mann „Corelli“ wirft neue Fragen auf – auch zum NSU.

Ein halbes Jahr lang hat sich der frühere Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag durch die Verfassungsschutzakten des V-Manns „Corelli“ gearbeitet. Jetzt hat der Grünen-Politiker dazu einen 300 Seiten langen, als geheim eingestuften Bericht vorgelegt. Sein Fazit: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat Gesetzesverstöße seines langjährigen Topspitzels gedeckt und Spuren ignoriert, die zur Terrorgruppe NSU hätten führen können.

Montag war im vergangenen Oktober vom Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) als Sonderermittler eingesetzt worden. Anlass war der Fund einer bereits 2005 vom V-Mann „Corelli“ an das BfV übergebenen CD mit Fotos und Dokumenten, in deren Begleittext die Begriffe „Nationalsozialistischer Untergrund“ und „NSU“ auftauchen. Das BfV behauptet bis heute, die Bezeichnung NSU seinerzeit als nicht relevant bewertet zu haben.

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