Freie Presse| NSU: Neue Spuren belasten V-Mann-Führer


Der Geheimdienstler Andreas T. muss erneut im NSU-Prozess aussagen. Er hatte eine Schmauchspur am Handschuh, die für die Munition der NSU-Morde typisch ist. Die bisherige Erklärung dafür steht auf wackligen Beinen.

Kassel/München. Der ehemalige hessische Geheimdienstler Andreas T., der sich beim neunten und letzten NSU-Mord der sogenannten Ceska-Serie angeblich zufällig am Tatort befand, muss erneut im Münchner Prozess aussagen. Der Grund sind Spuren, auf die das Gericht erst aufmerksam wurde, nachdem man den schon fünfmal vernommenen V-Mann-Führer bereits als Zeugen entlassen hatte.

Andreas T. soll zu einer Plastiktüte befragt werden, mit der ihn ein anderer Zeuge am Tattag das fragliche Kasseler Internetcafé hatte betreten sehen. T. behauptete bisher, er habe keine Tüte dabei gehabt. Relevanz hat die Frage, weil nach Erkenntnis der Ermittler die dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zugeschriebenen Morde an ausländischstämmigen Kleinunternehmern mit einer schallgedämmten Pistole ausgeführt wurden, die zusätzlich von einer Tüte umhüllt war. Mutmaßlich versuchten die Täter so, Patronenhülsen aufzufangen, um diese nicht am Tatort zurückzulassen.

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