FR| Keine NSU-Helfer in Hessen bekannt


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Der Platz vor dem Hauptfriedhof in Kassel an der Ecke Holländische Strasse und Mombachstrasse heißt heute zur Erinnerung an Halit Yozgat und die anderen Mordopfer des NSU Halitplatz.  Foto: peter-juelich.com

Der Bundesanwalt Herbert Diemer weiß nichts über Kontakte zwischen hessischen Neonazis und dem NSU. Es gebe trotz umfangreicher Ermittlungen „keine tatsächlichen, belastbaren Hinweise“.

Die Generalbundesanwaltschaft sieht nach derzeitigem Wissensstand keine Indizien dafür, dass die rechte Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) Helfer oder Mitwisser in Hessen hatte. Das sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Montag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtages. Es gebe trotz umfangreicher Ermittlungen „keine tatsächlichen, belastbaren Hinweise“ darauf, dass hessische Neonazis direkten Kontakt zum NSU gehabt hätten, sagte Diemer, der im Münchner Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe die Anklage vertritt. Dem NSU werden zehn Morde sowie mehrere Sprengstoffanschläge zur Last gelegt.

Aufgrund der vorliegenden Indizien wie etwa Stadtplänen mit handschriftlichen Notizen müsse man vielmehr davon ausgehen, dass die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ihre Tatorte selbst ausgespäht und die Morde verübt hätten, sagte Diemer. Das gelte auch für den Mord in einem Kasseler Internetcafé, wo im April 2006 dessen Betreiber Halit Yozgat erschossen worden war. Möglicherweise hätten die NSU-Terroristen hessische Neonazis gekannt, echte Tatbeteiligungen seien aber nicht nachweisbar.

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