Welt| Erneut Übergriff auf Flüchtlingsheim in Dresden


Dresden – Die Situation vor den Flüchtlingsunterkünften in Dresden bleibt angespannt. Mit einem Buttersäure-Anschlag versuchten unbekannte Täter am Mittwoch vergeblich, den Einzug von Flüchtlingen in das Asylbewerberheim im Dresdner Stadtteil Stetzsch zu verhindern. Die ersten Neuankömmlinge bezogen am Nachmittag das Heim, das rund 30 Menschen Platz bietet. Nach Angaben der Stadt kommen sie unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. Indes stapeln sich Sachspenden vieler hilfsbereiter Dresdner und warten auf die Verteilung an Asylbewerber. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bittet mittlerweile um Geldspenden.

Nach Angaben des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der Polizei wurde eine Glasflasche mit Buttersäure durch ein geöffnetes Fenster ins Innere des Heims geworfen. Es habe sich um eine geringe Säuremenge gehandelt, Gesundheitsgefahr bestehe nicht, sagte eine OAZ-Sprecherin. Eine erste Attacke mit übelriechender Flüssigkeit hatte es an gleicher Stelle bereits am Samstag gegeben, als Einwohner zu einem Tag der offenen Tür geladen waren. Am Sonntag wurden mehrere Scheiben des früheren Hotels eingeworfen.

Bereits am Dienstag hatten zahlreiche Politiker in Sachsen vor einer zunehmenden Spirale von Hass und Gewalt gewarnt und eine konsequente Verfolgung von Straftätern angemahnt. Neben Stetzsch befindet sich in Dresden vor allem das Zeltlager in der Dresdner Friedrichstadt im Brennpunkt. Vor Ankunft der ersten Bewohner war es dort am Freitag zu Ausschreitungen gekommen. Rechtsextreme hatten linke Demonstranten attackiert und drei von ihnen verletzt. Auch später kam es zu Konflikten. Täter aus dem linken Spektrum attackierten eine Frau, mutmaßliche Rechtsextremisten wiederum verletzten einen 25 Jahre alten Mann.

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