MIGAZIN| EUROPA DER FLÜCHTLINGSHILFE? Flüchtlingspolitik der Ehrenamtlichen


Wann immer die Asylzahlen steigen warnen Innenminister, die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung habe Grenzen. Anschließend wird das Asylrecht verschärft. Die aktuelle Welle der Hilfsbereitschaft straft sie Lügen.

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Solidarität © Wrote auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
In den letzten Wochen haben wir eine beispiellose Solidarität mit Flüchtlingen beinahe überall in Deutschland erleben können. Angesichts katastrophaler Umstände bei der Aufnahme von Asylbewerbern in Städten und Gemeinden kamen Bürger zusammen, um wenigstens die Grundbedürfnisse der Geflohenen sicherzustellen. Damit setzt sich ein Trend des ehrenamtlichen Engagements fort, der zuletzt nicht nur eine Reaktion auf eine verfehlte Asylpolitik ist, sondern auch als Anregung für eine gemeinsame europäische Antwort auf die Flüchtlingskrise dienen kann.
Der 1. Bericht der Studie ‚Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit’ (EFA) finden Sie hier: EFA-Studie
In den Ergebnissen einer bundesweiten Umfrage, die Ende letzten Jahres unter Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit durchgeführt wurde, zeichnete sich die heutige Situation bereits ab. Damals berichteten viele Wohlfahrtseinrichtungen, dass die Zahl der Ehrenamtlichen in den letzten Jahren enorm gestiegen sei. Es handelt sich um Jüngere zwischen 20 und 30 Jahren sowie Ältere über 60 Jahre, die nicht nur überdurchschnittlich oft einen Migrationshintergrund hatten, sondern – zu zwei Dritteln – sich überwiegend aus Frauen rekrutieren. Die meisten von ihnen hatten sich spontan entschlossen zu helfen, und waren in den allermeisten Fällen gar nicht oder nur lose in Initiativen organisiert. Sie organisierten Fahrdienste und übersetzten in Behörden und anderswo, betreuten Flüchtlingskinder, boten ärztliche Versorgung oder Übernachtungen an.
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