n-tv| Anschlagspläne aufgedeckt: Verfassungsschutz warnt vor neuem NSU


Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz schlägt Alarm: Durch die aktuelle Hetze gegen Flüchtlinge könnten sich manche Rechtsradikale weiter radikalisieren. Entsprechende Pläne hat der Geheimdienst bereits aufgedeckt.

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat vor einem neuen Rechtsterrorismus in Deutschland gewarnt. Die Hetze gegen Flüchtlinge könne zur Bildung einer Nachfolgeorganisation der rechtsextremen Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) führen, sagte Maaßen der „Rheinischen Post“. „Wenn die Emotionalisierung der Rechtsextremisten gegen Flüchtlinge so weiter geht, könnten sich durchaus einzelne Anhänger noch weiter radikalisieren und Rechtsterroristen werden.“

Exemplarisch wies Maaßen auf eine Gruppierung namens „Old School Society“ hin, die dem Verfassungsschutz im letzten Jahr mit Plänen aufgefallen sei, Anschläge auf Asylsuchende und Salafisten zu verüben. „Das macht deutlich, dass wir es auch nach dem NSU mit Kleinstzellen zu tun haben können, die Anschläge planen“, sagte der Behördenchef.

Auch wenn es derzeit keine konkreten Hinweise gebe, sehe er in solchen Entwicklungen ein „deutliches Signal, dass wir hier auch ein rechtsterroristisches Problem bekommen können“, so Maaßen.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) wird für eine bundesweite Mordserie an neun Migranten und einer deutschen Polizistin verantwortlich gemacht. Acht Opfer hatten türkische Wurzeln. In dem seit Mai 2013 laufenden Verfahren stehen das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der rechtsextremen Terrorgruppe in München vor Gericht. Die Gruppe hatte jahrelang unentdeckt von den Sicherheitsbehörden operiert.

Quelle: n-tv.de , mbo/AFP

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