Vice| Eine Woche in Sachsen


von Johannes Grunert

Sachsen ist das Bundesland, in dem allem Anschein nach viele Menschen etwas gegen Nicht-Sachsen haben. Aber manchmal trügt der Anschein ja auch und die Dinge sind anders, als sie scheinen. Wir haben uns die letzte Woche deswegen genauer angeschaut, um rauszufinden, ob Sachsen tatsächlich so sehr von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit geplagt ist, wie alle immer sagen.

Vor einer Flut von Flüchtlingen fürchten sich Sachsens Rassisten derzeit am meisten. Dabei überschwemmen sie das Land gerade eher selbst. In der vergangenen Woche haben in Sachsen 21 rechte, rassistische und nicht gerade friedliche Demos stattgefunden.

Die rassistische Stimmung in Sachsen nimmt zu. Während sich dreimal am Tag Rassisten in Sachsen versammelten, um gegen die Unterbringung von Flüchtlingen zu demonstrieren, schlugen sie gleich mehrmals zu. In Dresden wurde ein Flüchtling am Hauptbahnhof angegriffen, zwei Kilometer weiter bekamen zwei junge AraberPfefferspray aus einem fahrenden Auto ins Gesicht. In Heidenau verletzten Unbekannte vier Bewohner der dortigen Erstaufnahmestelle für Geflüchtete, kurze Zeit später wurden im Bürgerbüro des stellvertretenden Ministerpräsidenten Martin Dulig (SPD) die Scheiben eingeworfen und der Sprecher des Bündnisses „Dresden für alle“bekam einen Drohanruf.

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