Berliner Zeitung| SOZIALPSYCHOLOGE ANDREAS ZICK: Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin ist symptomatisch für Deutschland Sozialpsychologe Andreas Zick : Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin ist symptomatisch für Deutschland


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KÖLN –
Sozialpsychologe Andreas Zick hält Gewalt und Menschenfeindlichkeit im Interview für ein gesamtdeutsches Problem. Seine Wurzel liege im Rechtspopulismus, der nach und nach Vollstrecker finde.

Andreas Zick ist Sozialpsychologe und leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld. Er ist Nachfolger von Wilhelm Heitmeyer, mit dem er unter der Überschrift „Deutsche Zustände“ eine Langzeitstudie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit herausbrachte. Zick hält das Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker für symptomatisch.

Herr Zick, die rechtsextreme Gewalt im Zuge der Flüchtlingskrise schien bisher eher auf den Osten beschränkt. Jetzt hat sie die westdeutsche Hochburg der Liberalität erreicht. Verwundert Sie das?

Nein, denn erstens gab es ja auch schon Hasstaten, vor allem Angriff auf Asylunterkünfte, im Westen. Die Gewalt macht nicht vor Landesgrenzen Halt. Zweitens ist die Stimmung in radikalen Gruppen im Westen ebenso auf Aggression und Gewalt orientiert. Wir haben es mit einem deutschen Problem zu tun. Wir sollten uns nicht einreden, dass es irgendwo radikaler als hier ist.

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